Start der Herbstferien

Corona-Risikogebiete: Wo Urlaub für Reisende aus NRW in Deutschland noch möglich ist

In NRW sind die Herbstferien gestartet. Doch viele Urlauber aus Risikogebieten wissen nicht, wo sie in Deutschland noch hinreisen dürfen.

NRW - Als die Ferien in Nordrhein-Westfalen näher rückten, äugten viele, die ihren Herbsturlaub im Ausland geplant hatten, sorgenvoll auf die Liste der Risikogebiete des Robert Koch-Instituts (RKI). Frankreich, Holland, Teile Österreichs - alles Risikogebiete.

Doch nicht nur das, auch die Corona-Risikogebiete in Deutschland wurden von Tag zu Tag mehr. Kaum jemand rechnete da aber noch damit, dass sich nur wenige Wochen später eine ganz andere Frage stellen würde. Nämlich die, wo Menschen, die in NRW wohnen, überhaupt noch aufgenommen werden.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Corona: Fallzahlen insgesamt76.796 (9. Okt.)
7-Tage-Inzidenz28,6

Corona in NRW: Urlaub nicht überall und für jeden möglich

Tatsächlich riefen die aktuell rasant steigenden Infektionszahlen selbst innerhalb Deutschlands einige Verbote für jene auf den Plan, die ihren ständigen Wohnsitz innerhalb eines Risikogebiets haben. In NRW, dem Bundesland wo die Herbstferien vor der Tür stehen, sind das inzwischen nicht wenige.

Hamm, Wuppertal, Hagen, Remscheid, Unna, Herne - wer in Städten, die die Inzidenzmarke von 50 Neuinfektionen je 100 Einwohner überschritten haben (Stand 9. Oktober) wohnt, ist nicht mehr in jeder Urlaubsregion ohne weiteres willkommen. Selbst Köln und Essen stehen kurz davor, diese wichtige Marke zu überschreiten - Millionen Einwohner aus NRW sind betroffen. Auch deshalb haben viele Bundesländer bereits jetzt ein Beherbergungsverbot für Personen, die aus Risikogebieten stammen, ausgerufen (mehr Nachrichten aus NRW auf RUHR24.de).

Für viele Bürger aus NRW: Beherbergungsverbot wegen steigender Corona-Infektionszahlen

Das Beherbergungsverbot gilt in der Mehrheit der Bundesländer: Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Saarland, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen sind dabei.

Mecklenburg-Vorpommern mit seinen langen Ostsee-Stränden hat zudem weitere strenge Regeln festgelegt, und zusätzlich zum Beherbergungsverbot eine Quarantänepflicht für Besucher aus Risikogebieten beschlossen. Die Quarantäne kann durch das zuständige Gesundheitsamt verkürzt werden, wenn ein Corona-Test nach 5 bis 7 Tagen ebenfalls negativ ausfällt.

Ein Urlaub an Ost- oder Nordsee ist für Einwohner von Risikogebieten kaum noch möglich.

Auch in den anderen Bundesländern mit Beherbergungsverbot bietet sich ein Schlupfloch, wie man als Einwohner eines Risikogebiets doch noch in den ersehnten Urlaub fahren kann: Wer ein negatives Ergebnis eines Corona-Tests vorweisen kann, das maximal 48 Stunden alt ist, darf seinen Urlaub wie geplant genießen.

Allerdings: In vielen Städten reichen die Testkapazitäten nicht, um alle, die sich nun „Freitesten“ lassen wollen auch zu testen. Testungen von Lehrern oder Erziehern haben beispielsweise Vorrang, berichtet die ARD.

Urlaub nach negativen Test in manchen Bundesländern möglich

Manche Bundesländer haben sich dem Beherbergungsverbot für Urlauber aus Risikogebieten bislang nicht angeschlossen. Dazu gehören Thüringen und Bremen.

Bodo Ramelow, Regierungschef in Thüringen, sagte gegenüber der ARD, dass es ihm unverständlich sei, warum alle Menschen aus einer Region nicht beherbergt werden sollten, wenn doch die regionalen Gesundheitsämter dafür zuständig seien, Menschen mit Corona-Verdacht in Quarantäne zu schicken. Infizierte oder jene, die in Verdacht stehen sich infiziert zu haben, dürften aufgrund dieser Regelung sowieso nicht aus den Hotspots ausreisen.

Auch NRW wehrt sich bislang gegen eine Automatismus, der ein generelles Beherbergungsverbot für alle Einwohner eines Hotspots vorsieht. Dass das Verbot noch Anwendung finden könnte, wird aber auch in NRW nicht ausgeschlossen.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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