Kölner Lichter: Feuerwerk trotz Klimanotstand? Spott der Kritiker ist unangebracht

Feuerwerk erleuchtet bei "Kölner Lichter" den Nachthimmel. Der Klimanotstand der Stadt sorgt für Kritik. Foto: Henning Kaiser/dpa
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Feuerwerk erleuchtet bei "Kölner Lichter" den Nachthimmel. Der Klimanotstand der Stadt sorgt für Kritik. Foto: Henning Kaiser/dpa

Das große Feuerwerk bei Kölner Lichter 2019 sorgt für Kritik. Denn erst am Mittwoch hatte die Stadt den Klimanotstand ausgerufen. Hier alle Infos.

Das große Feuerwerk Kölner Lichter 2019 sorgt für Kritik. Denn erst am Mittwoch hatte die Stadt den Klimanotstand ausgerufen.

  • Die Stadt Köln hat den Klimanotstand ausgerufen.
  • Das Feuerwerk Kölner Lichter 2019 soll trotzdem stattfinden.
  • Der Ausstoß von CO2 ist deutlich geringer als beim Verkehr.

Als erste Millionenstadt in Deutschland hat Köln den Klimanotstand ausgerufen. Das bedeutet: Bei allen politischen Entscheidungen soll künftig der vom Menschen verursachte Klimawandel beachtet und eingedämmt werden.

Doch die Entscheidung fällt zu einem unglücklichen Zeitpunkt. Denn am Samstag (13. Juli) wird bei dem Fest Kölner Lichter ein großes Feuerwerk gezündet. Wie passt das zusammen?

Kölner Lichter: Kritik an Feuerwerk

Denn Feuerwerk lässt insbesondere an Silvester die Feinstaubwerte in die Höhe schnellen. Deshalb gibt es auf Twitter jetzt viel Kritik daran.

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Laut Kölnischer Rundschau werden bei den Kölner Lichtern gleich mehrere Feuerwerke gezündet. Während die Menge an Feuerwerk bei rund 4,7 Tonnen liegen soll, entsteht dabei aber nur vergleichsweise wenig CO2.

So hoch soll der CO2-Ausstoß beim Feuerwerk sein

Die Firma Weco konzipiert das Feuerwerk. Sie sagte der Zeitung, dass rund 42 Kilogramm CO2 und 1,2 Kilogramm Feinstaub in dem Spektakel stecken.

Zum Vergleich: 42 Kilogramm CO2 werden durchschnittlich auch in die Luft geblasen, wenn man mit einem herkömmlichen Auto 220 Kilometer weit fährt.

Deshalb ist dieser Tweet auch nicht weit hergeholt:

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Denn umgerechnet dürfte allein der Verkehr, der durch die Besucher des Festes entsteht, den CO2-Ausstoß des Feuerwerks um ein Vielfaches überschreiten.

Mit den deutlich höheren Feinstaubwerten in der Silvesternacht ist dieses Feuerwerk im Übrigen nicht zu vergleichen. Laut Umweltbundesamt werden an keinem anderen Tag im Jahr solch hohen Werte erreicht.

Stadtmarketing schießt quer

Kritik kommt dennoch auch aus der Kölner Wirtschaft. Ausgerechnet der Verein Stadtmarketing schießt einen Tag vor dem Fest quer:

"Nach dem politischen Statement des Kölner Rates am vergangenen Dienstag, den Klimanotstand auszurufen, stellt sich für uns als Stadtmarketing Köln die Frage, ob diese Art von Kölner Traditionsevent derzeit noch zeitgemäß ist?"

Stadtmarketing Köln

Erhalten bleiben solle das Event mit rund 400.000 Besuchern. Bloß sollten Raketen durch eine Lasershow ersetzt werden. Ein zeitgemäßes Spektakel sei nicht weniger interessant, als ein althergebrachtes.

Auch die Stadt Dortmund hat an Silvester bereits das Feuerwerk und Böllern eingeschränkt. In der Stadt Dortmund gibt es an Silvester einige Verbotszonen, in denen nicht geknallt werden darf. Auch in anderen Städten im Ruhrgebiet sind solche Zonen mittlerweile normal. Vor allen geht es den Behörden dabei um die Sicherheit der Menschen, die Silvester dort unterwegs sind. 

Klar ist, wenige Tage vor diesem Großevent kann man das längst bestellte und aufgebaute Feuerwerk nicht einfach wieder abblasen. Die Debatte wird im kommenden Jahr aber sicher wieder aufkommen. Dann braucht die Stadt eine Antwort.