„Neue Höfe“

NRW-Stadt macht aus altem Karstadt-Gebäude einen Besucher-Magneten

Aus Karstadt sind in Herne die „Neuen Höfe“ geworden. Die NRW-Stadt ist damit Vorbild für andere geworden. Wie hat sie das gemacht?

Herne – Die Schließung einer Karstadt-Filiale muss für Städte in NRW kein Grund zum Verzweifeln sein. Das beweist die Stadt Herne, die es geschafft hat, aus einem altmodischen Karstadt-Tanker eine moderne „Mixed-Use-Immobilie“ zu machen. Die Innenstadt der Arbeitergroßstadt soll davon nun profitieren.

StadtHerne
OberbürgermeisterFrank Dudda (SPD)
Einwohner156.587 (Stand Juni 2021)

Herne: Stadt im Herzen von NRW schafft Karstadt-Verwandlung mit „Neuen Höfen“

Drei Jahre hat der Bauprojektentwickler „Landmarken AG“ aus Aachen gebraucht, um das alte Karstadt-Haus im Herzen Hernes zu neuem Leben zu erwecken. Dazu wurden untere anderem im Erdgeschoss mehrere Ladenlokale geschaffen. Inzwischen sind sie allesamt vermietet.

Zum großen Robert-Brauner-Platz ausgerichtet verkauft ein Wirtshaus der Spaten-Brauerei aus München Bier und andere Getränke und Speisen. Zudem haben die Einzelhändler Tedi mit Sitz in Dortmund und NKD (Gründung in Essen) eröffnet. Außerdem gibt es im alten Karstadt-Haus nun eine Filiale des Bochumer Food-Startups „Nährstoffreich“.

„Neue Höfe“ in Herne: Viele Mieter der alten Karstadt-Filiale kommen aus NRW

Mit der Eröffnung der neuen Ladenlokale soll nicht nur die Innenstadt von Herne wiederbelebt werden. Es wurden auch neue Arbeitsplätze geschaffen. Dafür sorgte auch der Mieter im ersten und zweiten Obergeschoss – Callcenter-Betreiber Amevida. Das Unternehmen aus Gelsenkirchen hat auf 3700 Quadratmetern Büroflächen gemietet.

Zu den ersten Mietern von Flächen der „Neuen Höfe“ in Herne gehörte die „Fläktgroup“ aus Herne, die Produkte im Bereich Raumluft (Lüftungsgeräte, Luftreiniger, etc.) verkauft. Zudem gibt es im Untergeschoss das Fitnessstudio „Gold´s Gym“. Macht in Summe 500 neue Arbeitsplätze für Herne allein in den „Neuen Höfen“.

Herne als Vorbild für andere Karstadt-Standorte in NRW

Die „Neuen Höfe“ in Herne haben die Spaten-Brauerei aus München (unten) als Mieter.

Die Hoffnung der Stadt Herne ist nun, dass diese Mitarbeiter durch Einkäufe und private Treffen die Innenstadt von Herne zusätzlich befruchten – neben der Kaufkraft, die sie in die Stadt locken. Für andere Städte im Ruhrgebiet, die mit alten Karstadt- oder Galeria-Kaufhof-Standorten zu kämpfen haben, könnte sich Herne als gutes Vorbild herausstellen – so das Konzept der „Neuen Höfe“ auch dauerhaft tatsächlich aufgeht.

Rubriklistenbild: © Andreas Horsky/Landmarken AG, Frank Dieper/Stadt Herne; Collage: RUHR24

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