Städteranking

NRW: Ausgerechnet diese Stadt im Ruhrgebiet soll „Boomstadt“ sein

Eine Stadt im Ruhrgebiet entwickelt sich aktuell zu einer „Boomstadt“. Das liegt vor allem an der Demografie und der Wohnqualität.

Dortmund – Berlin, Hamburg, München? Nein: Herne! Die Stadt im Ruhrgebiet (NRW*) hat im Städteranking der Wirtschaftswoche (WiWo) erstaunlich gut abgeschnitten. Die Zeitschrift prognostiziert Herne eine rosige Zukunft als „Boomstadt“. RUHR24* kennt die Hintergründe.

StadtHerne
BundeslandNordrhein-Westfalen
RegierungsbezirkArnsberg
OberbürgermeisterFrank Dudda (SPD)

NRW: Herne im Ruhrgebiet mit Top-Resultat im WiWo-Städteranking

Herne gilt mit knapp über 150.000 Einwohnern zwar offiziell als Großstadt. Im bevölkerungsreichen Ruhrgebiet macht die Stadt neben Dortmund, Essen, Bochum und Co. aber eher einen unscheinbaren Eindruck. Das könnte sich zunehmend ändern. Die WiWo honoriert die aktuelle Entwicklung der einstigen Bergbau-Hochburg (mehr News aus dem Ruhrgebiet* bei RUHR24).

So zeige etwa die Einwohnerentwicklung, dass es zunehmend junge Menschen nach Herne zieht. 2020 habe der Zuwachs in der Altersgruppe der 18 bis 25-Jährigen bei knapp 15 Mitbürgern je 100.000 Einwohner gelegen. „Hernes Boom ist also ein Boom der Jungen“, schlussfolgert die WiWo.

Ruhrgebiet (NRW): Azubis und günstige Mieten machen Herne zur „Boomstadt“

Beliebt sei Herne vor allem unter Auszubildenden. Das liege nicht zuletzt am vollzogenen Strukturwandel. Nach dem Ende des Abbaus von Kohle und Stahl hätten sich viele mittelständische Unternehmen auf den freigewordenen Gewerbeflächen angesiedelt. Das hätte Azubis angelockt. In Herne sei zudem die Zahl der dort arbeitenden Frauen ungewöhnlich stark gestiegen.

Besonders eine Entwicklung der Stadt Herne im Ruhrgebiet* hebt die WiWo allerdings hervor: die des Immobilienmarktes. Der Mietpreis pro Quadratmeter liegt in Herne demnach nur bei 6,60 Euro. Zum Vergleich: In München, der im Städteranking teuersten Stadt, sind 17,60 Euro pro Quadratmeter fällig.

Zudem sei die Wohnqualität sehr hoch, da die Stadt „nahezu dörfliche Strukturen“ aufweise und es keine sozialen Brennpunkte gebe. Das führe dazu, dass in Herne zunehmend auch Menschen wohnen, die in benachbarten Städten wie Bochum oder Essen arbeiten.

Herne (NRW): Trotz starker Entwicklung gibt es in der Ruhrgebietsstadt noch Probleme

Doch einige Hindernisse auf dem Weg zur „Boomstadt“ gibt es für Herne dennoch. Mit Blick auf die Arbeitslosenquote schnitt die flächenmäßig zweitkleinste Großstadt Deutschlands nicht gut ab. Mehr als jeder Zehnte unter 25-Jährige sei arbeitslos, was vor allem auf den großen Anteil der Schulabbrecher zurückzuführen sei. Jeder zwölfte Herner Schüler verlasse die Schule ohne Abschluss.

Das Rathaus einer „Boomstadt“? Die Entwicklung in Herne scheint zu stimmen.

Das Fazit der WiWo: „Jetzt müssen nur noch die Bildungsfernen mitgenommen werden und Schulabbrecher zu neuen Azubis gemacht werden. Das wäre dann eine noch größere Erfolgsgeschichte.“ *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/DPA

Mehr zum Thema