Politiker aus NRW

Überraschung bei Karl Lauterbach: Das sind die Minister-Pläne der SPD

Karl Lauterbach (SPD) wird offenbar doch der neue Gesundheitsminister. Am Montag (6. Dezember) will die SPD ihre Ministeriumsposten bekannt geben.

Update, Montag (6. Dezember), 9.52 Uhr: Was für eine Nikolaus-Überraschung. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wird nach Informationen von Reuters und Bild offenbar doch der neue Gesundheitsminister von Deutschland. Damit beerbt er CDU-Politiker Jens Spahn.

SPD-Hammer: Lauterbach wird wohl doch Gesundheitsminister

Die Presseagentur Reuters bezieht ihre Informationen auf einen Personalvorschlag des designierten Bundeskanzlers Olaf Scholz für die Ministerriege der SPD.

Erstmeldung, Sonntag (5. Dezember), 15.43 Uhr: Berlin – Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will am Montag (6. Dezember) seine Regierungsmannschaft vorstellen. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gehört wohl nicht dazu. Der 58-Jährige wurde lange Zeit als Gesundheitsminister gehandelt.

PolitikerKarl Lauterbach
Geboren21. Februar 1963 (Alter 58 Jahre), Düren
ParteiSPD
AmtBundestagsabgeordneter seit 2005

Lauterbach wird wohl kein Gesundheitsminister – SPD zweifelt an Politiker aus NRW

Die Nachfolge von Jens Spahn (CDU) ist inmitten der vierten Corona-Welle eine der wichtigsten und zugleich anspruchsvollsten Aufgaben im politischen Berlin. Ein Teil der Bevölkerung hält Lauterbach für besonders geeignet, weil dieser an der Elite-Universität Harvard ein Master-Studium mit den Schwerpunkten Epidemiologie und öffentliche Gesundheit absolvierte.

Lauterbach selbst machte nie ein Geheimnis daraus, dass er gerne der neue Gesundheitsminister werden würde. Doch innerhalb der SPD ist man offenbar skeptisch. Das Verhältnis zum designierten Kanzler Scholz gilt nicht als besonders eng. Zudem sind sich die Sozialdemokraten angeblich nicht sicher, ob Lauterbach neben der nötigen Fachkompetenz auch die erforderlichen Führungsqualitäten mitbringt.

Karl Lauterbach: NRW-Politiker als Chef des Corona-Expertenrats im Kanzleramt gehandelt

Erschwerend kommt hinzu, dass Scholz sein Kabinett gleichermaßen mit Frauen und Männern besetzen möchte. Je nach Verteilung der übrigen Ministerposten müsste das Gesundheitsministerium unter Umständen an eine Frau gehen. Als Namen kursieren etwa die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping und Sabine Dittmar, die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.

Da Lauterbach in Düren in Nordrhein-Westfalen geboren wurde, würde er außerdem die Ostdeutschen-Quote nicht erhöhen. Geht der 58-Jährige also leer aus und bleibt einfacher Bundestagsabgeordneter? Nicht unbedingt: Laut einem Bericht der Bild am Sonntag könnte Lauterbach einen anderen wichtigen Corona-Posten übernehmen.

Wird wohl nicht der neue Gesundheitsminister: SPD-Politiker Karl Lauterbach

Eine führende Politikerin der SPD soll gegenüber der Zeitung angedeutet haben, dass Lauterbach eine sinnvolle Besetzung als Chef des Corona-Expertenrats im Kanzleramt wäre. Das Gremium soll neue Entwicklungen rund um das Coronavirus frühzeitig erkennen und die Bundesregierung entsprechend beraten (mehr Corona-News bei RUHR24).

SPD stimmt Koalitionsvertrag zu – vereinzelte Rufe nach Lauterbach als Gesundheitsminister

Welchen Posten Lauterbach, der nach eigener Auskunft bis tief in die Nacht neue Corona-Studien liest, letztlich übernehmen darf, soll am Montag verkündet werden. Die SPD hat die Weichen für die neue Regierung jedenfalls gestellt.

Bei einem Sonderparteitag am Samstag (4. Dezember) haben 98,8 Prozent der Delegierten dem Koalitionsvertrag mit Grünen und FDP zugestimmt.

Auf dem Parteitag gab es einzelne kritische Äußerungen etwa zum Verzicht auf die Bürgerversicherung, zum Ja für bewaffnete Drohnen oder zu Defiziten bei der geplanten Verkehrswende. Ebenfalls vereinzelt zu hören: Forderungen nach Karl Lauterbach als neuen Bundesgesundheitsminister. Mit AFP-Material

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/DPA

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