Eltern-Albtraum in NRW: so viele Erzieher fehlen in Kitas in Köln, Dortmund und Münster

Kitas in NRW. Foto: Monika Skolimowska/dpa
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Kitas in NRW. Foto: Monika Skolimowska/dpa

Laut einer Studie würden in NRW insgesamt 15.600 Erzieher in Kitas und Krippen fehlen. Wie sieht die Situation in Köln, Münster oder Dortmund aus.

Eine der größten Hürden für junge Eltern ist die Suche nach einem Platz in der Kita. Das ist auch im Ruhrgebiet und in ganz NRW so. Eine Studie hat nun offen gelegt, wie es um die Situation in Köln, Dortmund, Münster und Co. bestellt ist - nicht gut!

  • 15.600 Erzieher fehlen in NRW in Kitas und Krippen.
  • Die Situation in Dortmund ist positiver als zum Beispiel in Duisburg oder Bochum.
  • Für NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) ist es "unser größtes Problem".

15.600 Vollzeit-Mitarbeiter fehlen in den Krippen und Kitas im Ruhrgebiet und ganz NRW

Die Situation in NRW sei, trotz der in den nächsten Jahren kommenden Milliardensummen aus Berlin, bedenklich. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung - "Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme" - würden insgesamt 15.600 Erzieher fehlen, die Vollzeit in Kitas und Krippen arbeiten.

Das, so NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (58), sei eines der größten Probleme des Bundeslandes, das wohl nur mit mehr Geld gelöst werden kann.

Doch wie sieht die Situation in Köln, Dortmund, Münster und Co. in den Kitas und Krippen genau aus? In den letzten zehn Jahren bis in das Jahr 2018 hat sich die Zahl des Personals um circa 50 Prozent erhöht. Demnach würden aktuell um die 114.000 Mitarbeiter in Kitas und anderen pädagogischen Einrichtungen arbeiten.

Es gibt zwar mehr Erzieher in Kitas - aber auch mehr Kinder und Aufgaben

Aber gleichzeitig hätte sich auch die Anzahl an Kindern erhöht, die Kitas besuchen - von 551.000 auf 595.000. Genau hier liegt das Problem. In pädagogischen Einrichtungen gilt der sogenannte Personalschlüssel als Merkmal der Qualität.

Es kommt in Kitas und Krippen darauf an, wie viele Kinder auf eine Erzieherin kommen. Allerdings seien vermehrt Aufgaben hinzugekommen, die nicht direkt etwas mit der Erziehung und Betreuung der Kinder zu tun hätten. Genannt werden hier Elterngespräche oder Dokumentationen der Bildung.

Eltern in NRW finden je nach Wohnort eine unterschiedliche Situation der sogenannten Fachkraft-Kind-Relation (wie viele Kinder kommen auf eine/n Erzieher/in?) in Kitas vor.

In Dortmund ist die Situation in Kitas eher positiv, in Duisburg nicht

In Duisburg würde im Durchschnitt eine Erzieherin auf 10,1 Kindergartenkinder kommen. Im Kreis Wesel, Unna, Bottrop, Recklinghausen, Gelsenkirchen, Hamm oder Oberhausen sei die Situation nicht viel besser. In den Städten Köln und Leverkusen würden 7,8 Kinder auf eine Erzieherin kommen.

Es gibt in NRW aber auch positivere Beispiele in Kitas. So sei die Situation in den Städten Münster, Paderborn, Bielefeld, Mönchengladbach und auch Dortmund besser.

Köln, Münster und Dortmund sind positivere Beispiele in NRW

Laut der Studie kommen in Dortmund auf eine Erzieherin 8,1 Kinder, genau wie in Münster. In Köln kommen sogar nur 7,8 Kinder auf eine Vollzeitkraft.

In Bochum sind es 9,4, in Essen 9,0. Im Kreis Unna kommen 9,4 Kinder auf eine Erzieherin, in Recklinghausen sind es 9,1. Weitere Ergebnisse können in der Studie nachgelesen werden.

Im Ruhrgebiet gibt es je nach Städte unterschiedliche Situationen in Kitas

In Krippen sei die Situation in Olpe, Kleve und Gelsenkirchen eher schlecht, in Hagen, Wuppertal und Recklinghausen eher gut.

Laut der Studie werden insgesamt 15.600 Fachkräfte fehlen. Erzieher würden in allen Städten gesucht werden. Man benötige zudem mehr Ausbildungsplätze und auch die Situation am Arbeitsplatz müssten für Auszubildende verbessert werden. mit dpa-Material