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NRW-Bauer verschenkt Gemüse: Hinter der Aktion steckt eine echte Schande

Ein Landwirt aus NRW entsorgt derzeit krummes Gemüse auf seinem Feld und bietet es Passanten gratis an. Die Tatsache, dass das nötig ist, ist traurig.

Köln – Kürbisse, Süßkartoffeln, Möhren – Tonnen von Gemüse liegen derzeit offen und bereits abgeerntet auf einem Feld zwischen den Kölner Stadtteilen Feldkassel und Merkenich herum. Es ist Gemüse, dass ein Kölner Landwirt nicht an die Supermärkte oder den Großhandel verkaufen kann, weil es zu unförmig ist, den Handelsnormen nicht entspricht.

Köln: NRW-Landwirt startet Gratis-Gemüse-Aktion auf dem eigenen Acker

Seit einigen Tagen, so berichtet es die Deutsche Presse-Agentur (DPA), kommen Menschen aus Nah und Fern, um das Gemüse gratis mit nach Hause zu nehmen. Sie haben große Tüten, teils sogar Pkw-Anhänger dabei.

Ein Bauer aus NRW verschenkt tonnenweise krummes Gemüse. Zum Beispiel Kürbisse.

Hinter der Aktion des Kölner Landwirts Christian Fuchs, der den Spargel- und Erdbeerhof Fuchs in Köln betreibt, steckt ein trauriger Fakt: Unschönes Gemüse wird im Supermarkt zu oft nicht gekauft. Der Handel reagiert darauf und kauft das unförmige Gemüse gar nicht erst ein.

Landwirt aus Köln: Kunde im Supermarkt für Aktion verantwortlich

„Aber das hat der Kunde entschieden“, so Christian Fuchs gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger. Was er damit sagen will: Dass sein krummes Gemüse gratis auf dem Acker angeboten wird, haben diejenigen zu verantworten, die sich im Supermarktregal die „Rosinen“ herauspicken.

Inzwischen gibt es allerdings Unternehmen, die sich der Sache angenommen haben und damit werben, krummes Gemüse eine zweite Chance zu geben. Sie verkaufen bewusst unschönes Gemüse, was den „schönen“ Exemplaren im Geschmack und Vitaminvielfalt in nichts nachsteht.

NRW: Gemüse-Aktion aus Köln wird nicht beworben

Beworben wird die Aktion des Landwirts aus NRW übrigens nicht. Sie ist auch nicht wirklich neu. Sein Hof entsorge schon seit 15 Jahren überschüssiges Gemüse auf dem Acker, aber in der Vergangenheit habe sich kaum jemand dafür interessiert, so Fuchs gegenüber der DPA. Dieses Mal jedoch hätten Fotos von den Gemüsebergen in sozialen Medien die Runde gemacht – „und dadurch kommen auf einmal so viele Leute“. Mit DPA-Material

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa