Gesundheitsminister

Entsetzen in NRW über Karneval-Vorschlag von Lauterbach: „Wie wenig Sie wissen“

Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat mit einem Corona-Vorschlag in NRW für Entsetzen gesorgt. Grund sind Aussagen des Rheinländers im WDR-Radio.

Düsseldorf – Der aus NRW stammende Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat mit einem Vorschlag zum Thema Corona ausgerechnet in seinem Heimat-Bundesland für Wut gesorgt. Kölns Karnevalisten werfen Lauterbach sogar Unwissenheit vor.

NameKarl Lauterbach
Geboren21. Februar 1963 (Alter 58 Jahre), Düren (NRW)
Ex-EhefrauAngela Spelsberg (verh. 1996–2010)

Karl Lauterbach: Massive Kritik für Corona-Vorschlag des Gesundheitsministers

Der Sozialdemokrat hatte sich in dieser Woche im WDR-Radio Fragen der Hörer gestellt und auch Stellung zu Karneval in Corona-Zeiten bezogen. Für einen stattfindenden Straßenkarneval machte Lauterbach den Zuhörern keine Hoffnung, regte aber stattdessen an, Umzüge und Feiern im Freien in den Sommer zu verlegen.

Diese Aussage wiederum sorgte bei den Narren aus Köln für Entsetzen: „Es ist schade, wie wenig Sie als Rheinländer über den Karneval wissen. Sonst würden Sie sich nicht öffentlich eine Verlegung der Karnevalsaktivitäten in den Sommer wünschen“, schrieb Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, in einem offenen Brief an Lauterbach (hier weitere Corona-News aus NRW bei RUHR24 lesen).

Offener Brief an Karl Lauterbach aus NRW wegen Corona-Vorschlag

In dem Brief vergleicht Kuckelkorn den Karneval mit Weihnachten oder Ostern. Es sei „ein Fest mit Jahreskreislauf“. Es ginge beim Karneval nicht nur um „wilde Partys und zügellosen Alkoholkonsum“, so Kuckelkorn weiter. „Niemand würde ernsthaft fordern, alle weihnachtlichen Feiern vom Weihnachtsmarkt über die Christmette bis zu den Treffen im Familienkreis auf den Sommer zu verlegen - selbst in Pandemiezeiten nicht.“

Dass Karnevalsumzüge nicht auch in den Sommer beziehungsweise in die wärmere Jahreszeit verlegt werden können, ist allerdings auch nicht ganz richtig. Im nahegelegenen Düsseldorf passiert 2022 genau das: Der „Zoch“ soll am 29. Mai stattfinden.

Karl Lauterbach hält Karneval im Winter für zu gefährlich wegen Corona

Das dürfte auch nach dem Gusto von Gesundheitsminister Karl Lauterbach sein, der die Corona-Pandemie für Karnevalsevents im Winter für noch zu gefährlich hält: „Was ist das für ein Karneval, wo man versucht, fröhlich zu sein, wo es aber immer mit dem Risiko einhergeht, dass man sich selbst oder andere infiziert und dann möglicherweise mit einer schweren Krankheit rechnen muss?“

Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitee Kölner Karneval, kritisiert Lauterbachs Einschätzung zu Karneval im kommenden Jahr.

In Köln ist man dennoch sauer, fühlt sich von Lauterbach nicht genug wertgeschätzt: Lauterbach solle heraus aus seinem „Talkshow-Modus“ und die Anliegen des Karnevals erst nehmen. Er tue so, als seien die Jecken „unbelehrbare Corona-Leugner“, kritisierte Kuckelkorn: „Was wir brauchen, sind keine weiteren moralischen Appelle, sondern eine klare Haltung und Unterstützung für die Vereine, Künstler, Saalbetreiber und andere Dienstleister, denen andernfalls durch freiwillige Absagen die Pleite droht.“

NRW-Karneval wird im Februar wohl nicht stattfinden – wegen Omikron-Gefahr

Als Erwiderung auf die Kritik schrieb Lauterbach am Samstag auf Twitter: „Auch mir ist der Karneval in Köln sehr wichtig. Besonders das Leben der Feiernden. Die Vereine müssen planen können. Wir erwarten eine so massive Omikron Welle, dass der Karneval unter den geplanten 2G Bedingungen wahrscheinlich nicht sicher genug ist.“ Zuvor hatte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst Karnevalssitzungen in Innenräumen eine Absage erteilt. Mit DPA-Material.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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