Covid-19-Pandemie

Gottesdienste an Weihnachten: Welche Regeln trotz Corona in der Kirche gelten

Im Corona-Jahr 2020 gelten in Kirchen in NRW an Weihnachten besondere Regeln. Die Auflagen in der Evangelischen und Katholischen Kirche im Überblick.

Dortmund – Auch wenn die Kirche für viele Menschen in NRW ein Auslaufmodell ist: An Weihnachten finden viele von uns den Gang in ein Gotteshaus schön. In diesem Jahr wird der Kirchen-Besuch aufgrund der Corona-Regeln allerdings anders als gewohnt. Aber: Er darf stattfinden.

Name des VirusCoronavirus, Sars-Cov-2
Name der ausgelösten KrankheitCovid-19
Typische SymptomeTrockener Husten, Fieber, Müdigkeit

Regeln für Kirchen-Besuche im Corona-Jahr 2020: Das gilt an Weihnachten in NRW

Die Kirche und die freie Religionsausübung sind in Deutschland nach wie vor ein hohes Gut. Auch deswegen galten für Gottesdienste und Messen in NRW in den vergangenen Monaten lockerere Regeln, als anderswo – trotz Covid-19-Pandemie. Während Restaurants und Freizeiteinrichtungen schließen mussten, blieben die Kirchen geöffnet.

Dennoch: Auch die Kirchen müssen sich an die Regelungen in der aktuellen Coronaschutzverordnung des Landes NRW halten. Um Veranstaltungen in Gotteshäusern auszutragen, müssen Kirchen und Religionsgemeinschaften spezielle Konzepte vorlegen. Von der NRW-Landesregierung heißt es: Religiöse Zusammenkünfte mit Großveranstaltungscharakter müssen vermieden werden. Und so wird es auch an Weihnachten keine Mega-Gottesdienste in Stadien oder anderen Flächen unter freiem Himmel geben.

Regeln für Kirche an Weihnachten: Was in NRW im Corona-Jahr 2020 gilt

Die evangelische Kirche in Nordrhein-Westfalen - die aus der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche besteht - hat ein spezielles Eckpunktepapier vorgelegt, das sich an der Coronaschutzverordnung orientiert. Folgende Regeln für Gottesdienste gelten grundsätzlich:

  • Abstands- und Hygieneregeln müssen eingehalten werden,
  • Maximal 250 Menschen sind in Kirchen und geschlossenen Räumen erlaubt (die Zahl der Teilnehmer richtet sich an den räumlichen Gegebenheiten),
  • Maximal 500 Menschen sind bei Gottesdiensten unter freiem Himmel erlaubt. Bei einer lokalen Inzidenz über 200 beträgt die Höchstzahl für einen Open-Air-Gottesdienst 250 bzw. muss bei einer geringeren Höchstzahl um 30 Prozent reduziert werden.
  • Zu- und Abgänge zum Gottesdienst werden getrennt,
  • Die Gottesdienste dürfen bei einer lokalen Inzidenz von über 200 nicht länger als 45 Minuten dauern,
  • Es herrscht Maskenpflicht bei Gottesdiensten in geschlossenen Räumen und unter freiem Himmel,
  • In geschlossenen Räumen ist Gesang nicht erlaubt, draußen ist Gesang unter Wahrung des Mindestabstandes (zwei Meter zu anderen Personen) und mit Mund-Nasen-Schutz erlaubt,
  • Gesang und Musik durch Ensembles ist unter Einhaltung der Abstandsregeln erlaubt,
  • Sitzpläne (nur in geschlossenen Räumen) und Kontaktlisten (Namen, Adresse und Telefonnummer) müssen in Gottesdiensten zur Rückverfolgbarkeit erstellt werden.

Grundsätzlich empfehlen die evangelischen Landeskirchen in NRW ihren Gemeinden, auch digitale Gottesdienste anzubieten. An Weihnachten gelten nochmals besondere Regelungen:

  • Teilnahmen an Weihnachtsgottesdiensten sind nicht spontan möglich, sondern nur nach Anmeldung bei der Gemeinde,
  • Krippenspiele als Elemente von Heiligabend- oder Weihnachtsgottesdiensten sind unter Einhaltung der Abstands-und Hygieneregeln möglich (viele Gemeinden verzichten darauf aber, um Ansammlungen von Besuchern zu vermeiden).

Die Katholische Kirche in NRW setzt sich aus fünf Elementen zusammen: dem Bistum Aachen, dem Bistum Essen, dem Bistum Köln, dem Bistum Münster und dem Erzbistum Paderborn. Sie alle haben sich ebenfalls auf gemeinsame Corona-Regeln für Messen an Weihnachten geeinigt:

  • Maximal 250 Menschen sind in Kirchen und geschlossenen Räumen erlaubt (die Zahl der Teilnehmer richtet sich an den räumlichen Gegebenheiten,
  • Maximal 500 Menschen sind bei Gottesdiensten unter freiem Himmel erlaubt (ab einer Inzidenz von über 200 nur 250 Menschen),
  • Teilnehmer von Messen müssen den Mindestabstand von 2 Metern wahren (Familien oder häusliche Gemeinschaften werden ebenfalls getrennt),
  • Maskenpflicht (auch unter freiem Himmel),
  • Gottesdienstbesucher, die aus medizinischen Gründen mit Attest von der Maskenpflicht befreit sind, müssen ein Schutzvisier tragen,
  • Ab einem lokalen Inzidenzwert von 200 wird der Gottesdienst auf 45 Minuten beschränkt,
  • Der Gemeindegesang ist untersagt.
  • Der Friedensgruß erfolgt ohne Körperkontakt,

Wie auch bei den Gemeinden der evangelischen Kirchen in NRW wollen die allermeisten katholischen Gemeinden im Bundesland eine schriftliche Anmeldung zu den Messen und die Ausgabe von Eintrittskarten einführen. Informationen zu den Vorgehensweisen sollten Besucher bei ihren Gemeinden erfragen.

Corona: Katholische und Evangelische Kirche in NRW setzen an Weihnachten auf mehr Gottesdienste

Und auch jetzt steht schon fest: Um die hohe Nachfrage zu und die knappen Kapazitäten an Plätzen abzufedern, wollen viele Gemeinden in NRW an Weihnachten auf mehr Messen und Gottesdienste setzen, als üblich. Diese werden dafür dann aber kürzer ausfallen, als gewohnt.

Die großen Kirchen setzen unterdessen auch auf Online-Formate auf Youtube und Co. Und wieder andere werden ganz kreativ, wie etwa die Kreuzkirche in Herne, die in diesem Jahr einen Autogottesdienst auf dem Parkplatz eines nahegelegenen Möbelhauses veranstaltet (Hier mehr Corona-News aus NRW auf RUHR24.de lesen).

Rubriklistenbild: © Paul Zinken/dpa

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