Traurige Erkenntnis

Amoklauf in Hamm: 30-Jährige aus Essen nach Attacke tot

An einer Hochschule in NRW hat ein Mann mehrere Personen mit einem Messer angegriffen und verletzt. Durch das Eingreifen einiger Studierenden konnte er gestoppt werden.

Update, Mittwoch (15. Juni), 10 Uhr: Nach neuesten Ermittlungen habe der Tatverdächtige vor dem Messerangriff an der Hochschule in Hamm versucht, in einem Waffengeschäft ein Messer zu kaufen. Laut der DPA habe der Verkäufer Zweifel gehabt und den Kauf abgelehnt. Daraufhin habe der 34-Jährige in der Hammer Innenstadt zwei Küchenmesser erworben.

Die Ermittler gehen nach gegenwärtigen Erkenntnissen davon aus, dass der mutmaßliche Täter zur Tatzeit schulunfähig oder vermindert schuldfähig war. Am Mittwochabend (15. Juni) soll in Hamm ein ökumenischer Trauergottesdienst in der Pauluskirche stattfinden.

Update, Sonntag (12. Juni), 16.14 Uhr: Hamm – Die Hochschule Hamm-Lippstadt hat sich nach dem Tod der 30 Jahre alten Lehrbeauftragten geäußert: „Bereits die Tat an sich hat uns entsetzt. Dass sie nun eine so geschätzte Kollegin der HSHL aus unserer Mitte reißt, ist unbegreiflich“, teilte die Hochschule am Sonntag auf ihrer Homepage mit. Für Montag wurden am Campus Hamm alle Veranstaltungen und Prüfungen abgesagt. Man sei in Gedanken bei den Angehörigen sowie den direkten Kolleginnen und Kollegen sowie Studierenden.

HochschuleHSHL (Hochschule Hamm-Lippstadt)
Anzahl der Studierenden5600 (Stand 2021)
Gründung1. Mai 2009
FachbereicheInformatik, Biomedizinische Technologie, Intelligent Systems Design

Amoklauf in Hamm: 30-Jährige aus Essen an Verletzungen gestorben

Update, Sonntag (12. Juni), 10.15 Uhr: Jetzt ist es traurige Gewissheit: Nach dem Messerangriff eines 34-jährigen Mannes in Hamm am Freitag (10. Juni) ist eines der Opfer am Samstag (11. Juni) verstorben. Die 30-jährige Frau aus Essen sei am späten Nachmittag ihren Verletzungen erlegen, berichten Polizei und Staatsanwaltschaft in einer Mitteilung.

Bereits in der am Samstagnachmittag (11. Juni) stattfindenden Pressekonferenz wurde bekannt gegeben, dass die sehr schwer verletzte Lehrbeauftragte im Sterben liege. Die Ermittlungen dauern weiterhin an.

Update, Samstag (11. Juni), 15.45 Uhr: Staatsanwaltschaft und Polizei aus NRW haben eine Pressekonferenz mit den aktuellen Erkenntnissen zu dem Messerangriff an der Hochschule Hamm gegeben. Demnach ist der Täter psychisch vorerkrankt, einen Hinweis auf die Tat habe es vorher nicht gegeben. Die Polizei aus Dortmund und Hamm geht davon aus, dass es eine spontane Handlung war.

Das belegen auch Zeugenaussagen, sodass die Polizei auch davon ausgeht, dass es keine Beziehung zwischen Tätern und Opfern gab. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes in vier Fällen. Drei Opfer sind teils schwer verletzt, schweben aber nicht mehr in akuter Lebensgefahr. Die sehr schwer verletzte Lehrbeauftragte der Hochschule Hamm liegt wohl im Sterben.

Der Täter war Langzeit-Student in Hamm und hat Psychologie studiert. Er war den Menschen auf dem Campus vom Sehen bekannt und hat eine Wohnung am Campus. Er war wohl schon länger in psychotherapeutischer Behandlung und hatte erst weniger Tage vor der Tat einen Suizidversuch begangen. Bei der Polizei Hamm hatte er schon mal gemeldet, sich verfolgt zu fühlen. Der Staatsanwaltschaft war er nicht bekannt. Am Tattag soll er sich selbst aus einer psychiatrischen Klinik entlassen und spontan zwei Küchenmesser gekauft haben.

