Letzte Option

Corona-Impfpflicht in NRW: Erste Stadt nennt Datum

Der Winter hat noch nicht richtig begonnen und die Corona-Zahlen explodieren auch in NRW bereits. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker spricht offen über eine Impfpflicht.

Köln – Noch liegt Nordrhein-Westfalen* mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 147,9 (Stand: 10. November) deutlich unter dem bundesweiten Schnitt (232,1) und dem anderer großer Flächenländer wie Bayern (395,8) und Baden-Württemberg (269,9). Doch auch wenn die Dimension im bevölkerungsreichsten Bundesland (noch) geringer ausfällt, ist die Corona*-Lage nicht weniger besorgniserregend, weiß RUHR24*.

PolitikerinHenriette Reker
Geboren9. Dezember 1956 (Alter 64 Jahre), Köln
AmtOberbürgermeisterin der Stadt Köln

Corona in NRW: Fallzahlen steigen rasant – reichen die 2G-Pläne gegen die vierte Welle?

Die steigenden Corona-Zahlen führen auch in NRW* zu einem altbekannten Problem. Das Gesundheitssystem droht an seine Grenzen zu stoßen. Aktuell sind es überwiegend ungeimpfte Patienten, die die Intensivbetten belegen*. Und von denen gibt es noch immer zu viele, um der Ausbreitung des Coronavirus im Winter einfach tatenlos zusehen zu können.

Der neue NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) macht mit Blick auf eine Verschärfung der Corona-Regeln Druck*. 2G will der CDU-Politiker im Notfall alleine durchsetzen. Zudem drängt Wüst auf einen baldigen Corona-Gipfel der Ministerpräsidenten. Der 46-Jährige will dort unter anderem wieder mehr kostenlose Corona-Schnelltests als Maßnahme ins Spiel bringen.

Impfpflicht für alle schon ab Weihnachten ein Thema? Köln-OB Reker wird deutlich

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) geht sogar noch weiter. Die 64-Jährige kann sich nicht nur 2G, sondern auch „2G plus“ vorstellen, wie sie dem Kölner Stadt-Anzeiger sagte. Veranstaltungen dürften dann nur noch von Geimpften und Genesenen besucht werden, die zusätzlich einen negativen Corona-Test vorweisen können.

„Dann müssten aus meiner Sicht die kostenlosen Bürgertests wieder eingeführt werden“, so Reker. Doch 2G – oder „2G plus“ – ist für Reker noch längst nicht die letzte Option, um die vierte Corona-Welle in den Griff zu bekommen. Die Oberbürgermeisterin der Millionenstadt bringt darüber hinaus eine allgemeine Impfpflicht als Ultima Ratio ins Gespräch.

Henriette Reker, Oberbürgermeisterin von Köln.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte sich von einer allgemeinen Impfpflicht bislang stets distanziert. Für Reker ist das hingegen kein Tabuthema mehr – und auch keines, welches in ferner Zukunft liegt (mehr Corona-News aus NRW* bei RUHR24).

„Kann so nicht weitergehen“ – Köln-OB Reker zieht allgemeine Corona-Impfpflicht in NRW in Betracht

„Ich fürchte, dass wenn wir bis Weihnachten keinen richtigen Schub bei der Impfquote haben, werden wir über eine Impfpflicht für alle diskutieren müssen. Es kann ja jetzt nicht auf Dauer so weitergehen mit den Einschränkungen in unserem Leben“, sagte sie dem Kölner Stadt-Anzeiger.

In Nordrhein-Westfalen wurden bislang 70,6 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Damit liegt NRW im Bundesländer-Vergleich auf dem fünften Rang. Allerdings geht es bei den Erstimpfungen kaum noch voran. Laumann betonte zuletzt zwar*, dass man dennoch „dranbleiben“ werde. Doch dass die bestehende Impflücke ohne allgemeine Impfpflicht geschlossen werden kann, scheint unwahrscheinlich. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa/Archivbild

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