Quarantäne, oder nicht?

Niederlande ist Corona-Risikogebiet: Neues Tool hilft bei der Einreise aus NRW

Die Niederlande sind wegen zu hoher Corona-Inzidenz erneut zum Risikogebiet erklärt worden. Für Pendler und Urlauber aus NRW ist das ärgerlich. Ein Tool hilft bei der Reiseplanung.

NRW – Brauche ich einen Corona-Test, wenn ich nur kurz in die Niederlande fahren will? Und muss ich nach der Rückreise in NRW in Quarantäne? Dass die Niederlande wieder Risikogebiet sind, bedeutet für Urlauber und Pendler viel Ungewissheit. Ein neues Online-Tool soll Abhilfe schaffen.

BundeslandNordrhein-Westfalen
NachbarlandNiederlande
KriseCoronavirus-Pandemie

Niederlande sind Corona-Risikogebiet: Online-Tool hilft bei Reiseregeln und Quarantäne in NRW

Zu finden ist das Online-Tool mit Reisehinweisen für die Niederlande auf der Seite der Euregio Rhein-Maas-Nord mit Sitz in Mönchengladbach. Der grenzübergreifende Verband vertritt Menschen in den Regionen Lüttich im Norden von Belgien und Limburg in den Niederlanden. Sie alle grenzen an die Region Aachen und damit an Nordrhein-Westfalen.

Ein Online-Tool hilft bei der Planung der Reise in die Niederlande.

Insbesondere das Outlet-Center in Roermond ist für Menschen in NRW ein beliebtes Ausflugsziel in den Niederlanden. Aber auch Venlo und Maastricht ziehen Shopping-Reisende aus Deutschland an. Doch in der dortigen Region Limburg geht der 7-Tages-Inzidenzwert mit 435,2 aktuell bereits stark auf die 500 zu.

Corona-Regeln für Reise in die Niederlande hängen von vielen Faktoren ab

Welche Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus bei der Hin- und Rückreise in die Niederlande oder angrenzenden Ländern jetzt nötig werden, hängt dabei von mehreren Faktoren ab:

  • dem Wohnland
  • dem Zielland
  • der Dauer des Aufenthalts
  • dem Grund des Besuchs

Reise von NRW in die Niederlande: Corona-Inzidenz in Holland massiv gestiegen

Genau diese Daten fragt das Online-Tool ab und wirft dann die entsprechenden Informationen dazu aus. Bei unnötigen Ausflügen in die Niederlande gilt derzeit jedoch generell: „Von dieser Reise wird abgeraten“. Denn die Corona-Inzidenz im Nachbarland ist zuletzt förmlich explodiert und liegt aktuell bei 408,8 (Stand: 21. Juli). Wer zum Arzt, zur Arbeit oder zu Verwandten muss, darf das aber natürlich.

Ein Beispiel, wie das Corona-Tool zu nutzen ist: Angenommen, ihr wollt aus NRW zum Einkaufen im Gartencenter in die Niederlande reisen. Weil ihr dafür kürzer als 12 Stunden im Land bleibt, ist bei der Einreise kein negativer Corona-Test erforderlich. Auch bei der Rückreise nach Deutschland müsst ihr laut dem Online-Tool nicht in Quarantäne.

Corona-Regeln in den Niederlanden: Für diese Menschen aus NRW gelten Sonderregeln

Wer jedoch plant, sich länger als 24 Stunden in Holland aufzuhalten, der muss mit einigen Corona-Maßnahmen rechnen. Denn bei der Rückreise ist eine Einreiseanmeldung nötig. Außerdem gilt eine Quarantäne von 10 Tagen, außer es kann ein negativer Test, ein Impf- oder Genesenennachweis vorgelegt werden. Diese Daten müssen zudem innerhalb von 48 Stunden bei den Behörden vorgelegt werden.

Dabei gibt es jedoch Ausnahmen, steht in dem Portal: „Ausgenommen hiervon sind Grenzgänger und Studenten, Transportpersonal und Aufenthalte bis zu 72 Stunden aus zwingenden familiären Gründen.“ Für Pendler oder Grenzgänger kann sich zudem ein Covid-Zertifikat lohnen, das EU-weit eine Impfung nachweist.

Corona-Inzidenz steigt auch in NRW erneut deutlich an

Dass die stark gestiegenen Corona-Infektionen im Nachbarland im Zweifel auch Auswirkungen auf NRW haben, war zu erwarten. Dafür sorgen nicht nur Superspreader-Events wie in Enschede. Die Inzidenzwerte der Kommunen an der Grenze steigen auch wegen laxer Regeln in NRW wieder an:

Stadt/KreisInzidenzwert
Aachen19,4
Kleve19,5
Borken15,6

In ganz NRW liegt der Inzidenzwert aktuell bei 13,8. Er steigt jedoch seit fast zwei Wochen kontinuierlich an. Und wie schnell sich auch hierzulande wegen der Delta-Variante wieder ein exponentielles Wachstum einstellen kann, sehen wir gerade in den Niederlanden.

Rubriklistenbild: © Sem van der Wal/AFP