Marode Brücke

A45: „Dänemark-Methode“ kann die Wende der NRW-Vollsperrung bringen

Könnte die A45-Vollsperrung in Lüdenscheid (NRW) nun ​doch schneller beendet sein, als angenommen? Ein internes Papier macht Autofahrern Hoffnung.

Lüdenscheid – Die jahrelange Vollsperrung der A45 in NRW könnte offenbar früher aufgehoben sein, als zunächst gedacht. Wie der Spiegel unter Berufung auf ein „internes Papier“ der Autobahn GmbH berichtet, könnte der Neubau der maroden Talbrücke Rahmede in Lüdenscheid deutlich schneller gehen, als in den fünf bislang angedachten Jahren.

Autobahn A45
Name im VolksmundSauerlandlinie
Vollsperrung seit2. Dezember 2021

A45 in NRW: Vollsperrung könnte durch neues Gesetz schneller beendet sein

Das könnte durch eine Gesetzesänderung erreicht werden, die wiederum den Sanierungsstau in NRW beenden könnte. Der Spiegel zitiert aus einem internen Papier der Autobahn GmbH, jenem Unternehmen der Bundesrepublik Deutschland, das für die Autobahnen von Flensburg bis zum Bodensee verantwortlich ist.

Zunächst müsse dem Papier zu Folge aber geschaut werden, welche Brücken besonders marode seien und dann bei Um- oder Neubau neu priorisiert werden.

Die A45 als wichtige Verkehrsachse durch NRW würde bei einer solchen Priorisierung sicherlich auf den oberen Plätzen landen – wenn nicht sogar ganz oben. Die Regierungsparteien aus SPD, Grüne und FDP haben dieses Thema sogar in ihrem Koalitionsvertrag aufgenommen

Dem Papier der Autobahn GmbH zu Folge müsse eine „Umpriorisierung von Bedarfsplanprojekten zu den kritischen Bestandsbrücken“ erfolgen.

A45-Vollsperrung: „Maßnahmengesetz“ könnte Neubau der Talbrücke Rahmede beschleunigen

Und hier wiederum könnte es Änderungen an den Gesetzen geben. Konkret: Genehmigungsverfahren für kritische Brücken müssten durch neue Gesetze beschleunigt werden. Dafür schlage die Autobahngesellschaft laut Spiegel ein „Maßnahmengesetz“ vor, dass speziell dafür die Genehmigung erteilen könnte. Also praktisch die Schaffung von Baurecht durch ein vom Bundestag beschlossenes Gesetz – und nicht etwa durch die Entscheidung einer Verwaltung, wie normalerweise üblich.

Mit dem Gesetz, das sich auf den Bau von maroden Brücken beziehen würde, könnten „vorgezogene Grunderwerbsvorgänge ausgelöst und die Bauerlaubnisse von den privaten Grundstückseigentümern“ eingeholt werden. Im Falle der A45-Brücke sind die Planer bereits in den Gesprächen mit Anwohnern, Grundstückseigentümern, Waldbesitzern.

Die A45-Brücke Rahmede in Lüdenscheid (NRW) ist marode. Eine Vollsperrung ist unausweichlich.

Allerdings sind „Maßnahmengesetze“ wie diese nicht unumstritten. Kritisiert wird etwa eine geringe Bürgerbeteiligung.

Dänemark als Vorbild für NRW: A45-Vollsperrung könnte schneller aufgehoben werden

Als Vorbild für eine solche Vorgehensweise nennt das Papier laut Spiegel-Bericht Dänemark. Dort würden Planfeststellungsphasen, also die Entscheidungen im Parlament, auf wenige Monate reduziert. Die A45-Brücke in Lüdenscheid könnte als eine der ersten maroden Brücken in Deutschland von der „Dänemark-Methode“ profitieren. Die Region rund um Lüdenscheid und die staugeplagten, umliegenden NRW-Autobahnen könnten somit wieder schneller entlastet werden.

Rubriklistenbild: © Markus Klümper/dpa

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