Covid-19-Pandemie

Coronavirus: So viele Intensivbetten sind in NRW und Deutschland aktuell belegt

Wie gut sind Intensivstationen der Kliniken in NRW und Deutschland für Corona-Patienten gerüstet? Das ist die aktuelle Auslastung der Intensivbetten.

NRW - Bevor die zweite Welle der Corona-Pandemie die Krankenhäuser in NRW erreichte, haben Experten vor drohenden Engpässen auf den Intensivstationen gewarnt. Laut dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) stehen bundesweit rund 29.000 Intensivbetten zur Verfügung.

VirusSars-CoV-2/Coronavirus
ErkrankungCovid-19
SymptomeFieber, trockener Husten, Verlust des Geschmack- und Geruchsinns,Müdigkeit

Intensivbetten in NRW: Corona-Patienten füllen Intensivstationen - DIVI-Zahlen zeigen Reserven an

Damit ist Deutschland zwar gut gerüstet. Doch mit steigender Anzahl der Covid-19-Patienten, die intensivmedizinisch betreut werden müssen, werden auch hier die Kapazitäten knapper.

In Nordrhein-Westfalen stehen in den Kliniken laut DIVI-Statistik derzeit insgesamt fast 7.000 betreibbare Intensivbetten zur Verfügung. Dazu kommt eine Notfallreserve von rund 2.800 Betten, die innerhalb von sieben Tagen aufgestellt werden kann. Bundesweit stehen fast 13.000 Notfallbetten zur Verfügung.

Anfang November meldeten einige Krankenhäuser dennoch erste Engpässe, nachdem immer mehr Corona-Patienten auf den Intensivstationen in NRW und Deutschland gelandet waren. Auch Ärzte und Pfleger schlugen Alarm. Die zweite Corona-Welle erreichte die Kliniken schließlich tatsächlich kurze Zeit später: Die Intensivstationen sind Anfang November so voll, wie im Frühjahr des Jahres 2020, als die erste Corona-Welle Deutschland erfasst hatte (mehr Nachrichten zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

„Ärzte, Kliniken, Rettungsdienst, Kreisleitstelle und die Abteilung Gesundheit sind durch das Infektionsgeschehen im Dauerstress“, berichtete so zum Beispiel der Kreis Gütersloh am 3. November. Dennoch liegen die Inzidenzwerte in NRW auch zu diesem Zeitpunkt weiter auf hohem Niveau. Täglich stecken sich viele hundert Menschen neu mit dem Coronavirus an und müssen bei einem schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung intensivmedizinisch betreut werden.

Corona in NRW und Deutschland: Tabelle zeigt, wie viele Intensivbetten laut DIVI bereits belegt sind

Doch nicht jeder Patient kann in jeder Art von Intensivbett behandelt werden. So gibt es sogenannte Low-Care-Betten ohne invasive Beatmungsmöglichkeit und High-Care oder ECMO-Betten in denen eine invasive Beatmung möglich ist. In das Problem der schwindenden Intensivkapazitäten spielt jedoch nicht nur die Art des benötigten Bettes mit rein, auch der akut herrschende Personalnotstand macht die Situation schwierig. Denn nicht jeder Pfleger hat die nötige Qualifikation, Patienten zu betreuen, die beispielsweise beatmet werden müssen.

So gilt ein Intensivbett laut DIVI nur als betreibbar, wenn entsprechend der Versorgungsstufe (Low-Care, High-Care oder ECMO) jeweils ein vorgesehener Raum, funktionsfähige Geräte und Material pro Bett und die nötige personelle Besetzung mit pflegerischem und ärztlichem Fachpersonal vorhanden sind und eingesetzt werden können.

Zahl der Intensivbetten in NRW und Deutschland: DIVI-Register erfasst rund 1.300 Kliniken

Die Anzahl der betreibbaren Intensivbetten fasst das DIVI-Intensivregister seit dem 20. April 2020 zusammen. Das Register bildet die Daten über die Kapazitäten der Intensivstationen bundesweit, auf Landes- und auf Kreisebene ab. Die Kliniken können freie und belegte Betten dort selbst melden. Damit sind viele, aber nicht alle verfügbaren Betten in Deutschland in der Statistik zu finden. Rund 1.300 Akut-Kliniken werden geführt.

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin hat das Register gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut (RKI) nach Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland aufgebaut. Weitere Informationen zu den Intensivbetten gibt es beim DIVI.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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