Staatsanwaltschaft Hagen

250.000 Euro veruntreut? - Ex-Bürgermeister aus Iserlohn wird angeklagt

Ex-Bürgermeister Ahrens aus Iserlohn wird vorgeworfen, Gelder veruntreut zu haben.
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Ex-Bürgermeister Ahrens aus Iserlohn wird vorgeworfen, Gelder veruntreut zu haben.

Nachdem der Bürgermeister von Iserlohn, Paul Ahrens (SPD), bereits im September sein Amt wegen der Affäre niedergelegt hatte, wird er nun von der Staatsanwaltschaft Hagen angeklagt. Der Vorwurf: Veruntreuung von Geldern in einem besonderes schweren Fall.

  • Die Staatsanwaltschaft Hagen hat Anklage gegen den ehemaligen Bürgermeister von Iserlohn erhoben.
  • Der Vorwurf: Paul Ahrens (SPD) sowie zwei Mitarbeiter sollen Gelder veruntreut haben.
  • Die sogenannte "Abfindungsaffäre" war bereits im Mai ans Licht gekommen.

Iserlohn/NRW - Elf Jahre war Paul Ahrens (SPD) Bürgermeister von Iserlohn, als er Ende September (30. September) frühzeitig sein Amt niederlegte. Zuvor war der Politiker zunehmend unter Druck und in die Kritik geraten, da im Mai bekannt geworden war, dass er einem ehemaligen Mitarbeiter eine Abfindung gezahlt habe - und die war außergewöhnlich hoch. Nun liegt aus diesem Grund eine Anklage gegen den Ex-Bürgermeister von Iserlohn vor. 

Iserlohn: Anklage gegen ehemaligen Bürgermeister Ahrens

Irgendwie kommt Iserlohn nicht so wirklich zur Ruhe: Nachdem erst Anfang Dezember ein Großbrand die Einsatzkräfte in der Gemeinde auf Trab gehalten hatte, folgt nun die Anklage gegen den ehemaligen Bürgermeister. Pünktlich zum Nikolaustag brachte die Staatsanwaltschaft in Hagen die Abfindungsaffäre erneut ins Rollen, indem sie Ex-Bürgermeister Paul Ahrens, den ehemaligen Personaldezernenten der Stadt Iserlohn und einen ehemaligen Mitarbeiter des Ordnungsamtes anklagt.  

Den Dreien wird Untreue zum Nachteil der Stadt Iserlohn und der Missbrauch ihrer besonderen Stellung als Amtsträger vorgeworfen. Insgesamt geht es um die mutmaßliche Veruntreuung von Geldern in Höhe von 250.000 Euro - also ein ordentliches Sümmchen. 

Bürgermeister Ahrens aus Iserlohn soll zu hohe Abfindung gezahlt haben

Doch zurück auf Anfang: Begonnen hatte die Affäre bereits im Januar 2019. Zu dem Zeitpunkt sollen Verhandlungen mit dem Mitarbeiter des Ordnungsamtes stattgefunden haben, bei denen es um die Auflösung des Arbeitsverhältnisses ging. Die Staatsanwaltschaft Hagen geht davon aus, dass es für die Kündigung keinen wirklichen Grund gab, weshalb man dem Mitarbeiter eine Abfindung anbot - und die war außergewöhnlich hoch.

Selbst wenn es einen berechtigten Grund für eine Kündigung gegeben hätte, so wäre eine Abfindung allenfalls in Höhe von rund 20.000 Euro angemessen gewesen, heißt es in einer Mitteilung des Landesgerichts Hagen. Das hätte sowohl Bürgermeister Paul Ahrens als auch dem Personaldezernenten bewusst gewesen sein müssen. Deshalb wirft man ihnen nun vor, aus Vorsatz gehandelt, die Pflichten als Amtsträger missbraucht und unwirtschaftlich mit den öffentlichen Mitteln der Stadt Iserlohn umgegangen zu sein. 

Ex-Bürgermeister aus Iserlohn droht Freiheitsstrafe

Doch nicht nur gegen den ehemaligen Bürgermeister von Iserlohn und den Personalbeauftragten liegt eine Anklage vor, auch der ehemalige Mitarbeiter, der die Abfindung angenommen hatte, wird beschuldigt. Ihm wird Beihilfe zur Untreue vorgeworfen. Auch er muss sich vor Gericht verantworten. Wann das Strafverfahren vor dem Landgericht Hagen genau eröffnet wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Es könnte aber noch bis Mitte nächsten 2020 dauern.

Da die drei Angeklagten bislang nicht vorbestraft sind, befinden sie sich bis dahin auf freiem Fuß. Kommt es jedoch zu einer Verurteilung, könnte dem Ex-Bürgermeister Paul Ahrens eine Freiheitsstrafe drohen. Denn das Gesetz sieht im Regelfall für den Fall der besonders schweren Untreue Gefängnis von 6 Monaten bis zu 10 Jahre vor. Im Fall der Beihilfe könnte es eine Freiheitsstrafe von 1 Monat bis zu 7 Jahren und 6 Monaten geben.

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