Bild: Federico Gambarini/dpa

Immer wieder sterben unschuldige Menschen wegen illegalen Autorennen. Eine Recherche des WDR ergab nun: Die Zahl der illegalen Autorennen stieg 2018 weiter an – und die Unfallzahlen ebenso.

Den Zahlen des WDR zufolge weiß die Polizei in Nordrhein-Westfalen von 335 illegalen Autorennen im Jahr 2017 – 2018 waren es 474. Das mache einen Anstieg von 40 Prozent. Die Zahl der damit verbundenen Unfälle haben sich sogar mehr als verdoppelt: Von 32 im Jahr 2017 auf 70 im Jahr 2018. Trotz stärkerer Kontrollen der Polizei bliebt die Dunkelziffer hoch.

Reul: Autorennen sei wie Rauschgift

NRWs Innenminister Herbert Reul sagte dem WDR dazu, Autorennen seien wie Rauschgift. Immer dann, wenn stärkere Kontrollen angekündigt werden, steigen auch die Raser-Zahlen.

Alleine in Dortmund registrierte die Polizei 2018 63 illegale Autorennen in der Stadt. 13 von ihnen endeten mit teils schweren Verkehrsunfällen. 18 Menschen wurden verletzt, eine junge Frau ist nun querschnittssgelähmt. Am Ostwall stellte die Polizei deshalb einen Blitzer auf, weitere sollen folgen.

Härtere Strafen für Raser

Auch die Justiz geht mittlerweile härter gegen Raser vor: Seit Oktober 2017 gilt der Paragraf 315d, der besagt, dass ein illegales Autorennen mit Todesfolge eine Straftat ist. Dafür kann ein Gericht Haftstrafen von bis zu zehn Jahren verhängen.

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Und trotzdem steigt die Raser-Zahl weiter. Verkehrsexperte Thomas Stiefelhagen sagte dem WDR dazu: Mit dem neuen Gesetz erreiche man nur „rational denkende Menschen“. Wer allerdings nur von den Emotionen, von dem Rausch getrieben wird, blendet sowas aus.

Stiefelrahmen spricht sich deshalb für mehr Kontrollen, vor allem verdeckte Kontrollen, und Sondereinheiten der Polizei aus.