Nicht praktikabel

Hendrik Streeck: Corona-Schutz kann bei Dauer-Impfung abnehmen

Hendrik Streeck sitzt im NRW-Landtag
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NRW-Virologe Hendrik Streeck.

Impfen und boostern – das ist aktuell das Kredo im Kampf gegen das Coronavirus. Doch laut Hendrik Streeck sollte nicht zu viel geboostert werden.

Bonn – Impfungen gegen das Coronavirus gelten aktuell als die wichtigste Waffe gegen die seit 2020 anhaltende Pandemie. So wird auch immer wieder über eine Impfpflicht in Deutschland diskutiert. Der NRW-Virologe Hendrik Streeck sieht das allerdings kritisch.

VirologeHendrik Streeck
Geboren7. August 1977
AusbildungCharité – Universitätsmedizin Berlin

Hendrik Streeck sieht Corona-Impfpflicht sehr kritisch

Hendrik Streeck ist nicht nur Virologe, sondern neuerdings auch Mitglied des neuen Corona-Expertenrats der Bundesregierung. Neben Christian Drosten und 17 weiteren Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen steht er der Regierung beratend zur Seite. Ein Thema, welches in der Politik immer wieder diskutiert wird: die Impfpflicht.

Denn die aktuelle Impfquote ist bundesweit zu niedrig, um eine Grundimmunisierung zu erreichen. Streeck steht einer Impfpflicht allerdings „sehr skeptisch“ gegenüber, wie er in der Video-Talkrunde „19 – die Chefvisite“ erklärt. Wenn überhaupt sei eine temporäre Impfpflicht denkbar, „angepasst an die Gefährlichkeit des Virus“ (mehr News zum Coronavirus in NRW bei RUHR24).

Virologe Streeck zu mehrfachen Boostern: Dauer-Impfung nicht praktikabel

Zwar könne er den Charme einer Impfpflicht verstehen, „denn je mehr Menschen sich impfen lassen, desto besser kommen wir durch die Pandemie“. Doch bei einem Impfstoff, bei dem die Schutzdauer und die Schutzwirkung auch im Hinblick auf zukünftige Varianten noch gar nicht vorhergesehen werden könne, sieht der Virologe eine Impfpflicht skeptisch.

Weiteres Problem: Der Schutz könnte nach mehreren Impfungen abnehmen, die „Immunantwort verengt sich“. Mit Blick nach Israel, wo bereits die vierten Impfungen in Planung sind, erklärt Streeck: „Wenn wir über eine hypothetische vierte, fünfte und sechste Impfung reden, muss man sich fragen, ob wir dafür den richtigen Impfstoff haben. Ein Impfstoff, der so häufig verimpft werden muss, ist eigentlich nicht praktikabel langfristig“.

Video: Das sind die Corona-Experten der Bundesregierung

Hendrik Streeck betont, dass schon zwei Impfungen auch gegen die Corona-Variante Omikron helfen würde. Es ist ein Schutz von rund 70 Prozent vor einem schweren Verlauf gegeben. Eine dritte Impfung allerdings, also ein Booster, gibt laut Streeck nochmals eine stärkere und breitere Immunantwort.

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