Auslands-Geheimdienst involviert

Hagen: Nach vereiteltem Anschlag auf Synagoge – Tatverdächtige wieder auf freiem Fuß

Vor einer Synagoge in Hagen gab es am Mittwochabend einen Großeinsatz der Polizei. Laut einem Bericht soll ein Jugendlicher einen Sprengstoffanschlag geplant haben.

Update, Donnerstag (16. September), 21.50 Uhr: Hagen – Wie die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf und die Polizei Dortmund mitteilen, führte eine mögliche Gefährdungslage in Hagen am Mittwoch (15. September) und anschließende kriminalpolizeiliche Ermittlungen zur Identifizierung und Festnahme eines 16-jährigen Hageners.

StadtHagen
BundeslandNordrhein-Westfalen
Fläche160,4 km²
Einwohner188.700 (Stand: 2020)

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden drei weitere Personen angetroffen und ebenfalls auf die Wache gebracht. Ein dringender Tatverdacht gegen diese drei Personen hat sich nicht ergeben, heißt es in der Pressemitteilung. Sie wurden daher am heutigen Tag entlassen. Die Ermittlungen sowie die polizeilichen Maßnahmen bezüglich des 16-jährigen Hageners dauern an.

Nach möglichem Anschlag auf Synagoge in Hagen: Vier Tatverdächtige festgenommen

Update, Donnerstag (16. September), 12.25 Uhr: Wie die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf und die Polizei Dortmund mitteilen, hat es im Zuge der Ermittlungen bislang vier Festnahmen gegeben – darunter ein 16-jähriger Hagener und drei weitere Personen, die bei der Durchsuchung der Wohnung des 16-Jährigen angetroffen wurden.

Es wird nun geprüft, inwieweit ein Tatverdacht besteht. Zurzeit werden mehrere Objekte in Hagen durchsucht. Die Ermittlungen dauern weiter an.

Die Polizei führt einen Mann im Zusammenhang mit dem mutmaßlich geplanten Anschlag auf die Synagoge in Hagen ab.

Update, Donnerstag (16. September), 10.23 Uhr: Zum gestrigen Großeinsatz der Polizei vor einer Synagoge in Hagen sickern neue Details durch. Der Spiegel will erfahren haben, dass ein 16-jähriger Syrer eine Sprengstoffattacke auf die jüdische Einrichtung geplant haben soll. Die deutschen Sicherheitsbehörden hätten einen entsprechenden Hinweis eines ausländischen Geheimdienstes erhalten.

Hagen: 16-Jähriger soll Sprengstoffanschlag auf Synagoge geplant haben

Laut Spiegel habe der Geheimdienst vor einem mutmaßlichen Islamisten in Deutschland gewarnt. Er habe sich im Internet verdächtig verhalten und in einer überwachten Kommunikation mit einem Chatpartner über einen Sprengstoffanschlag auf eine Synagoge gesprochen. Ermittlungen hätten dann zu dem 16-jährigen Syrer geführt, der in Hagen in einer Wohnung mit seinem Vater lebt.

Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf ermittle nun gegen den Jugendlichen wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Seit Donnerstagmorgen werde die Wohnung des Tatverdächtigen durchsucht. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) bestätigte der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass ein Jugendlicher festgenommen wurde.

Auch am Donnerstagmorgen (16. September) ist die Polizeipräsenz vor der Synagoge in Hagen erhöht.

Laut übereinstimmenden Medienberichten soll es in Hagen zudem weitere Festnahmen gegeben haben. Bestätigt sind diese bislang aber nicht.

Polizei-Großeinsatz in Hagen abgeschlossen: Keine Hinweise auf Gefährdung einer Synagoge

Update, Donnerstag (16. September), 6.09 Uhr: Die polizeilichen Maßnahmen vor der jüdischen Einrichtung in Hagen wurden in der Nacht zum Donnerstag abgeschlossen, teilt die einsatzführende Polizei Dortmund mit. Vor Ort hätten keine Hinweise auf eine Gefährdung festgestellt werden können.

Die Polizei befinde sich weiterhin im stetigen Kontakt mit der jüdischen Gemeinde. Außerdem stimme man sich zusätzlich mit weiteren jüdischen Gemeinden in NRW ab. Zurzeit gibt es aber keine Hinweise auf eine Gefährdung weiterer Einrichtungen, heißt es von der Polizei.

Über den Einsatz am Mittwochabend ließ sich auch NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) informieren, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz (parteilos) brach einen auswärtigen Termin ab, als er von der Gefährdungslage an der Synagoge erfuhr. „So wenig wir auch über die genaue Situation wissen – in unseren Gedanken sind wir bei der Jüdischen Gemeinde in Hagen“, sagte Schulz der Westfalenpost.

Hagen: Polizeieinsatz an der Synagoge – Hundertschaft hat Gebetshaus umstellt

Erstmeldung, Mittwoch (15. September), 21.23 Uhr: Die Polizei Dortmund berichtet derzeit von einer „mögliche Gefährdungslage im Zusammenhang mit einer jüdischen Einrichtung in Hagen“. Laut der Westfalenpost sei eine schwer bewaffnete Hundertschaft aus Dortmund zu einer Synagoge an der Potthofstraße angerückt. Es handele sich um einen Großeinsatz. Die Synagoge werde umstellt, der Bereich um die Synagoge weiträumig abgesperrt.

Wie die Westfalenpost weiter berichtet, würden die Einsatzkräfte vor Ort dicht aneinander in einer Reihe stehen. „Wir stehen in einem engen Kontakt mit der jüdischen Gemeinde“, schreibt die Polizei Dortmund auf Twitter (mehr Nachrichten aus NRW auf RUHR24). Wie lange der Einsatz noch dauert, ist unklar.

Einsatzkräfte der Polizei sicherten die Straßen rund um die jüdische Einrichtung in Hagen.

Was genau der Grund für den Polizeieinsatz an der Hagener Synagoge ist, ist bisher nicht bekannt. Wie ein Dortmunder Polizeisprecher gegenüber dem Tagesspiegel erklärt hat, können man „aus einsatztaktischen Gründen“ derzeit nicht mehr sagen.

Mögliche Gefahrenlage bei Synagoge in Hagen: Angriff auf Synagoge in Halle erst zwei Jahre her

Derzeit läuft der Jom Kippur – der höchste jüdische Feiertag. Dieser wird traditionell vom 15. bis zum 16. September gefeiert. Normalerweise befinden sich zu diesem Zeitpunkt auch viele Juden betend in der Synagoge. Ob auch um diese Uhrzeit in der Synagoge in Hagen ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Laut Bild sei eine für den Abend geplante Veranstaltung in der Gemeinde abgesagt worden.

Erst vor zwei Jahren gab es in Halle (Sachsen-Anhalt) einen Angriff auf eine Synagoge. Dabei sind zwei Menschen erschossen worden. Nur die stabile Tür der Synagoge hat ein schlimmeres Blutbad verhindert. Seitdem ist die Polizeipräsenz vor Synagogen deutlich erhöht worden.

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