Bild: Guido Kirchner/dpa

Nach Pannen bei den Ermittlungen im Missbrauchsfall Lügde hat das Innenministerium nun auch Polizisten überprüft. Gegen mehr als ein Dutzend von ihnen wurde in der Vergangenheit in NRW bereits wegen Missbrauchs oder Kinderpornos ermittelt.

Während der Suche nach verloren gegangenen Beweismitteln sind die Ermittler auf einen Polizisten der Kreispolizeibehörde Lippe gestoßen, der wegen Kinderpornografie vorbestraft ist. In die Ermittlungen bezüglich des Missbrauchsfalls war er nicht involviert.

Polizist ist noch immer im Dienst

Das Gericht habe bei ihm eine Entfernung aus dem Dienst abgelehnt, sagte ein Ministeriumssprecher. Er ist noch immer im Dienst. Näheres dazu hier.

Das Innenministerium nahm die Erkenntnis über den Kollegen zum Anlass, um auch weitere Polizisten zu überprüfen.

Das Ministerium hatte nach eigenen Angaben das zuständige Landesamt für Aus- und Fortbildung der Polizei (LAFP) beauftragt, nach solchen Fällen zu suchen. „Daraufhin hat das LAFP dem Ministerium am Dienstag in einer Erstauskunft über insgesamt 15 Fälle innerhalb der vergangenen zehn Jahre berichtet“, sagte der Sprecher.

15 Polizisten vorbestraft

Gegen 15 Polizisten gab es demnach in der Vergangenheit Ermittlungen wegen Kindesmissbrauchs oder Kinderpornografie. Auf diese Fälle ist das Innenministerium jetzt gestoßen.

Bei den vorliegenden Fällen habe es sich um straf- oder disziplinarrechtliche Fälle gehandelt, sagte ein Sprecher. Das bedeutet, dass auf die Beamten erhebliche Konsequenzen zukamen. Das können erhebliche berufliche Nachteile bis hin zur Entfernung aus dem Beamtenverhältnis sein.

Viele Polizisten mussten Dienst beenden

„In 14 dieser Fälle mussten die betroffenen Beamten zwischenzeitlich den Dienst beenden. Einige dürfen keine Dienstgeschäfte mehr führen, andere befinden sich bereits im Ruhestand.“

Noch nicht ausgewertet worden seien die Polizisten, die beim Landeskriminalamt, Landesamt für zentrale Polizeiliche Dienste und LAFP selbst arbeiten. Dies sei aber nur noch ein Bruchteil der 42.000 Polizisten in NRW, hieß es beim Ministerium.

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Auf einem Campingplatz in Lügde wurden nach bisherigen Ermittlungen mindestens 31 Kinder Opfer sexuellen Missbrauchs. Der Fall hatte sich nach Pannen bei den Ermittlungen zu einem Polizeiskandal ausgeweitet. (Mit dpa-Material)