Bild: dpa

Schlussakt im Prozess um den hundertfachen Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz in Lügde: Heute (5. September) wird dem Hauptangeklagten sein Urteil verlesen.

  • Dem Hauptangeklagten Dauercamper Andreas V. droht lebenslange Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung.
  • Er hatte jahrelang und in Hunderten Fällen Kinder schwer sexuell missbraucht.
  • In 200 Fällen geht es um die Vergewaltigung von Kindern.

Update, Mittwoch (11. September), 17.22 Uhr: Die Staatsanwaltschaft Detmold plant das Urteil zu akzeptieren. Laut dem Westfalen-Blatt will auch Andreas V. das Urteil akzeptieren. Nach Angaben seines Anwaltes habe er dies heute in der Haftanstalt erklärt. Der Anwalt des Mittäters hatte den Revisionsverzicht bereits nach der Urteilsverkündung angekündigt.

Die Frist für die Entscheidung läuft am 12. September (Donnerstag) um 23.59 Uhr aus. Wenn sich einer der beiden Parteien dann doch für eine Revision entscheiden sollte, würde der Bundesgerichtshof in Karlsruhe auf Rechtsfehler prüfen.

Andreas V. (56) muss 13 Jahre in Haft, für Mittäter Mario S. (34) sind es 12 Jahre. Beide Täter gehen zudem nach der Haft in die Sicherungsverwahrung.

Update, Donnerstag (5. September), 13.20 Uhr: Das Urteil um den Lügde-Missbrauchsprozess sieht NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) als „eine Warnung an alle Täter“. Das gelte besonders für die anschließende Sicherheitsverwahrung nach der Haftstrafe. Solche Täter seien eine zu große Bedrohung, „als dass man sie nach Verbüßung ihrer Strafe einfach wieder auf freien Fuß lassen könnte“.

Der Bundesbeauftragte für Missbrauch, Johannes-Wilhelm Rörig, sieht das auch so: Das Landgericht Detmold hätte damit das wichtige Signal gesendet, „dass der Rechtsstaat diese schweren Verbrechen an Kindern hart bestraft.“

Laut Rörig müsse nun auch die Gesetzgebung schnell handeln und Strafen für den Besitz und das Weiterleiten von Kinderpornografie verschärfen. Gestern kam der Verdacht auf, Christoph Metzelder hätte Kinderpornografie per Whatsapp versendet.

Update, Donnerstag (5. September), 11 Uhr: Worte wie „abscheulich, monströs, widerwärtig“ würden nicht reichen, um das Geschehene in Worte zu fassen, so die Vorsitzende Richterin Anke Grudda in ihrer Urteilsbegründung. Zudem zeigten die Verurteilten, dass sie nicht mal ansatzweise verstanden hätten, welche Schuld sie auf sich geladen hätten.

„Sie haben 32 Kinder und Jugendliche zu Objekten ihrer sexuellen Begierden degradiert und 32 Kindheiten zerstört“, macht die Richterin deutlich. Eine Psychiaterin hatte Andreas V. im Prozess als manipulativ, narzisstisch und antisozial beschrieben, mit einer tief verwurzelten Neigung für Kindesmissbrauch. Auch nach Verbüßung seiner Haftstrafe muss er daher in Sicherungsverwahrung.

Update, Donnerstag (5. September), 9.20 Uhr: Das Landgericht Detmold hat laut Bild sein Urteil verkündet: 13 Jahre Haft für Andreas V. (56), 12 Jahre für Mittäter Mario S. (34). Beide Täter gehen zudem nach der Haft in die Sicherungsverwahrung.

+++ Christoph Metzelder: Verdacht auf Verbreitung von Kinderpornografie +++

Ursprungsmeldung, Donnerstag ( 5. September), 9.15 Uhr : Die Hauptangeklagten Andreas V. (56) und Mario S. (34) sollen jahrelang Kinder auf einem Campingplatz in Lügde missbraucht haben. Die Taten haben sie gefilmt. 32 Kinder fielen den Männern aus Steinheim zum Opfer. Einige von ihnen waren zur Tatzeit noch im Kindergartenalter.

Die Dimensionen des sexuellen Missbrauchs sind kaum zu fassen: In 200 Fällen soll Andreas V. dabei laut Anklage in die Körper von Kindern eingedrungen sein, sein Komplize Mario S. in fast 50 Fällen.

Nach zehn Wochen, die der Missbrauch von Lügde nun vor dem Landgericht Detmold verhandelt wurde, bekommt der Hauptangeklagte seine Strafe verlesen. Andreas V. hat gestanden, die Kinder über Jahre schwer sexuell missbraucht und sie dabei gefilmt zu haben. (mit dpa-Material)