Tragödie im Sauerland

Nach Doppelmord in Iserlohn: Mann (43) tötete "aus Rache und Eifersucht"

Nach der Messerstecherei am Bahnhof in Iserlohn, muss sich der mutmaßliche Täter vor Gericht verantworten. Der Mord gilt als besonders grausam.

  • Der Täter soll seine Ex-Frau und ihren neuen Freund am Bahnhof in Iserlohn (Sauerland) getötet haben.
  • Die Ermittler gehen von einer Beziehungstat aus.
  • Nun wurden gegen den mutmaßlichen 43-jährigen Täter Anklage erhoben.

Iserlohn - Nach der tödlichen Messerstecherei in Iserlohn (Sauerland) steht der 43-jährige Täter aus Bergisch Gladbach nun vor Gericht. Er soll seine Ex-Frau und ihren neuen Freund, die beide ebenfalls aus Bergisch-Gladbach kommen sollen, am Bahnhof von Iserlohn in einer Messerstecherei erstochen haben. Er muss sich nun wegen Doppelmords verantworten.

Nach Messerstecherei in Iserlohn: Grausamkeit als besonderes Mordmerkmal

Der Täter soll zuerst die 32-jährige Ex-Frau mit einem Küchenmesser niedergestochen und dann mit mehr als 70 Stichen den neuen Partner (23) der Frau getötet haben. Von einer "Mischung aus Rache und Eifersucht" ist die Rede, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hagen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Aufgrund der brutalen Vorgehensweise, darunter besonders die hohe Anzahl an Messerstichen gegen das männliche Opfer, sehe die Anklage auch das Mordmerkmal der Grausamkeit erfüllt. Dies ist laut der Uni Freiburg dann der Fall, "wenn ein Täter dass dem Opfer durch die Tötung besondere Schmerzen oder Qualen zugefügt werden".

Zwei Monate altes Baby saß während der Tat in Iserlohn im Auto

Jedoch wichtig dabei: Dies kommt nur zum Tragen, wenn das Opfer die hohen Schmerzen noch empfinden kann. Falls es bei der Tat etwa bewusstlos ist, kann das Mordmerkmal der Grausamkeit nicht vollends erfüllt werden. Das Gericht muss nun klären, nach wie vielen Messerstichen das Opfer in Iserlohn gestorben ist und ob daher das Merkmal der Grausamkeit erfüllt ist.

Das zwei Monate alte Mädchen der Frau saß während der Tat im Auto ihrer Mutter. Glücklicherweise blieb das Baby jedoch unverletzt. Die Ermittler der Polizei Hagen gehen davon aus, dass der getötete Freund der Mutter auch der Vater des neugeborenen Babys ist.

Der mutmaßliche Täter soll der Frau gegenüber schon vorher gewalttätig gewesen sein

Der mutmaßliche Täter hat sich nach der Tat am Boden sitzend von der Polizei ohne Widerstand festnehmen lassen. Kurz darauf gestand er gegenüber der Beamten die Tat. Zum Motiv hat er sich bisher allerdings noch nicht geäußert, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hagen. Daher bleiben auch weiterhin die Hintergründe der grausamen Beziehungstat unklar. 

Der Tatverdächtige soll wohl schon früher gegen seine Ex-Frau wegen Gewalt aufgefallen sein. Ende 2018 sei die 32-Jährige daher in ein Frauenhaus geflüchtet. Auch als sie sich bereits im Frauenhaus befand, soll der mutmaßliche Täter versucht haben, die Frau zu aufzusuchen und zu kontaktieren. Wenige Monate, nachdem sie in das Frauenhaus geflüchtet war, kam ihr Baby zu Welt. Das Mädchen ist mittlerweile in Obhut des Jugendamts. 

Weiterer Fall aus Iserlohn: Mann rast mit Auto absichtlich in Menschenmenge

Nur knapp einen Monat später, am 30. September, kam es zu einer weiteren Tragödie in Iserlohn (Sauerland). Ein Mann ist im Iserlohner Stadtteil Heide mit voller Absicht in eine Menschenmenge gefahren. Das Besondere daran: Angeblich sollen sich der Fahrer und die Personen, in die er gerast sein soll, vorher gekannt haben.

Der 33-jährige Tatverdächtige hatte Handwerksarbeiten durchgeführt. Dabei soll es mit der Gruppe Streit um die Bezahlung der Leistung gegeben haben. Zwei Menschen sind bei der Tat leicht verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft Hagen geht von einer gefährlichen Körperverletzung in Verbindung mit einem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr aus.

In Iserlohn bei Dortmund kam es am Sonntag (1. Dezember) zu einem Brand in der Innenstadt. Die Feuerwehr ist noch am Montag (2. Dezember) wohl bis in diese Abendstunden im Einsatz. Der Kurt-Schumacher-Ring ist noch immer gesperrt. 

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