Verbot gilt am Wochenende

Zu viele Gewalttaten: Waffenverbot an großem NRW-Hauptbahnhof

Waffenverbot am Hauptbahnhof in Köln.
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Der Kölner Hauptbahnhof wird am Wochenende zur Waffenverbotszone.

Am Hauptbahnhof in Köln sind am Wochenende weder Messer noch Knüppel erlaubt. Die Polizei verbietet an drei Tagen Waffen aller Art. Bei Verstößen drohen Strafen.

Köln - Vor allem an den größeren Bahnhöfen in NRW kommt es immer wieder zu Gewalttaten. Nicht selten sind dabei Waffen wie Messer, Knüppel oder sogar Pistolen im Spiel. Die Bundespolizei möchte deshalb ein Zeichen setzen und erklärt den Hauptbahnhof Köln am Wochenende zur Waffenverbotszone.

BahnhofKöln Hauptbahnhof
Lage im NetzKnotenbahnhof
Bahngleiseelf
AbkürzungKK

Waffenverbot am Hauptbahnhof Köln: Zu viele Gewalttaten mit Waffen

Konkret bedeutet das, dass am Kölner Hauptbahnhof ab Freitagnachmittag (2. Oktober, 16 Uhr) bis Sonntagmorgen (4. Oktober, 8 Uhr) keinerlei Waffen jeglicher Art bei sich getragen werden dürfen. Viele werden sich nun vielleicht die Frage stellen, warum man überhaupt mit einer Waffe seine Wohnung verlassen und damit zum Beispiel einen Bahnhof betreten sollte.

Die traurige Realität in Köln sowie in anderen größeren Bahnhöfen in NRW ist jedoch: Immer wieder kommt es an den Hauptbahnhöfen zu Gewalttaten, bei denen zu oft Messer, Pistolen oder andere Arten von Waffen zum Einsatz kommen. (Mehr News aus NRW auf RUHR24.de).

Köln Hauptbahnhof: Viele Straftaten trotz weniger Fahrgäste

Allein am Kölner Hauptbahnhof habe die Bundespolizei seit Jahresbeginn mehr als 100 Straftaten registriert, bei denen Waffen - vor allem Messer - eine Rolle spielten. „Das ist vor allem deshalb erschreckend, weil ja wegen der Corona-Pandemie im Hauptbahnhof weniger los war als normalerweise“, so eine Sprecherin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Der Hauptbahnhof Köln wird täglich von rund 320.000 Reisenden genutzt und gilt als größter Bahnhof in Nordrhein-Westfalen. Doch trotz rückläufiger Fahrgastzahlen und vorübergehend geschlossener Geschäfte und Clubs habe es ungefähr genauso viele Delikte gegeben wie im Vorjahreszeitraum, heißt es in der Pressemitteilung der Bundespolizei.

Köln Hauptbahnhof: Waffenverbot soll Gewalttäter abschrecken

Die Einrichtung der Waffenverbotszone am Wochenende solle Gewalttäter abschrecken und zeigen, dass die Bundespolizei konsequent gegen sie vorgehe, so Inspektionsleiter Udo Peltzer. Bei den Kontrollen wollen sich die Ermittler besonders auf Gruppen junger, angetrunkener Männer konzentrieren. Das Verbot gilt laut der Polizei im gesamten Gebäudekomplex des Kölner Hauptbahnhofes sowie in den Gleisanlagen. Ausgenommen ist die U-Bahn.

Die „Allgemeinverfügung zum Verbot des Mitführens von gefährlichen Gegenständen“ umfasst unter anderem Feuerwaffen aller Art, echt aussehende Spielzeugwaffen, Messer, große Scheren, Beile, Knüppel und Baseballschläger. Sollte die Polizei in Köln am Wochenende Verstöße feststellen, kann sie Platzverweise, ein Hausverbot sowie ein Zwangsgeld von 100 Euro verhängen.

Waffenverbotszonen gab es schon an anderen NRW-Bahnhöfen

Das temporäre Waffenverbot am Hauptbahnhof in Köln ist nicht die erste derartige Maßnahme. In der Vergangenheit hat es auch in anderen Hauptbahnhöfen vereinzelt kurzzeitig Waffenverbotszonen gegeben, darunter in Dortmund, Düsseldorf, Essen, Mülheim und zweimal schon in Köln. Mit dpa-Material

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