Handel mit Vorschlag

Geschäfte in NRW: Spezial-Konzept soll baldige Öffnung ermöglichen

Wann öffnen die Geschäfte in NRW endlich wieder? Ein neues Konzept könnte trotz Corona-Lockdown jetzt für Hoffnung sorgen. Armin Laschet zeigt sich offen dafür.

Dortmund - Was der Lockdown in NRW derzeit im Handel verursacht, kann man gut an den Altpapiercontainern erkennen: Sie laufen schier über vor lauter Amazon- oder Zalando-Paketen. Die Menschen bestellen in ihrer Not online. Das könnte bald - trotz Lockdowns - ein Ende haben. Das hoffen zumindest einige Geschäfte in Nordrhein-Westfalen.

LandNordrhein-Westfalen (NRW)
MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)
RegierungCDU und FDP

NRW: Corona-Konzept für Geschäfte sorgt für Hoffnung auf Öffnung

Corona-Lockerungen für Baumärkte und Gartencenter gibt es in NRW ja bereits seit Montag (22. Februar). Jetzt könnten weitere Geschäfte dazu kommen. Möglich machen würde das ein Konzept, das als „Click and Meet“ bezeichnet wird und am 1. März in Rheinland-Pfalz zur Anwendung kommen soll. Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet zeigt sich offen dafür (alle News zu Corona in NRW auf RUHR24.de).

Das Konzept sieht das Einkaufen in Geschäften nach Terminvergabe vor. Aber gibt es das nicht schon längst und heißt „Click and Collect“? Jein. Denn während man bei „Click and Collect“ die vorher bestellte Ware an einem Termin an der Ladentür des Geschäfts abholt, ist bei „Click and Meet“ das Shoppen mit Termin im Geschäft möglich - ohne dass vorher ein bestimmtes Produkt bestellt wurde.

„Click and Meet“: Ein Hausstand darf trotz Corona in einem Geschäft einkaufen

In Rheinland-Pfalz soll das Konzept etwa in Bekleidungsgeschäften und Brautmodenläden zum Tragen kommen. Dort dürfe zunächst nur ein Hausstand ein Geschäft betreten - mit Maske und Erfassung der Kontaktdaten.

Nordrhein-Westfalen muss sich ernsthafte Gedanken darüber machen, inwiefern „Klick and Meet“ hier umsetzbar ist. Denn schon jetzt treten einige Geschäfte im größten Bundesland den Weg vor die Gerichte an.

So klagt vor dem Oberverwaltungsgericht Münster derzeit Deutschlands größter Elektronikhändler MediaMarktSaturn auf Aufhebung der Betriebsschließungen in Nordrhein-Westfalen. Mehr als ein Viertel der in einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) befragten Bekleidungshändler gibt zudem an, gegen die Schließung des eigenen Geschäfts vor Gericht ziehen zu wollen.

Corona-Krise in NRW: Handelsverband warnt vor vielen Insolvenzen von Geschäften

Der Handelsverband Deutschland warnt indes, ohne eine Öffnungsperspektive würden in den kommenden Wochen in vielen Innenstädten „die Lichter ausgehen“. Laut einer HDE-Umfrage könnten in diesem Jahr ohne weitere und bessere Hilfen mehr als 60 Prozent der Innenstadthändler in die Insolvenz gehen.

Der Verband hält Einkaufen auch in der Coronavirus-Pandemie „für eine sichere Sache“ und verweist auf eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und der Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik (BGHW). Demnach konnte unter den Beschäftigten der Branche kein erhöhtes Infektionsgeschehen festgestellt werden.

Corona-Gipfel: Kommen jetzt Lockerungen im Handel?

Inwiefern es im Handel Lockerungen geben wird, darüber könnte beim nächsten Corona-Gipfel am kommenden Mittwoch (3. März) entschieden werden. Schon am vergangenen Freitag (26. Februar) berieten Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mit seinen Amtskollegen aus den Ländern über eine Öffnungsstrategie.

Vorab ließ NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in einem Videocall mit elf großen Handelsunternehmen Hoffnung auf Lockerungen aufkommen, berichtet das Handelsblatt. Auch laut msl24.de* habe Laschet sich in dem Gespräch offen für das Konzept des „Klick and Meet“ gezeigt. Im Gespräch sei auch eine daran gekoppelte, neue App zur freiwilligen Kontaktnachverfolgung.

Stand jetzt sollen ab dem 8. März in Deutschland weitere Läden öffnen dürfen - aber nur in Regionen, in denen es nicht mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen gibt. Das war am Freitag nur in Münster der Fall. (*msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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