Amok-Tat in Hamm: Täter hat Wahnvorstellungen und Verfolgungsängste

Während der Tat wurde er von Mitstudierenden überwältigt, auch Polizei und Feuerwehr waren schnell vor Ort. Ein Sondereinsatzkommando war an der Hochschule, um sicher zu stellen, dass kein anderer Täter zu Gegen war. Die Spurensicherung hat ihre Arbeit begonnen und auch PC sowie Handy vom Täter werden ausgewertet. Für Opfer und Zeugen sind Betreuungsstellen eingerichtet. Heute war ebenfalls die Polizei vor Ort, um persönliche Dinge von den Studierenden aus den Gebäuden zu holen.

Ein psychologischer Sachverständiger hat den Täter bereits befragt und ihn vorerst in eine Psychiatrie eingewiesen. Er soll an Wahnvorstellungen und Verfolgungsängsten leiden. Die Tat habe er begangen, weil er sich von einer Gruppe aus der Hochschule gefährdet gefühlt habe. Die Tat hat er gegenüber der Polizei eingeräumt. Ob er komplett schuldfähig war und ist, stellt sich noch heraus.

Update, Samstag (11. Juni), 13.13 Uhr: Die HSHL hat nach dem Vorfall am Freitag eine erste Konsequenz gezogen. Am Montag (13. Juni) sollen keinerlei Veranstaltungen oder Prüfungen an der Hochschule stattfinden. „Nach den schrecklichen Ereignissen können und wollen wir am Montag nicht einfach mit dem Regulärbetrieb weitermachen, sondern einen Moment innehalten“, heißt es auf der Homepage.

NRW: Hochschule zieht nach Messerangriff erste Konsequenz

Der Campus sei dennoch geöffnet und solle den Studierenden ein Ort zum Austausch und Innehalten bieten. Auch die Notfallseelsorge sowie Lehrende stünden weiterhin für Gespräche zur Verfügung. NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) hat sich ebenfalls zu dem Messerangriff geäußert und ihre Anteilnahme bekundet.

„Meine Gedanken sind bei den Verletzten und ihren Familien und Freunden“, so die Politikerin. Sie bedankte sich außerdem bei den Studierenden, die den mutmaßlichen Täter überwältigt haben sollen und erinnerte daran, dass Hochschulen Orte der Freiheit, des wissenschaftlichen und persönlichen Austauschs sowie der Offenheit seien.

Update, Samstag (11. Juni), 9.32 Uhr: Noch gibt es kaum neue Erkenntnisse zu der Messer-Attacke am Freitag (10. Juni) an der Hochschule in Hamm-Lippstadt. Polizei und Staatsanwaltschaft wollen am Samstag bei einer Pressekonferenz über den aktuellen Stand der Ermittlungen informieren. Die Ermittler teilen jedoch mit, dass eine der verletzten Personen derzeit in „akuter Lebensgefahr“ schwebt. Es gebe jedoch keine belastbaren Hinweise zu einer möglichen Täter-Opfer-Beziehungen.

Update, Freitag (10. Juni), 22.17 Uhr: Die Polizei hat weitere Details zu dem Vorfall an der Hochschule in NRW bekannt gegeben. So sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Dortmund gegenüber der DPA, dass es Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Täters gebe. Er solle deshalb am Samstag (11. Juni) von einem Psychiater untersucht werden.

NRW: Amok-Verdacht nach Messer-Angriff an Hochschule in Hamm-Lippstadt

Der 34-Jährige habe außerdem in einem Studentenwohnheim gewohnt – die Wohnung sei in der Zwischenzeit durchsucht worden. Ein politischer Hintergrund oder ein Mittäter können daher zum aktuellen Zeitpunkt ausgeschlossen werden.

Eine der bei dem Angriff schwer verletzten Frauen schwebt nach Angaben der Ermittler derzeit in Lebensgefahr. Über den Gesundheitszustand der anderen Opfer ist nichts bekannt.

