Verschiedene Möglichkeiten

Affenpocken noch zu stoppen: Professor aus Bochum sieht Chance

Die Affenpocken breiten sich weltweit aus – auch in Deutschland. Ein Professor aus Bochum sieht die Chance, die Infektionen kleinzuhalten.

Bochum – Noch gibt es wenige bekannte Fälle in Deutschland. Doch die Zahlen steigen und nähern sich laut dem Robert Koch-Institut bundesweit der Tausender-Marke. Prof. Dr. Norbert Brockmeyer ist Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft (Gesellschaft für sexuell übertragbare Krankheiten). Er sieht Chancen, die Krankheit einzudämmen.

NameMonkeypox virus
KlassifikationViren
FamiliePoxviridae

Bochum: Affenpocken werden häufig beim Sex übertragen

Laut dem Professor aus Bochum werden Affenpocken wie auch Chlamydien oder HPV mit Tröpfchen und bei engem Körperkontakt wie Sex übertragen. Eine Infektion direkt durchs Sperma sei allerdings eher unwahrscheinlich. Nach jetzigem Wissensstand ist in Sperma zu wenig Virenlast enthalten für eine Infektion.

Gefährdet seien vor allem Menschen, die wechselnde Geschlechtspartner haben. Obwohl die Infektionsketten in Europa in der LGBTQ-Community angefangen hätten, seien alle Menschen mit wechselnden Partner gleich gefährdet (mehr News aus NRW bei RUHR24).

NRW: So würde ein Professor aus Bochum die Affenpocken eindämmen

Laut einer Pressemitteilung könnten Aufklärungskampagnen helfen, das Virus einzudämmen. In der Mitteilung spricht Prof. Brockmeyer auch davon, dass Impfungen für Risikopersonen wichtig seien. Einen Impfstoff gibt es bereits. NRW bekommt auch schon erste Lieferungen. Orte und Anlässe, wo sich das Virus gut verbreiten könne, wie Saunen oder Festivals, müssten sich ebenfalls vorbereiten.

Prof. Brockmeyer rät vor allem: „Achtsamkeit bei körperlichen Kontakten und wenn man selber infiziert ist oder dies sein könnte, sollte man keine engen Kontakte mehr haben.“

Affenpocken in Deutschland – so lange gibt es die Krankheit schon

Der erste Affenpockenfall bei einem Menschen liegt schon mehr als 50 Jahre zurück. Damals erkrankte ein Kleinkind im Kongo an dem Virus. Seitdem gab es immer wieder kleinere und größere Ausbrüche, die zum Beispiel durch Reisende ausgelöst wurden und werden. 2018 zum Beispiel traten die Affenpocken laut Wikipedia in Israel und im Vereinigten Königreich auf.

2022 kam es zu einem größeren Ausbruch außerhalb der Epidemie-Gebiete in Afrika – zum Beispiel auch in Schweden, Deutschland oder Spanien. Selbst in Dortmund gibt es erste Fälle von Affenpocken.

Affenpocken treten auch in NRW immer häufiger auf.

NRW: Symptome bei Affenpocken

Menschen, die am Affenpockenvirus erkranken, haben häufig Fieber und geschwollene Lymphknoten. Die Pocken treten meistens im Gesicht, auf den Handflächen und Fußsohlen auf. Es gibt auch schwere Verläufe. Meistens gehen die Symptome allerdings von allein wieder weg. In Deutschland müssen Menschen, die am Affenpockenvirus erkranken, in Quarantäne.

Rubriklistenbild: © Nikos Pekiaridis/Imago

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