Herne vs. Schottergärten

Herne lockt Schottergarten-Verweigerer mit vierstelliger Prämie

Die Stadt Herne will Schottergärten den Kampf ansagen. Ein Wettbewerb soll auch den letzten Verweigerer überzeugen.

Herne – Gärten werden in NRW gehegt und gepflegt. Vor einigen Jahren kam jedoch der „Trend“ auf, Vorgärten in Schotter- und Steinwüsten zu verwandeln – sehr zum Nachteil für Flora und Fauna. Auch vielen Städten sind Schottergärten ein Dorn im Auge. Die Stadt Herne hat deshalb nun einen Wettbewerb ausgerufen.

BundeslandNRW
StadtHerne
WettbewerbSchotter weg, Grün rein!

Schottergärten sind nicht pflegeleicht – Herne lädt zum Wettbewerb ein

Pflanzen im Garten aufziehen, gießen und im Sommer das weite Grün genießen – so sieht das Idealbild eines Gartens aus. Doch die Realität sieht oftmals ganz anders aus. Graue Schottergärten umzingeln gerade fertiggestellte Neubauten, an älteren Gebäuden musste das satte Grün weichen, weil Steine scheinbar pflegeleichter sind, als Rhododendron, Magnolie und Co.

Die Stadt Herne ist da anderer Meinung: Schottergärten seien alles andere als pflegeleicht. Durch Wind und Regen sammeln sich
Laub und trockene Blätter, Blütenpollen und Pflanzensamen in den Zwischenräumen der Geröllwüste und beginnen zu keimen. Vor allem robuste „Unkräuter“ wachsen aus dem Schotter und lasse einen Steingarten zunehmend ungepflegt erscheinen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Zudem seien Schottergärten nicht förderlich für die Artenvielfalt und das äußere Erscheinungsbild einer Stadt. Deswegen will die Stadt Herne versuchen, die Steingärten aus dem Stadtgebiet zu vertreiben – und zwar mit einer Belohnung. Auch das Land NRW will Schottergärten verbieten lassen.

Schotter versiegelt wertvolle Natur – Herne will Schottergärten aus der Stadt verbannen

Wer kann mitmachen? Grundsätzlich jeder, die einen versiegelten Garten oder einen zum Großteil mit Schotter bedeckten Außenbereich im Stadtbereich Herne haben. Mindestgröße: zehn Quadratmeter. Natürlich muss auch die Bereitschaft da sein, seinen Vorgarten in eine grüne Oase zu verwandeln.

Nach einer schriftlichen und verbindlichen Anmeldung bis Ende 2022 könne dann auch gebaggert, gegraben und umgestaltet werden. Bis zum 30. Juni 2023 können Anwohner ihren Vorgarten von den Steinen befreien. Am besten sollte man ein Foto machen, bevor die ersten Bagger anrollen, denn das wird bei der Auswertung einer unabhängigen Jury wichtig. Ein Vorher-Nachher-Foto soll den Umbau belegen. Die Jury entscheidet dann, welcher Vorgarten die beste Umgestaltung hinter sich hat.

Neue Schottergärten zu bauen ist in NRW eigentlich schon seit 2018 verboten.

Preisgelder für Gartenumgestaltung in Herne – bis zu 3500 Euro sind im Pott

Die Preisgelder werden vom Verein „Wohnen in Herne“ bereitgestellt. Diese Preise gibt es zu „ergärtnern“:

  • 1. Preis: 2000 Euro
  • 2. Preis: 1000 Euro
  • 3. Preis: 500 Euro
  • Weitere Plätze erhalten kleinere Sachpreise

Wer noch keinen Plan hat, wie sein Vorgarten umgestaltet werden kann, könne sich auf der Webseite der Stadt Herne ein paar Ideen einholen. Anmeldung und das erste Foto gehen per Mail an: jana.ermlich@herne.de.

Rubriklistenbild: © Hannes P. Albert/dpa/Archivbild

Mehr zum Thema