13.000 Bürger betroffen

NRW: Riesige Datenpanne im Corona-Impfzentrum – persönliche Daten verschickt

Impfzentrum Essen
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Impfzentrum Essen: Ein Mitarbeiter hat sensible Daten per Mail verschickt. (Symbolbild)

Im Impfzentrum der Stadt Essen ist ein unfassbarer Fehler passiert: Sensible Daten von mehr als 13.000 Essener Bürgern wurden per Mail verschickt.

Essen/NRW – Insgesamt erhielten durch die Panne rund 700 Essener Impflinge persönliche Daten ihrer Mitbürger per Mail. Aber wie konnte es zu einem solchen Vorfall überhaupt kommen?

EssenGroßstadt in NRW
Fläche210,3 km²
Einwohner582.415 (Stand: Dezember 2020)

Panne im Impfzentrum: Sensible Daten von 13.000 Bürgern verschickt

Wie die Stadt Essen auf ihrer Webseite mitteilt, sollten die Adressaten eigentlich aufgrund von angepassten Öffnungszeiten des Impfzentrums über eine neue Uhrzeit für ihren Termin nächste Woche informiert werden. An diese Infomail angehängt waren aber nach Informationen von Radio Essen noch drei Anhänge, die eigentlich nur für den internen Gebrauch bestimmt sind.

In den Excel-Dateien finden sich die vollen Namen, Adressen und Geburtsdaten sowie auch Telefonnummern und E-Mail-Adressen der 13.000 Betroffenen. Besonders heikel: Zu lesen ist außerdem, wann welche Person geimpft wird – und mit welchem Impfstoff.

Impfzentrum Essen passiert fataler Fehler – Landesdatenschutz ist bereits informiert

Wie Radio Essen weiter berichtet, habe man den Fehler relativ schnell bemerkt. Rund eine Viertelstunde später sei eine Anschlussmail herausgegangen, die die ungewollten Empfänger darüber informiert habe.

Die Reaktion kam dennoch zu spät. So heißt es vonseiten der Stadt Essen: „Leider ist es nicht in allen Fällen gelungen, die über das Impfzentrum Essen verschickte E-Mail zurückzurufen.“ Die Verwaltung und das Impfzentrum Essen entschuldigten sich ausdrücklich für diesen Fehler. Außerdem werden Empfänger der E-Mail gebeten, diese zu löschen.

Nach Angaben der Stadt ist der Landesdatenschutz bereits informiert worden. Ebenso würden auch alle betroffenen Impflinge vom Essener Impfzentrum informiert, deren Daten verschickt wurden (weitere Infos zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Corona-Panne im Impfzentrum: Stadt Essen entschuldigt sich

Im Interview mit Radio Essen entschuldigte sich eine Stadtsprecherin bei den Betroffenen. Es habe sich um menschliches Versagen gehandelt, die Technik sei nicht an der Datenpanne Schuld.

Ob dem entsprechenden Mitarbeiter nun rechtliche Konsequenzen drohen, ist derzeit noch unklar. Gegenüber der Bild erklärt eine Sprecherin: „Wir werden den Fall genau prüfen. So etwas darf sich nicht wiederholen, wir werden unsere Sicherheitsstandards überprüfen müssen.“

Datenpanne im Impfzentrum Essen: Betroffene sind entrüstet und „fassungslos“

Auch mit einer der Tausenden Betroffenen hat die Bild bereits gesprochen. Sie habe sich entsetzt geäußert: „Das darf nicht passieren, das ist eine Einladung für Verbrecher. Ich bin fassungslos.“

Wie aus dem Interview von Radio Essen hervorgeht, gibt es insgesamt „viel Entrüstung“. Zahlreiche der Empfänger wären aber auch bereits so nett gewesen und hätten sich bei der Stadt gemeldet, um darüber zu informieren, dass sie die sensiblen Daten gelöscht hätten, erklärt die Sprecherin der Stadt.

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