Reise in die Niederlande

Touristen-Hammer in Holland: Amsterdam führt Quote ein

Amsterdam ist nicht nur bei Touristen aus NRW beliebt. Die Hauptstadt von Holland platzt vor Reisenden aus aller Welt. Das ändert sich nun.

Update, Donnerstag (7. August), 9.30 Uhr: Amsterdam – Jetzt ist es fix. Amsterdam führt eine Touristen-Quote ein. Darauf hat sich der Stadtrat nun geeinigt. Die Quote sieht eine Obergrenze von 20 Millionen Übernachtungen pro Jahr vor. Damit soll der Übertourismus in Amsterdam eingedämmt werden. Sobald der Maximalwert überschritten wird, verpflichten sich die Behörden zum Eingreifen. Mögliche Maßnahmen sind eine Erhöhung der Touristensteuer und Einschränkung der privaten Zimmervermietung – etwa über Airbnb.

Erstmeldung, Freitag (6. August), 20 Uhr: Amsterdam – In gut zwei Stunden ist man aus dem Ruhrgebiet in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam. Für einen Wochenendtrip aus NRW bietet sich die Stadt der Grachten zu jeder Jahreszeit an. Doch schon bald könnten im schlimmsten Fall die ohnehin schon üppigen Preise für eine Übernachtung in der Hauptstadt Hollands steigen.

StadtAmsterdam
LandNiederlande
ProvinzNordholland

Holland: Amsterdam will Tourismus begrenzen – steigen Preise bald?

Grund dafür ist der Plan der Stadt, ihren Tourismus stark zu begrenzen. Maximal 20 Millionen Übernachtungen soll es künftig „nur“ noch geben. Zum Vergleich: 2016 gab es in Amsterdam noch 14 Millionen Touristenübernachtungen. 2018 waren es bereits 20,5 Millionen und 2019 sogar 22,5 Millionen, wie RTL Niederlande berichtet. Einzig Corona verwandelte die Metropole an manchen Tagen in eine Geisterstadt.

Ist absehbar, dass die Zahl der Touristenübernachtung künftig auf über 20 Millionen im Jahr steigt, muss die Stadt eingreifen. Darauf hat sich der Stadtrat kürzlich geeinigt, nachdem Bürger eine Petition gestartet hatten. Eine entsprechende Verordnung namens „Tourismus in Balance“ wurde in der Folge erlassen.

Amsterdam: Bald weniger Airbnb-Betten in Hauptstadt der Niederlande?

Wie die Stadt genau reagieren muss, wenn es zu voll ist, ist in der Verordnung allerdings nicht geregelt. Diskutiert wird aber schon jetzt zum Beispiel über die Einschränkung von Airbnb-Übernachtungen, die Erhöhung der Tourismusabgabe oder eine Touristen-Bremse für das berühmte Rotlichtviertel „De Wallen“.

Unterm Strich könnten Maßnahmen wie diese eine Reise nach Amsterdam künftig zu einem teuren Spaß werden lassen. Schon jetzt sind die Preise in der Hauptsaison würzig. Günstiger wird es am äußersten Stadtrand. Selbst in Airbnb-Wohnungen verlangen Anbieter Preise von 150 Euro und mehr pro Nacht – für ein Zimmer (hier mehr News aus Holland bei RUHR24 lesen).

Holland-Hauptstadt Amsterdam hadert mit Tagestouristen

Mit ihrem Plan gehört die Stadt wohl mit zu den ersten weltweit, die in dieser Form den Tourismus begrenzen wollen. Doch es gibt einen Haken: Während es Möglichkeiten gibt, die Übernachtungszahlen zu steuern, ist das bei Tagestouristen nur schwer möglich. Es sind jene Tagestouristen, die in Städten wie Amsterdam besonders unbeliebt sind: Sie steuern in Massen die Sehenswürdigkeiten an, hinterlassen oft Dreck, geben relativ wenig Geld aus – und sind am Abend wieder weg.

Amsterdams Grachten locken Jahr für Jahr Millionen Touristen an. Vielen Einwohnern reicht es.

Doch auch hier gibt es bereits erste drastische Vorschläge. So steht ein Café- oder Barverbot für Nicht-Amsterdamer bzw. Nicht-Übernachtungsgäste im Raum.

Amsterdam-Maßnahmen stehen bei NRW-Nachbarn Holland auch in der Kritik

Derweil gibt es bereits kritische Stimmen, die massive wirtschaftliche Schäden für die Stadt voraussagen. Immerhin leben sehr viele Menschen in Amsterdam direkt oder indirekt vom Tourismus. Statt pauschale Beschränkungen für die ganze Stadt zu erlassen, fordern Kritiker deshalb, die Hotspots des Massentourismus – etwa Viertel wie „De Wallen“ – in den Fokus zu nehmen. Gut möglich, dass Amsterdam als Party-Hochburg künftig nicht mehr existiert.

Rubriklistenbild: © Aurore Belot/AFP