Update, Freitag (10. Juni), 19.14 Uhr: Inzwischen hat die Polizei Dortmund die Einsatz- und Ermittlungsführung zu dem Messer-Angriff an der Hochschule Hamm-Lippstadt übernommen. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall. Wie wa.de berichtet, sind jedoch noch immer viele Einsatzkräfte vor Ort und durchkämmen die Hochschule.

NRW: Messer-Angriff an Hochschule in Hamm-Lippstadt – Polizei geht von Amok-Tat aus

Es bestehe der Verdacht, dass es sich um eine Amok-Tat handeln könnte, so Polizeipräsident Thomas Kubera. In solchen Fällen sei es normal, zu überprüfen, ob es weitere Tatverdächtige gibt.

Weiterhin will wa.de erfahren haben, dass es sich bei dem Angreifer um einen 34-jährigen Studenten handelt. Bislang konnte das jedoch noch nicht offiziell bestätigt werden – ebenso, ob der Mann aus Hamm kommt oder nicht. Er soll außerdem nach Informationen der Polizei in das Gebäude geeilt und von unten nach oben gerannt sein. Dabei habe er wahllos um sich gestochen.

Auf dem Gelände der Hochschule Hamm-Lippstadt hat es eine Messer-Attacke gegeben. Es gibt mehrere Verletzte.

Erstmeldung, Freitag (10. Juni), 17.31 Uhr: In Hamm (NRW) hat sich am Freitagnachmittag (10. Juni) ein heftiger Vorfall ereignet. Gegen 15.30 Uhr soll es im Bereich der Hochschule Hamm-Lippstadt eine Messerstecherei gegeben haben. Ersten Informationen zufolge soll ein Einzeltäter mehrere Personen mit einem Messer verletzt haben.

Messer-Attacke an NRW-Hochschule: Vier Personen verletzt – zwei davon schwer

Vier Personen wurden nach Informationen von wa.de verletzt, zwei von ihnen schwer. Nach ersten Angaben handelt es sich dabei um drei Frauen und einen Mann. Der Täter konnte bereits gestellt werden, wie die Polizei auf Twitter mitteilt. Das zuvor genannte Alter von 34 Jahren bestätigte sich jedoch nicht.

Laut wa.de sei der Angreifer von Studierenden festgehalten und damit gestoppt worden. Ob der mutmaßliche Täter ebenfalls aus dem Universitätsumfeld kommt, ist aktuell noch nicht bekannt – ebenso wie mögliche Hintergründe des Angriffs.

Vonseiten der Deutschen Presseagentur (DPA) heißt es, der Mann sei gegen 15.30 Uhr in das Gebäude der Hochschule gegangen und habe dann auf den Fluren mit einem Messer mehrere Menschen angegriffen. Dann soll er einen Hörsaal angesteuert haben, doch bevor er diesen erreichen konnte, wurde er von anderen Studierenden überwältigt und festgehalten worden, bis die Polizei vor Ort eintraf.

Großeinsatz an NRW-Hochschule in Hamm-Lippstadt

„Wir sind mit starken Polizeikräften vor Ort und bitten Sie, diesen Bereich zu meiden“, twitterte die Polizei. Auch Kräfte eines Sondereinsatzkommandos (SEK) waren vor Ort an der NRW-Hochschule in Hamm.

Feuerwehr, Notarzt und ein Rettungshubschrauber waren ebenfalls im Einsatz. Die beiden schwerverletzten Personen sollen per Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht worden sein.

Auf dem Gelände der Hochschule Hamm-Lippstadt hat es eine Messer-Attacke gegeben. Es gibt mehrere Verletzte.

NRW: 34-Jähriger verletzt vier Personen schwer mit dem Messer

Sandra Schlösser, Kanzlerin der HSHL, hat sich bereits zu dem Vorfall geäußert. Man ist erschüttert – in 15 Jahren Hochschultätigkeit habe sie sowas noch nicht erlebt, so Schlösser gegenüber wa.de. Die Mensa wurde zwischenzeitlich geöffnet, um Studierende aufzufangen. Dort gebe es kostenlose Getränke und Seelsorger bieten eine Betreuung an.

Rubriklistenbild: © Andreas Rother/Westfälischer Anzeiger/dpa