Polizei im Einsatz

NRW: Corona-Mutation bricht in Flüchtlingsunterkunft aus – Stadt reagiert konsequent

Köln Coronavirus Mutation
+
In einer Flüchtlingsunterkunft in Köln wurden mutierte Varianten des Coronavirus nachgewiesen.

In einer Flüchtlingsunterkunft in Köln ist eine Mutation des Coronavirus ausgebrochen. Die Stadt spricht von einem „Alarmsignal“ und riegelt das Gebäude ab.

Köln – Wo viele Menschen auf engem Raum leben, lassen sich Ansteckungen mit dem Coronavirus nicht immer vermeiden. So hat ein anonymer Brief jüngst einen größeren Corona-Ausbruch in einem Altenheim in Dortmund aufgedeckt. In einer Flüchtlingsunterkunft in Köln schrillen ebenfalls die Alarmglocken. Dort hat sich eine gefährliche Mutation des Virus ausgebreitet.

StadtKöln
BundeslandNordrhein-Westfalen
RegierungsbezirkKöln
OberbürgermeisterinHenriette Reker (parteilos)

Corona/Köln: Mutation in Flüchtlingsunterkunft ausgebrochen – Stadt greift durch

Betroffen ist die Einrichtung in der Herkulesstraße, in der 108 Bewohner leben. Bei 31 der 41 positiv auf das Coronavirus getesteten Bewohnern wurde die südafrikanische oder brasilianische Variante des Erregers nachgewiesen. Aus epidemiologischer Sicht sei laut Stadt Köln die südafrikanische Variante am wahrscheinlichsten.

Unter den Mitarbeitern gebe es elf Nachweise der südafrikanischen Variante. Bei fünf weiteren positiv getesteten Mitarbeitern stehe die Varianten-Analyse noch aus. Die Stadt hat umgehend reagiert und die Flüchtlingsunterkunft in der Herkulesstraße unter Quarantäne gestellt.

Dr. Harald Rau, Gesundheits- und Sozialdezernent der Stadt Köln

Köln: Corona-Ausbruch in Flüchtlingsheim – Polizei sichert Gelände ab

Wie die Stadt Köln am Sonntagabend (31. Januar) mitteilte, gelte ab sofort ein Betretungsverbot. Das Gelände und die Einhaltung der Quarantäne werden aus Infektionsschutzgründen strengstens überwacht. Bei der Absicherung des Geländes unterstützt die Polizei das Gesundheitsamt.

Die Quarantäne- und Isolationsmaßnahmen seien aufgrund der Größe der Einrichtung gut umsetzbar. Die Unterkunft wird gegenwärtig nur von 108 Personen bewohnt, obwohl sie theoretisch für 600 Personen ausgelegt sei. Dr. Harald Rau, Gesundheits- und Sozialdezernent der Stadt Köln, ist dennoch alarmiert (alle News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

Videografik: So mutieren Viren

„Der Nachweis der wahrscheinlich hochinfektiösen Mutante in der Flüchtlingsunterbringung an der Herkulesstraße ist ein deutliches Alarmzeichen für uns alle. Wir haben soeben beschlossen, unsere Maßnahmen zu verstärken, um vor Ort die Einhaltung der von uns verfügten Quarantäne zu gewährleisten. Ich bitte alle Menschen in Köln, nun noch konsequenter als bisher Kontakte zu vermeiden und die Abstands- und Hygieneregeln des Infektionsschutzes zu befolgen.“

Erste Corona-Fälle in der Flüchtlingseinrichtung in Köln seien vor etwa zehn Tagen bestätigt worden. Innerhalb einer Woche gab es weitere sieben positive Fälle, vergangene Woche wurde erstmals eine Virusvariante nachgewiesen. Daraufhin wurden die bekannten Kontaktpersonen isoliert und eine Testung der 108 Bewohner organisiert.

Mehr zum Thema