NRW-Umweltministerium

Gefährliche Hunde: Neue Liste aus NRW zeigt traurige Statistik

Ein Rottweiler mit einem Maulkorb - auch Rottweiler gehören zu Hunden, die potenziell gefährlich sind.
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In NRW gibt es eine neue Liste mit gefährlichen Hunderassen

Eine neue Statistik des Umweltministeriums NRW über Hunde überrascht. So viele Attacken hat es 2019 gegeben und das sind die problematischsten Rassen.

Nordrhein-Westfalen - Das NRW-Umweltministerium (alle News aus NRW auf RUHR24.de*) hat eine Statistik des Jahres 2019 über behördlich erfasste Hunde im Bundesland Nordrhein-Westfalen veröffentlicht. Darin geht es um die Anzahl der sogenannten gefährlichen Hunde, Hunde bestimmter Rassen und die Attacken auf Menschen und andere Tiere. Die Auswertung überrascht an mehreren Stellen, wie RUHR24.de* berichtet.

HundPitbull Terrier
Gewicht14 - 30 Kilogramm
Höhe43 bis 53 Zentimeter

Gefährliche Hunde in NRW: Statistik unterteilt in verschiedene Kategorien

Zu den „gefährlichen Hunden“ gehören laut der Statistik folgende Rassen: Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier und die Kreuzung aus den genannten Rassen. Im Jahr 2019 waren insgesamt 6.225 Hunde dieser Rassen in NRW gemeldet. Vor zehn Jahren (2009) waren es noch 10.202. Im Jahr 2018 waren 6.617 Hunde dieser potenziell gefährlichen Rassen gemeldet.

NRW: Pitbull Terrier und American Staffordshire gelten als besonders problematisch

Insgesamt gab es 85 Vorfälle im Zusammenhang mit den potenziell gefährlichen Rassen gegeben:

  • 51 Angriffe auf andere Tiere - (53 Angriffe 2018)
  • 20 Angriffe auf Menschen - (33 Angriffe (2018)
  • 14 sonstige Vorfälle - (33 Vorfälle 2018)

Pitbull Terrier (3 Angriffe auf Menschen) und American Staffordshire (13 Angriffe auf Menschen) verzeichnen im Durchschnitt die höchste Auffälligkeit bei Attacken auf Menschen und auf Tieren. Auffällig deshalb, weil es lediglich 348 gemeldete Pitbull Terrier und 2.406 gemeldete Staffordshire Terrier gibt.

Video: Kampfhund, Listenhund, Kategoriehund? Ein Experte klärt auf

Neben den gefährlichen Hunden gibt es in NRW auch noch die Kategorie „Hunde bestimmter Rassen“. Zu dieser Kategorie gehören beispielsweise der eigentlich beliebte Familienhund Rottweiler, aber auch die American Bulldog oder der Mastino Napoletano. Im Jahr 2019 gab es 9.005 Hunde bestimmter Rassen in NRW. Vor zehn Jahren waren 11.885 Hunde aus dieser Kategorie in NRW gemeldet. Im vergangenen Jahr 9.432.

Gefährliche Hunde in NRW: Von wegen Familienhund - Rottweiler mit trauriger Statistik

Insgesamt gab es 133 Vorfälle der Hunde „bestimmter Rassen“:

  • 68 Angriffe auf andere Tiere - (56 Angriffe 2018)
  • 30 Angriffe auf den Menschen - (28 Angriffe 2018)
  • 35 sonstige Vorfälle - (34 Vorfälle 2018)

Laut NRW-Umweltministerium gehören die Rottweiler 2019 zu den auffälligsten Rassen in dieser Kategorie. Es gab 17 Attacken auf Menschen, 29 Attacken auf andere Tiere. Zudem 18 sonstige Vorfälle. Insgesamt sind 4.765 Rottweiler im Bundesland gemeldet.

Bei der Kategorie große Hunde, zu der beispielsweise Golden Retriever oder Schäferhunde gehören, gab es im Jahr 2019 insgesamt 689 Attacken auf Menschen, 1.124 Attacken auf andere Tiere und 583 sonstige Vorfälle. Dabei waren Schäferhunde und Schäferhund-Mischlinge besonders auffällig. Insgesamt gab es in NRW 545.587 Hunde dieser Kategorie.

Gefährliche Hunde in NRW: Auch Schäferhunde oder Schäferhund-Mischlinge beißen

Im Vergleich sind Schäferhunde und Schäferhund-Mischlinge (158 Angriffe) zwar für mehr Beißvorfälle mit Verletzungen beim Menschen verantwortlich als Pitbull Terrier (3), American Staffordshire Terrier (13) und Rottweiler (17) zusammen.

Allerdings sind auch mehr Hunde (72.264) dieser Rassen gemeldet - im Vergleich: Es sind 348 Pitbull Terrier, 2.406 American Staffordshire Terrier und 4.765 Rottweiler gemeldet.

Zudem gelten Bisse der „gefährlichen Hunde“ und „Hunde bestimmter Rassen“ als potenziell problematischer.

Gefährliche Hunde in NRW: Was man im Falle einer Attacke tun könnte

Was sollten Menschen bei einem Angriff eines Hundes tun? Wie das Portal hunde.de schreibt, dass man zunächst die Signale eines Hundes richtig interpretieren sollte. Ein Schwanzwedeln ist nicht immer ein Ausdruck der Freude, sondern kann auch als Unsicherheit oder Nervosität gewertet werden.

Hunde werden in der Statistik in verschiedene Kategorie eingeteilt.

Eine steife und angespannte Körperhaltung sowie ein geradliniger Gang, Knurren, Anlegen der Ohren, heraufgezogene Lefzen und ein gesträubtes Fell ist ein Zeichen von Aggressivität. Weder soll man in einer Gefahrensituation wegrennen, noch den Hund mit den Augen fixieren und auch nicht lächeln, da dies vom Hund als Zähnefletschen interpretiert werden kann.

Gefährliche Hunde in NRW: Es kommt immer auf den Halter des Tieres an

Sollte es zur Eskalation kommen kann es helfen, den Hund mit einem Gegenstand (Tasche, Stock, etc.) abzulenken. In keinem Fall sollte man den Körper zurückziehen, da es sonst zu Verletzungen kommen kann. Es kann auch helfen, die Arme vor den Körper zu kreuzen und die Fäuste zu ballen, da man so wichtige Körperstellen schützt.

Es kann immer zu schweren Vorfällen wie im September 2020 in Hamm kommen, bei dem ein Pitbull Terrier* einen Mann schwer verletzt hat. In vielen Fällen resultiert ein Biss aus einem Missverständnis zwischen Mensch und Tier. Der Hundehalter und die Erziehung spielt, um Beißvorfälle zu vermeiden, eine ganz wichtige Rolle. Denn kein Tier ist von Natur aus eine Bestie. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Redaktionsnetzwerks.

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