Kassenzettel liefert Hinweis

Toter Säugling vor Babyklappe: Polizei Köln nimmt mutmaßliche Mutter fest

Kölner Dom
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Nach dem Fund eines toten Säuglings in Köln hat die Polizei nun eine Frau festgenommen.

Ein toter Säugling wurde im Juli vor einer Babyklappe in Köln gefunden. Nach den Eltern wurde gefahndet. Jetzt hat es in dem Fall eine Festnahme gegeben.

Köln – Die Mitteilung der Kölner Polizei vom 12. Juli (Montag) hat schockiert: Vor der Babyklappe eines Frauenhauses in Köln-Bilderstöckchen war ein Neugeborenes tot aufgefunden worden. Ein erster Obduktionsbericht des kleinen Jungen ergab, dass das Baby zum Zeitpunkt seiner Geburt noch gelebt haben muss. Eine Mordkommission übernahm die Ermittlungen.

PolizeiKöln
ErmittlungToter Säugling vor Babyklappe gefunden
VerdachtTötung durch Unterlassen

Toter Säugling vor Babyklappe in Köln: Ermittler fahndeten nach den Eltern

Schnell stellte sich heraus, dass jemand den Säugling bewusst vor und nicht in die Babyklappe gelegt haben musste. Die Ermittler teilten außerdem mit, dass die Babyklappe des Frauenhauses keinen Defekt hatte. Das hatte eine technische Überprüfung vor Ort ergeben. Auch an dem Verhalten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter habe es nichts zu beanstanden gegeben.

Wochenlang hat die Polizei Köln (NRW) nun nach den Eltern des toten Babys gefahndet. Hierzu hatten die Ermittler unter anderem ein Foto des Handtuchs veröffentlicht, in das der gefundene Junge eingewickelt war, als er tot vor der Babyklappe gefunden wurde.

Festnahme nach Säuglings-Fund vor Babyklappe: Verdacht der Tötung gegen 36-jährige Frau

Einen Monat nach der Entdeckung des toten Säuglings in Köln gibt es Neuigkeiten zu dem Fall. Wie die Polizei Köln mitteilt, hat die Mordkommission am Dienstagnachmittag (10. August) eine 36-jährige Frau festgenommen. Es bestehe der Verdacht der Tötung durch Unterlassen (mehr Nachrichten zu Kriminalität in NRW bei RUHR24 lesen).

Den Angaben zufolge sei beim Landeskriminalamt bereits ein DNA-Abgleich gemacht worden. Dieser belege „zweifelsfrei, dass die DNA der 36-Jährigen mit der am Handtuch gesicherten DNA, in dem das Baby eingewickelt war, übereinstimmt“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung.

In dieses Handtuch war der tote Säugling vor der Babyklappe des Kölner Frauenhauses eingewickelt.

Die endgültige Bestätigung, dass die 36-Jährige auch tatsächlich die Mutter des Kindes ist, bedürfe allerdings noch weiterer Analysen der DNA-Probe. Fest stehe jedoch, dass die Frau aus Köln wegen einer Schwangerschaft kürzlich in ärztlicher Behandlung war. Sie soll noch am Mittwoch (11. August) dem Haftrichter vorgeführt werden.

Polizei Köln nimmt mutmaßliche Mutter des Babys fest: Schwangerschaft hielt sie wohl geheim

Der Klärung der Frage, wer das Baby im Juli vor dem Frauenhaus abgelegt haben könnte, sind die Ermittler damit wohl einen großen Schritt näher gekommen. Wie die Polizei erklärt, war es der Mordkommission nach „sehr akribischen und umfangreichen Ermittlungen“ zu einem bei dem Baby gefundenen Kassenzettel eines Lebensmitteldiscounters gelungen, die vierfache Mutter zu identifizieren.

Des Weiteren habe sich herausgestellt, dass die Familie im Einzugsbereich des Frauenhauses im Stadtteil Bilderstöckchen lebt. Nach Auswertung von Zeugenaussagen dürfte es der Frau selbst im engsten Umfeld gelungen sein, eine tatsächliche Schwangerschaft zu verheimlichen.