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Am Samstag (13. April) haben Unbekannte Gullydeckel von einer Brücke bei Bad Berleburg abgeseilt. Ein Zug krachte dagegen – die Polizei ermittelt jetzt wegen versuchten Mordes. Hinweise auf einen Terroranschlag gebe es aber nicht.

Update, Donnerstag (25. April):
Nach der Gullydeckel-Attacke auf eine Regionalbahn bei Bad Berleburg steht der 49-jährige Lokführer des Zuges selbst unter Tatverdacht. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag (25. April) mit.

„Aufgrund der intensiv und mit Hochdruck geführten Ermittlungen hat sich ein Tatverdacht gegen den 49-jährigen Lokführer, der den – ansonsten unbesetzten – Zug zur Vorfallszeit steuerte, ergeben“, hieß es am Donnerstag in der Mitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei. „Der Lokführer geriet insbesondere durch die Auswertung von Tatortspuren in den Fokus der Ermittler.“

Die Staatsanwaltschaft Siegen habe beim Amtsgericht einen Durchsuchungsbeschluss für seine Wohnungen in Lünen und in Erndtebrück erwirkt. Danach habe man den 49-Jährigen am Erndtebrücker Bahnhof vorläufig festgenommen. Er bestreitet die Tat laut Staatsanwaltschaft. Mangels Haftgründen sei er wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Die Ermittlungen dauerten an.

Update, Montag (15. April), 10.20 Uhr:
„Für einen Terroranschlag gibt es nach aktuellem Stand der Ermittlungen keine Hinweise“, sagte ein Sprecher der Polizei laut dpa am Montag. Es sei aber von planmäßigem Handeln auszugehen, weshalb eine Mordkommission eingerichtet worden sei. «Wir schließen momentan nichts aus», erklärte der Polizeisprecher weiter.

Update, Montag (15. April), 8.35 Uhr:
Dass bei dem Anschlag auf den Zug am Samstag nicht mehr passiert ist, ist wohl der schnellen Reaktion des Lokführers zu verdanken: „Er hat eine Notbremsung durchgeführt und sich nach hinten weggeduckt, sodass ihn weder Glassplitter noch Gullydeckel getroffen haben. Sonst wäre er jetzt tot“, sagte Sabrina Walter, Sprecherin der Hessischen Landesbahn, der Bild.

Update, Sonntag (14. April), 15.50 Uhr: Die Polizei hat die Attacke als Mordversuch eingestuft und sucht mit Hochdruck nach Hinweisen auf die Täter.

Ursprungsmeldung: Ein 49-jähriger Zugführer konnte sich am Samstagmorgen (13. April) nur durch instinktiv richtiges Verhalten vor einer schweren Verletzung retten. Bei einer Leerfahrt krachten mehrere Gullydeckel in die Frontscheibe eines Zuges. Jetzt ermitteln die Polizei Hagen und die Staatsanwaltschaft Siegen.

Gullydeckel hingen von einer Brücke

Gegen 6.25 Uhr schlugen im Bereich der Brücke „Am Steinchen“ große Gegenstände in die Frontscheibe eines Zuges ein. Er war auf der Strecke von Erndtebrück nach Bad Berleburg unterwegs. Es handelte sich nach ersten Erkenntnissen um mehrere Objekte.

Die Deckel hingen auf Höhe der Lokführerkabine von der Brücke hinunter. Durch instinktiv schnelles Handeln konnte sich der 49-jährige Lokführer vor schwereren Verletzungen retten. Im Zug befanden sich keine Fahrgäste.

In der Nacht vorher kam es zum Diebstahl

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag (12. April) wurden vier Gullydeckel aus der Kreisstraße 31 in Hilchenbach gestohlen. Laut ersten Ermittlungen handelt es sich dabei um die Gegenstände des Angriffs.

Aktuelle Top-Themen:

Die Polizei Hagen und die Staatsanwaltschaft Siegen ermitteln jetzt wegen versuchten Mordes. Bei Hinweisen ist die Polizei unter der Rufnummer 02751 9090 erreichbar. mit dpa-Material

Erneut haben Unbekannte einen Gegenstand vor eine fahrende Regionalbahn geworfen. Diesmal handelt es sich um einen Einkaufswagen.