Deutliche Unterschiede gefunden

Neue Studie verrät: Die überzeugtesten Klimaschützer leben in einer Ruhrgebietsstadt

Jugendliche in Dortmund demonstrieren für Klimaschutz
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In Dortmund findet ein Klimastreik statt.

Im Ruhrgebiet gibt es deutliche Unterschiede in Sachen Klimaschutz. Die Städte sind nur wenige Kilometer voneinander entfernt – doch die Motivation unterscheidet sich deutlich.

Ruhrgebiet – In Sachen Klimaschutz muss in Deutschland noch viel gemacht werden. Das Engagement für Klimaschutz ist in den Städten unterschiedlich. Eine Studie der Eon-Stiftung zeigt nun, dass Maßnahmen gegen den Klimawandel abhängig vom eigenen Wohnort sind.

BallungsraumRuhrgebiet
BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Fläche4.438,69 Quadratkilometer
Einwohner5,1 Millionen

Klimaschutz im Ruhrgebiet: Studie deckt Gefälle zwischen den Städten auf

Beim Thema Klimaschutz gibt es zwei Faktoren, die bisher oft ausgelassen worden sind: Wo lebe ich und in welchen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen befinde ich mich? Die Studie des Energieversorgers zeigt deutlich: Je jünger, gebildeter und städtischer eine Region ist, desto mehr Menschen engagieren sich gegen den Klimawandel und für den Umweltschutz (alle News aus dem Ruhrgebiet bei RUHR24).

Insgesamt 10.000 Bürger aus 299 Bundestagswahlkreisen wurden durch das Umfrageinstitut Civey im Auftrag von Eon befragt. Das Ergebnis: Auch im Ruhrgebiet gibt es große regionale Unterschiede. Das Gefälle im Ruhrgebiet ist in Sachen Klimaschutz deutlich. Ähnlich verhält es sich übrigens auch bei anderen Gesichtspunkten wie Armut und Nettoeinkommen.

Klimaschutz in Bochum und Gelsenkirchen laut Studie von unterschiedlicher Bedeutung

Laut der Studie der Essener Stiftung lassen sich die überzeugtesten Klimaschützer im Wahlkreis Bochum I (Mitte, Wattenscheid, Süd und Südwest) finden. Den Maßnahmen eher skeptisch gegenüber stehen die Einwohner in den Wahlkreisen Gelsenkirchen und Oberhausen-Wesel II.

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Es wurden aber nicht nur Daten über die Zahl der Klimaschützer gesammelt, sondern auch erhoben, wie relevant die Einwohner die Klimaschutz-Maßnahmen finden. Auch in diesem Punkt scheint es eine Kluft im Ruhrgebiet zu geben. So ist der Klimaschutz für rund 60 Prozent der Dortmunder Einwohner (beide Wahlkreise) ein wichtiges Thema. In den Wahlkreisen Bochum I und Essen III (Süden) finden über 50 Prozent der Einwohner den Klimaschutz wichtig.

Klimaschutz in Gelsenkirchen und Recklinghausen nicht wichtig: Ergebnisse der Studie nicht verwunderlich

Anders sieht es in Gelsenkirchen, Recklinghausen II und Bottrop-Recklinghausen III aus: Nicht mal 40 Prozent der Menschen in diesem Wahlgebiet zeigen ein Interesse am Klimaschutz. So unterschiedlich können die Meinungen der Einwohner von wenigen Kilometern entfernten Städten also sein.

Doch sonderlich verwunderlich ist das nicht, erklärt Stephan Muschick, Geschäftsführer der Eon-Stiftung: „Unsere Analysen zeigen auch für andere Regionen Deutschlands: Die Unterstützung für Klimaschutz hängt davon ab, wie gut der Wohnort der Wählerinnen und Wähler sozioökonomisch aufgestellt ist.“