Deutsche Streitkräfte in Erbil

Irak: Raketenbeschuss auf Soldaten aus NRW - Bedrohung durch USA-Iran-Konflikt

Im Irak sind deutsche Soldaten unter Beschuss geraten.
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Im Irak sind deutsche Soldaten unter Beschuss geraten.

Bei dem Raketenangriff des Iran auf Stützpunkte im Irak sind auch Soldaten aus NRW unter Beschuss geraten. Nun meldet sich die Bundeswehr zu Wort.

  • Als Reaktion auf die Tötung von General Seleimani durch die USA hat der Iran am Mittwoch Stützpunkte im Irak beschossen.
  • Dort sind auch Soldaten aus NRW stationiert.
  • Sie wurden vorab vor dem Angriff gewarnt.

NRW/Irak - Seitdem die USA den hochrangigen iranischen General Qasem Soleimani bei einem Drohnenangriff getötet hat, ist die Lage im Nahen Osten angespannt. In der Nacht auf Mittwoch (8. Januar) hat der Iran reagiert und seinerseits Stützpunkte im Irak beschossen, an denen internationale Soldaten stationiert sind. Dabei gerieten auch Streitkräfte aus NRW zwischen die Fronten.

Irak greift Stützpunkt im Iran an - Soldaten aus NRW beschossen

Wie das Westfalen-Blatt berichtet, wurden bei dem Raketenangriff des Iran 34 Soldaten der Panzerbrigarde 21 "Lipperland" beschossen. Sie sind derzeit in der Stadt Erbil im Norden von Irak stationiert. Eigentlich haben sie ihre Heimat aber in NRW - in der Rommel-Kaserne in Augustdorf (Kreis Lippe).

An ihrem Stützpunkt - einem alten Flughafengelände, das unter anderem deutsche und US-amerikanische Streitkräfte als Feldlager nutzen - schlugen am frühen Mittwochmorgen gegen ein Uhr fünf Raketen ein. Die gute Nachricht für die deutschen Soldaten: Ihre Unterkünfte wurden nicht beschossen.

Soldaten aus NRW überstehen Angriff des Iran im Luftschutzraum

"Es hat keine Einschläge im deutschen Bereich des Geländes gegeben", sagte Hauptmann Martin Waltemathe von der Bundeswehr gegenüber dem Westfalen-Blatt. "Unsere Soldate n haben sich in einem Luftschutzraum mit mehreren Stahlbetonträgern in Sicherheit gebracht."

Den Soldaten soll es den Umständen entsprechend gut gehen. Sie sowie weitere internationale Streitkräfte waren vor dem Angriff gewarnt worden und konnten deshalb rechtzeitig die Schutzbauten aufsuchen.

Video: Im Iran stehen die Zeichen vorerst auf Entspannung

Deutsche Soldaten im Irak: Abzug steht möglicherweise bevor

Wie es mit den 34 Soldaten weitergeht, ist derzeit unklar. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte bereits kurz nach dem Angriff erklärt, man werde eine "mögliche Teilrückverlegung" der Soldaten aus Erbil prüfen. Dieser könnte einen Teil der insgesamt 119 deutschen Soldaten betreffen, die derzeit im nördlichen Irak stationiert sind. Ein vollständiger Abzug soll aber nicht geplant sein.

Schon am Tag vor dem Angriff hatten 32 andere Soldaten aus der Kaserne in NRW den Irak verlassen. Wegen der Bedrohung durch den Iran wurden sie nach Jordanien verlegt.

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