Erstes Obduktionsergebnis liegt vor

NRW: Totes Baby vor Babyklappe gefunden – Polizei sucht mit Foto nach den Eltern

Die Polizei Köln ermittelt nach dem Fund eines toten Säuglings vor einer Babyklappe.
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Die Polizei Köln ermittelt nach dem Fund eines toten Säuglings vor einer Babyklappe.

In Köln wurde ein toter Säugling vor einer Babyklappe gefunden. Laut Rechtsmedizin hat das Baby zum Zeitpunkt der Geburt noch gelebt. Die Polizei sucht die Eltern.

Köln – Am Montag (12. Juli) informierte die Kölner Polizei über den Fund eines toten Neugeborenen vor der Babyklappe eines Frauenhauses in Köln. Der Junge sei gegen 10.45 im Stadtteil Bilderstöckchen gefunden worden, ein Notarzt konnte wenig später nur noch den Tod des Babys feststellen.

StadtKöln
Einwohner1.088.040 (2020)
Fläche405,2 km²

Köln: Toter Säugling vor Babyklappe gefunden – Junge hat bei der Geburt noch gelebt

Ein erster Obduktionsbericht lag bereits am Montagabend vor. Demnach gehen die Rechtsmediziner davon aus, dass das Baby zum Zeitpunkt seiner Geburt noch gelebt habe. Weitere Untersuchungen stünden allerdings noch aus. Die Staatsanwaltschaft leitete daraufhin ein Ermittlungsverfahren wegen eines Tötungsdelikts durch Unterlassen ein. Die Ermittlungen zum Tod des Säuglings hat eine Mordkommission übernommen.

Die Polizei Köln hatte zunächst mitgeteilt, dass der Säugling in der Babyklappe gefunden worden sei. Inzwischen stehe fest jedoch, dass das Kind vor der Babyklappe im Freien lag, hieß es in einer Mitteilung am Montagabend. Wer das Baby dort hingelegt hatte, sei unklar (weitere News aus NRW auf RURH24) lesen.

Köln: Babyklappe hatte keinen Defekt – wurde der Alarm bewusst nicht ausgelöst?

Am Dienstag (13. Juli) teilten die Ermittler außerdem mit, dass die Babyklappe des Frauenhauses keinen Defekt hatte. Das habe eine technische Überprüfung vor Ort ergeben. Auch das Verhalten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter habe keinen Anlass zur Beanstandung ergeben.

Die Ermittler der Mordkommission gehen daher davon aus, dass der Säugling bewusst so abgelegt wurde, dass der Alarm nicht ausgelöst wurde. Der Alarm löst nur dann aus, wenn ein Baby in die Babyklappe gelegt wird, damit man sich im Frauenhaus umgehend um das Kind kümmern kann. Im Falle des Säuglings in Köln blieb eben dieser Alarm aus.

Toter Säugling gefunden: Polizei Köln veröffentlicht Foto von Handtuch

Die Polizei in Köln fahndet nun weiter nach den Eltern und hat hierzu ein Foto des Handtuchs veröffentlicht, in welches der gefundene Junge eingewickelt war, als er tot vor der Babyklappe gefunden wurde.

In dieses Handtuch war der tote Säugling vor der Babyklappe des Kölner Frauenhauses eingewickelt.

Das stark verschmutzte und verschlissene, 90x40 cm große Handtuch besteht aus weißem Frottee. Ein Wäschezeichen mit Hersteller- oder Materialangaben ist nicht vorhanden. Das Handtuch hat ein Blumenmuster mit grüner sowie lilafarbener Umrahmung.

Polizei Köln appelliert an Eltern des toten Babys – medizinische Behandlung der Mutter nötig

„Die Mordkommission bittet insbesondere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter medizinischer Einrichtungen, Krankenhäuser und Frauenarztpraxen, mit der Polizei Kontakt aufzunehmen, wenn eine Frau mit Symptomen einer kürzlich erfolgten Entbindung vorstellig geworden ist, ohne dass ein Säugling vorhanden war oder aber, wenn die betroffene Frau keine Angaben zu der Herkunft dieser Symptome gemacht hat oder macht“, schreibt die Polizei am Dienstag.

Außerdem appellieren die Ermittler dringend an die Eltern, sich an eine Beratungsstelle zu wenden. So sei es möglich, dass die Mutter des toten Babys nach der Geburt keine ärztliche Hilfe in Anspruch genommen hat. Weiter könnte es sein, dass sie sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinde und deshalb „die dringend erforderliche Behandlung“ nach einer Geburt nicht erhalten habe.

Video: Nach Fund von Totem Baby: Faktencheck Babyklappe

Mordkommission in Köln emittelt wegen totem Säugling: Wer hat etwas beobachtet?

Bei der Suche nach den Eltern des toten Babys stellen die Ermittler die Frage, wer das abgebildete Handtuch kennt und/oder wer weiß, wem es gehört. Wer am Montagvormittag Beobachtungen gemacht hat oder eine Frau kennt, die schwanger war, jetzt aber kein Kind hat, solle sich unbedingt bei der Kölner Polizei melden.

Hinweise nehmen die Ermittler unter 0221/2290 oder per Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de entgegen.