Wieder ein neuer Besitzer

Nach Folter und Mord: Horror-Haus in Höxter wird wieder verkauft 

Im beschaulichen Örtchen Bosseborn steht das Horror-Haus: Darin wurden zwischen 2014 und 2016 mehrere Frauen gefoltert, misshandelt und teilweise ermordet. 
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Im beschaulichen Örtchen Bosseborn steht das Horror-Haus: Darin wurden zwischen 2014 und 2016 mehrere Frauen gefoltert, misshandelt und teilweise ermordet. 

Diese Geschichte ist bis heute schwer zu verdauen: Ein Ehepaar folterte jahrelang in seinem beschaulichen Haus junge Frauen. Jetzt gibt es Neuigkeiten.

Höxter (NRW) – Ein beschaulicher Hof in einem 500-Seelen-Dorf in Ostwestfalen: Kaum zu glauben, dass hier nahe der Kleinstadt Höxter (NRW) zwischen 2014 und 2016 mehrere Frauen von einem Ehepaar gefoltert und misshandelt wurden – zwei der Opfer sind an den Verletzungen gestorben. Das Haus hat inzwischen den Besitzer gewechselt – und soll wieder verkauft werden. Was jetzt mit dem Horror-Haus geschieht. 

Kleinstadt

Höxter

Höhe

96 m

Fläche

157,9 km²

Bevölkerung

28.935 (2019)

Bürgermeister

Alexander Fischer

Ehepaar aus Höxter (NRW) foltert und ermordet Frauen: Horror-Haus sorgt bundesweit für Aufsehen

Der Fall sorgt auch drei Jahre nach der Verurteilung von Angelika B. (47) und Wilfried W. (46) zu 13 Jahren Haft noch immer in ganz Deutschland für Aufsehen – und zieht jedes Jahr zahlreiche Schaulustige und "Sensationstouristen" in das kleine Dörfchen Bosseborn bei Höxter in Ostwestfalen. Nachbarn und Einwohner des ostwestfälischen Dörfchens sind nur noch genervt (mehr Nachrichten aus NRW auf RUHR24.de).

Wie ein Sprecher des Justizministeriums in Düsseldorf gegenüber bild.de bestätigt hat, will die Kommune das Grundstück deshalb nun selbst kaufen und es dann abreißen lassen – um dem Schauer ein für alle Mal ein Ende zu setzen. 

Video: Horrorhaus in idyllischer Kleinstadt

Horror-Haus in Höxter (NRW): Ehepaar verhaftet – Neuer Besitzer baut Cannabis an

Denn was bisher in dem unscheinbar aussehenden Haus geschehen ist, ist wirklich unglaublich: Angelika B. und Wilfried W. hatten den kleinen Hof in Höxter-Bosseborn seit 2010 gemietet. Dort quälte das geschiedene Ehepaar zwei Frauen zu Tode, weitere Frauen wurden ebenfalls gefoltert und misshandelt. Beide wurden zu 13 Jahren Haft verurteilt, Wilfried W. wurde zunächst in die Psychiatrie eingewiesen. 

Im Mordprozess um den Fall Höxter wurde die Angeklagte Angelika W. als hochintelligent und schuldfähig eingestuft. Sie sitzt derzeit 13 Jahre Haft im Gefängnis ab. 

Anschließend wurde das Haus von einem Briten aus dem Nachbardorf gekauft – für 5000 Euro. Der Brite wollte das zunehmend verfallene Haus renovieren. Bei einer Razzia im Sommer 2017 wurden dann jedoch im Haus über 1000 Cannabis-Pflanzen gefunden. Nach dem Prozess um illegalen Drogenanbau wurde das Grundstück von der Justiz des Landes NRW eingezogen.

Kommune will Horror-Haus in Höxter (NRW) kaufen – und dann abreißen lassen

Nach Absprache mit der zuständigen Generalstaatsanwaltschaft in Hamm und dem NRW-Finanzministerium kann das Grundstück jetzt laut Justizministerium unter Einhalten der Haushaltsregeln zeitnah an die Stadt Höxter verkauft werden, die das Horror-Haus dann endgültig abreißen will. Vielleicht kehrt ja dann endlich wieder Ruhe ein in Höxter.

Und auch in Dortmund gibt es ein Horrror-Haus, das in der Nordstadt steht. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein Folter-Haus, sondern um ein leerstehendes Hochhaus, das ebenfalls abgerissen werden soll, um den Stadtteil schöner zu machen. 

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