Schon bei wenig Niederschlag

„Erhöhte Hochwassergefahr“: Düstere Prognose für Hagen in den kommenden Monaten

Als das große Unwetter tobte, brachen die Fluten über die Städte in NRW ein. Auch Hagen ist stark betroffen – und das wohl noch für lange Zeit. Es gibt eine düstere Prognose.

Hagen – In den vergangenen Tagen hat das Hochwasser die Menschen in Rheinlandpfalz, NRW und ganz Deutschland bewegt. Die Nachwehen sind noch zu spüren – besonders bei den Betroffenen, aber auch an anderen Stellen. So sind fünf Badeseen in NRW aufgrund von Hochwasser-Gefahr aktuell gesperrt.

StadtHagen
BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Einwohnerzahl (Stand Dezember 2020)188.687

Hochwasser in NRW: Düstere Prognose für Hagen bereitet Grund zur Sorge

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) versprach den Hochwasser-Opfern bereits eine hohe Summe zur Hilfe. Davon dürften Teile auch an die Stadt Hagen, die mitunter besonders gebeutelt von dem Unwetter war, gehen. Menschen mussten evakuiert werden, Brücken sind eingestürzt, Häuser ruiniert. Doch die Stadt kommt auch nach der großen Flut nicht zur Ruhe.

Am Mittwoch (21. Juli) folgte eine schockierende Ankündigung. Denn der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) teilte in einer Pressemitteilung mit, dass bei zeitnahen Niederschlägen weiterhin mit einer Überflutungsgefahr der Gewässer gerechnet werde. Und die Sorge dürfte die Stadt noch länger beschäftigen.

Hagen (NRW): Hochwasser-Gefahr hält an – bis zu mehrere Monate ist Warnung möglich

Denn in den Flüssen und Bächen in Hagen liegen schätzungsweise bis zu 100.000 Tonnen Geröll, Schlamm und Baumstämme. Der Wasserlauf wird dadurch behindert. Das kann zu weiteren Anstauungen führen.

„Um einen sicheren Wasserabfluss zu gewährleisten und ein erneutes Hochwasser zu verhindern, müssten diese umgehend beseitigt werden. Aufgrund der enormen Menge an Treibgut und sogenanntem Geschiebe rechnet der WBH mit mehreren Wochen bis hin zu Monaten, bis die normalen Abflussbedingungen wiederhergestellt sind“, heißt es in der Pressemitteilung.

Nach dem Hochwasser in Hagen helfen Soldaten der Bundeswehr beim Aufräumen.

NRW: Hochwasser beschäftigt Hagen – sogar geringe Niederschlagsmengen bereiten Grund zur Sorge

Bis dies nicht geschehen ist, ist im schlimmsten Fall über Monate hinweg von einer erhöhten Hochwassergefahr auszugehen – selbst bei kleineren Niederschlägen. Der WBH hofft darauf, im Oktober die Arbeiten weitestgehend abgeschlossen zu haben und eine Überflutungsgefahr auszuschließen.

Im Zuge der ausstehenden Flut-Gefahr hat die Stadt Hagen einen dringenden Appell an die Bürger: Da am kommenden Wochenende (24./25. Juli) erneut Niederschläge und Gewitter erwartet werden, solle sich jeder nach Möglichkeit die Warnapp „NINA“ (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes) installieren. Sie informiert über Wetterwarnungen wie Hochwasser.

Doch die andauernde Hochwasser-Gefahr ist nur eine Auswirkung des extremen Unwetters. Im Rahmen der Katastrophenhilfe befürchten die Behörden viele Corona-Neuinfektionen in den Hochwassergebieten in NRW.

Rubriklistenbild: © Ina Fassbender/AFP

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