Bild: Andrea Schnartendorff/Robert Koch-Institut/dpa

Sie ist groß, intelligent und gefährlich: Die tropische HyalommaZecke hat erstmals in Deutschland überwintert. Und sie bringt einen gefährlichen Virus mit sich.

  • Forscher haben dieses Jahr erneut HyalommaZecken in Deutschland entdeckt.
  • Der Fund lässt darauf schließen, dass die Tiere hier überwintert haben.
  • Die Zecke kann ihre Opfer wittern und verfolgen.

Als ob die heimische Zeckenart, der sogenannte Holzbock, nicht schon eklig genug wäre: In Deutschland haben Forscher erneut Exemplare der Hyalomma-Zecke gefunden. Das Tier, das eigentlich in Afrika, Asien und Südeuropa heimisch ist, ist 2017 zum ersten Mal in Deutschland aufgetaucht.

Die Hyalomma-Zecke hat erstmals in Deutschland überwintert. Foto: Marco Drehmann/Universität Hohenheim/dpa

Der entscheidende Unterschied: Damals haben Zugvögel die gefährliche Zeckenart vermutlich ins Land gebracht. Der diesjährige Fund ist jedoch anders: „Nach den ersten Nachweisen dieses Jahres müssen wir davon ausgehen, dass diese Tiere bei uns in Deutschland überwintern konnten“, so Ute Mackenstedt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie ist Parasitologin und Zecken-Expertin an der Uni Hohenheim.

Fünf Hyalomma-Zecken in NRW aufgetaucht

Nach den heißen Tagen der vergangenen Wochen sind gleich sechs der Riesenzecken aufgetaucht – fünf davon auf einem Pferdehof am Niederrhein. Das haben die Universität Hohenheim und das Münchner Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr am Dienstag mitgeteilt.

Von den hier heimischen Zecken wie etwa dem Gemeinen Holzbock könne man die HyalommaZecke leicht unterscheiden. Sie sind mit bis zu zwei Zentimeter Länge wesentlich größer und haben auffällig gestreifte Beine.

Die Hyalomma-Zecke ist deutlich größer als der Gemeine Holzbock.

Laut Mackenstedt bleibt ein Hyalomma-Exemplar am Körper in der Regel nicht lange unentdeckt: „Sie ist ja deutlich größer. Das merken Sie, wenn die auf Ihnen herumläuft.“

Zecke kann Menschen über mehrere Meter wittern und aufspüren

Das Gruselige an der importierten Zeckenart: Sie kann Menschen und Tiere wittern und hunderte Meter weit verfolgen. Und auch ihr Biss ist nicht ungefährlich.

Wie auch die heimischen Zecken, kann auch das tropische Exemplar gefährliche Erreger transportieren. Bei der HyalommaZecke gehört dazu auch ein Virus, der das Krim-Kongo-Fieber verursacht. Die Krankheit kann mit schweren Blutungen einhergehen und sogar zum Tod führen.

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 19 Exemplare in acht Bundesländern gefunden, darunter auch NRW. Laut dem Robert Koch-Institut trug jedoch keine dieser Zecken Infektionserreger wie das Krim-Kongo-Virus in sich.

Auch die heimischen Zeckenarten sollen diesen Sommer besonders häufig auftreten. Bereits im März warnten Förster vor einer Zeckenplage.

Mit dpa-Material