Terroristen festgenommen

Terrorzelle in NRW zerschlagen: Richter ordnet für vier IS-Terroristen Untersuchungshaft an

Generalbundesanwalt lässt IS-Terroristen in NRW festnehmen.
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Generalbundesanwalt lässt IS-Terroristen in NRW festnehmen.

Spezialkräfte der Polizei haben in NRW vier mutmaßliche IS-Terroristen gefasst. Ein Ermittlungsrichter hat jetzt Untersuchungshaft angeordnet.

  • In NRW ist am Mittwoch eine Terrorzelle des IS zerschlagen worden.
  • Es gab Festnahmen in Essen, Neuss, Siegen und dem Kreis Heinsberg. 
  • Die fünf Männer sollen bereits tödliche Anschläge in Deutschland vorbereitet haben - jetzt sind sie in Untersuchungshaft.

Update, Mittwoch (14. April), 20.08 Uhr: Karlsruhe/NRW - Der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs hat gegen die vier aus Tadschikistan stammenden Männer die Haftbefehle in Vollzug gesetzt. Sie wurden am heutigen Mittwoch in NRW wegen geplanter terroristischer Anschläge in Deutschland festgenommen.

NRW: Vier IS-Terroristen in Untersuchungshaft

Die Beschuldigten wurden im Laufe des heutigen Tages dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt. Der hat gegen alle Beschuldigte den Vollzug von Untersuchungshaft angeordnet, wie der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof erklärt.

Erstmeldung vom 15. April, 10.21 Uhr: Eine mutmaßliche Terrorzelle des sogenannten "Islamischen Staats" (IS) ist am Mittwochmorgen (15. April) in NRW zerschlagen worden.

NRW: Fünf IS-Terroristen unter anderem in Essen und Siegen festgenommen

Vier aus Tadschikistan stammende Männer wurden laut Generalbundesanwalt am Morgen von Spezialkräften der Polizei in Essen, Siegen, Neuss sowie im Kreis Heinsberg festgenommen. Es gab zudem Durchsuchungen in sechs weiteren, nicht näher beschriebenen Objekten in NRW.

Das fünfte Mitglied der IS-Terrorzelle, Ravsan B. (30), soll nach Angaben des Spiegel der Kopf der Bande sein. Er sitzt bereits seit vergangenem Jahr in Haft.

In Bochum war Ende 2019 der Prozess gegen die Frau eines IS-Terroristen zu Ende gegangen. Sie hatte offenbar ein verrücktes Leben geführt.

IS-Terroristen sollen tödliche Anschläge in Deutschland geplant haben

Der Generalbundesanwalt vermutet, dass die Männer seit Januar 2019 Mitglieder der Terror-Vereinigung IS seien. Als solche sollen sie in NRW eine Terrorzelle gegründet haben.

Generalbundesanwalt Peter Frank hat mutmaßliche Mitglieder einer Terrorzelle in NRW festnehmen lassen.

Zunächst sei ihr Plan gewesen, nach Tadschikistan auszureisen, um dort im bewaffneten "Jihad" gegen die Regierung zu kämpfen. 

Laut der Fahnder soll die Gruppe stattdessen jedoch tödliche Anschläge in Deutschland geplant haben.

Dabei habe weiter Kontakt mit hochrangigen Führungsmitgliedern des IS in Syrien und Afghanistan bestanden. Von diesen sollen die mutmaßlichen Terroristen auch Anweisungen erhalten haben.

NRW: Mutmaßliche IS-Terroristen hatten bereits Anschlagspläne

Die Mitglieder der Zelle hatten sich bereits mit Waffen und Munition eingedeckt. Ravsan B. soll zudem Anleitungen beschafft haben, um Sprengsätze herzustellen. Auch die Zutaten dafür seien bereits im Internet bestellt worden.

Als Anschlagsziele vermuten die Ermittler Einrichtungen der US-Armee in Deutschland. Dabei sollen die Mitglieder der Terrorzelle geplant haben, islamkritische Personen zu ermorden.

Das Opfer sowie Luftwaffenstützpunkte der US-Armee in Deutschland seien bereits ausgespäht worden.

IS-Terrorzelle in NRW: Waffen sollten durch Mordanschlag finanziert werden

Das Geld für den Kauf von Waffen und Zutaten für Sprengsätze soll die Gruppe in Deutschland gesammelt und anschließend in die Türkei überwiesen haben. 

Für den Auftrag zu einem Mordanschlag in Albanien sollen dem Kopf der Bande zudem 40.000 Euro in Aussicht gestellt worden sein. Laut Generalbundesanwalt scheiterte der Plan jedoch kurzfristig.

Die Beschuldigten werden heute dem Haftrichter vorgeführt.

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