Neubauten im Fokus

Nach Flut-Katastrophe in NRW: Anwohner wegen Supermarkt-Plänen sauer

Bürger in mehreren Revierstädten in NRW gehen wegen geplanter Supermärkte auf die Barrikaden. Das hat auch mit der Flutkatastrophe zu tun.

Dortmund – In NRW regen sich in einigen Städten nach der Flutkatastrophe die Proteste gegen geplante Supermarkt-Projekte. Dabei geht es nicht direkt um die Filiale an sich, sondern um die Fläche, die dabei versiegelt werden muss.

Bundesland NRW
EreignisFlutkatastrophe
ProtestGegen Bodenversiegelung

NRW: Supermarkt-Projekte als Zielscheibe – versiegelte Flächen sorgen für Wasserprobleme

Diese Fläche, so heißt es, könne kein Wasser aufnehmen. Und das sei gerade unter dem Gesichtspunkt der vergangenen Flutkatastrophe fatal. Denn, da sind sich Wetter-Experten einig, Extremwetterereignisse können in Zukunft häufiger auftreten.

In zwei Städten im Ruhrgebiet hat sich kürzlich Protest gegen die Versiegelung weiterer Flächen für Supermärkte geregt. Wie der Hellweger Anzeiger (Bezahlinhalt) berichtet, gibt es zwei Bürgeranträge, die sich gegen einen Neubau von zwei Supermärkten aussprechen.

Der Grund: Mit einer Versiegelung von Flächen für Supermärkte, steige die Gefahr von Überschwemmungen. Teile der Stadt Unna sind von den Starkregenereignissen im Juli getroffen worden (alle News aus NRW bei RUHR24).

NRW: Bürger protestieren gegen Supermarkt-Projekte – Furcht vor Wassermassen

Die Sorge der Bürger: Auch die privaten Grundstücke im Umkreis der Neubauten könnten bei zukünftigen Extremwetterereignissen mit Wassermassen in Mitleidenschaft gezogen werden. Der durch die Siedlung fließende Bach könne womöglich die Wassermassen nicht mehr aufnehmen.

In Hattingen im Ruhrgebiet soll ein Rewe gebaut werden – dagegen gibt es Einwände.

Auch in Hattingen im südlichen Ruhrgebiet gibt es Proteste gegen einen neuen Supermarkt der Kette Rewe. Es gibt einen offenen Brief an den Bürgermeister Dirk Glaser, berichtet die WAZ.

Der Inhalt: Versiegelung sorge dafür, dass Wasser nicht ablaufen kann. Man solle die Versiegelung von Natur- und Grünflächen stoppen. Auch eine Bürgerinitiative spricht sich in der Revierstadt gegen den Supermarkt aus.

NRW: Starkregen und Unwetter sorgt auf versiegelten Flächen für arge Probleme

In NRW gibt es nach Informationen des Flächenportals vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz einen täglichen Zuwachs von Verkehrs- und Siedlungsfläche von circa 10 Hektar pro Tag.

Ziel für 2020 war es laut NRW-Landesregierung eigentlich, diesen Zuwachs auf 5 Hektar pro Tag zu reduzieren. Der Anteil der Versiegelungen an der Verkehrs- und Siedlungsfläche liegt ungefähr bei 43 bis 50 Prozent. Das Problem: Eine Versiegelung von Flächen geht immer zu Lasten des Hochwasserschutzes.

Auch vor der Flutkatastrophe im Sommer 2021 hat es Gegenstimmen gegen die zunehmende Versiegelung gegeben. Die Proteste könnten, wie die beiden Städte im Ruhrgebiet zeigen, jetzt weiter zunehmen.

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer/dpa, Frank Rumpenhorst/dpa ; Collage: RUHR24

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