Kampf gegen die Pandemie

Holland-Urlaub: In den Niederlanden filmen Kameras jetzt auch Reisende aus NRW

Die Niederlande setzen im Kampf gegen die Corona-Pandemie auf Kameras an Touristen-Hotspots. Urlauber aus NRW müssen sich aber keine Sorgen um ihre Privatsphäre machen.

Scheveningen – Weil weite Reisen während der Corona-Pandemie mit vielen Unwägbarkeiten verbunden sind, sind Urlaube in Holland dieser Tage beliebter denn je. Besonders für Urlauber aus NRW ist ein Trip in das Nachbarland attraktiv. Die Anfahrt mit dem Zug oder Auto geht fix und die Strände an der Nordsee und am IJseelmeer sind schön.

LandNiederlande
HauptstadtAmsterdam
RegierungssitzDen Haag
RegierungschefMinisterpräsident Mark Rutte

Holland reagiert auf Gedränge an Touri-Hotspots – Kameras filmen Urlauber

Allerdings sorgt das an sommerlichen Tagen für Gedränge und Menschenansammlungen. Besonders der Boulevard in Scheveningen unweit des Stadtzentrums von Den Haag lockt regelmäßig viele Touristen an. Das führt zu Problemen: Zum einen staut sich der Verkehr bei der Suche nach Parkplätzen, zum anderen können die Menschen kaum noch Abstände einhalten.

Die Gemeinde will deshalb Abhilfe schaffen und hat dazu Anfang August ein Testprojekt gestartet. Einerseits gibt es Sperren an der Straße entlang des Boulevards, um den Verkehr zu regulieren. Andererseits wurden Kameras installiert, die die Besucher in diesem Bereich zählen (mehr News zu den Niederlanden bei RUHR24).

Scheveningen ist im Sommer nicht nur bei Urlaubern aus NRW beliebt.

Holland: Touristen aus NRW und Co. werden am Boulevard in Scheveningen mit Kameras überwacht

Wie das niederländische Portal indebuurt berichtet, sei auf den Aufnahmen niemand zu erkennen. Es gehe lediglich darum, Menschen zu zählen. Installiert wurden die Kameras am Nordboulevard und am Pier. Wenn die Kameras registrieren, dass es zu voll wird, senden sie ein Signal an einen Kontrollraum.

Die dortigen Mitarbeiter können dann reagieren und etwa größere Menschenansammlungen auflösen oder die Touristen zur Einhaltung des Mindestabstands ermahnen. Die Gemeinde Den Haag will das Projekt zunächst bis zum 27. September umsetzen.

Im Sommer entwickelten sich die Niederlande zwischenzeitlich zum Corona-Sorgenkind in Europa, das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) listete das Nachbarland zeitweise als Hochinzidenzgebiet. Inzwischen hat sich die Lage wieder entspannt. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Freitag (27. August) bei 107,9. Auf diesem Niveau scheint sie sich seit einigen Tagen einzupendeln.

Niederlande prüft gewagten Corona-Schritt: Alle Regeln könnten im November fallen

Ob es dabei bleibt? Holland kündigte bereist ein Ende vieler Corona-Maßnahmen an. Sollte die Zahl der Neuinfektionen niedrig und die Lage in den Krankenhäusern entspannt sein, könnte am 20. September die Maskenpflicht in Bus und Bahn gestrichen werden. Auch Erleichterungen für die Gastronomie stehen dann in Aussicht.

Die niederländische Regierung um Ministerpräsident Mark Rutte hält es sogar für möglich, dass ab November alle Corona-Regeln aufgehoben werden. Dann dürften auch Nachtklubs und Discotheken wieder ihre Pforten öffnen, die nach dem dramatischen Anstieg der Fallzahlen im Juli vorerst schließen mussten.

Rubriklistenbild: © Jerry Lampen/ANP/AFP

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