Gaspreis-Explosion

Gas-Preis schnellt in NRW in die Höhe: Leser bekommen Aufschläge von 350 Prozent

Die Gas-Preise sind in NRW explodiert. Manche Abschläge haben sich verdoppelt, manche verdreifacht. RUHR24-Leser berichten, wie ihre Rechnung jetzt aussieht.

Dortmund – Wer noch kein Schreiben seines Gas-Versorgers bekommen hat, der zittert vor jedem Gang zum Briefkasten. Kein Wunder: Von den aktuellen Preiserhöhungen bleibt in NRW so gut wie keiner verschont.

LandNRW
MinisterpräsidentHendrik Wüst (CDU)
EinwohnerRund 18 Millionen

Gas-Preis schnellt in NRW aktuell in die Höhe: RUHR24-Leser berichten von Aufschlägen von 350 Prozent

Unterhält man sich mit Freunden und Bekannten, fällt auf, dass die Preisanpassungen der Gas-Abschläge nicht überall gleich hoch ausgefallen sind. Während manche Abschlagserhöhungen von 100 Prozent und mehr hinnehmen müssen, kommen andere einigermaßen glimpflich davon.

In einem Facebook-Aufruf fragte RUHR24 seine Leser: „Wie hoch sind eure neuen Abschläge fürs Gas?“

Askin Günal wohnt mit seiner Familie (zwei Kinder) in einem Einfamilienhaus und musste beim Blick auf seine neue Gas-Rechnung schlucken: „Bisher zahlte ich 157 Euro im Monat. Nun muss ich für November und Dezember monatlich 689 Euro und ab Januar monatlich 413 Euro zahlen“, gibt er gegenüber RUHR24 an.

338 Prozent mehr Geld für das Gas: Familienvater berichtet von horrender neuer Rechnung

Für den Vater zweier Kinder bedeutet der Gaspreis-Aufschlag im November und Dezember eine Erhöhung von satten 338 Prozent, im Januar geht es dann mit „nur“ 163 Prozent Aufschlag im Vergleich zu früher weiter. Obendrauf zahlt Günal 1100 Euro für den Hauskredit sowie 155 Euro für den Strom, über den auch das Warmwasser läuft.

Nach und nach bekommen die Menschen in NRW ihre neuen Gas-Rechnungen – und müssen danach ordentlich schlucken. Die Abschläge sind schier explodiert.

Carsten Rath berichtet derweil von einer Gaspreis-Erhöhung von ehemals 100 Euro pro Monat auf jetzt 450 Euro, also um satte 350 Prozent. Doch der Dülmener hat noch ein Ass im Ärmel: „Zum Glück ziehe ich Ende des Jahres in ein KfW40 Haus“, berichtet er gegenüber RUHR24. Dabei handelt es sich um ein Haus, das besonders energieeffizient ist, was wiederum den Geldbeutel schont.

Dortmunderin muss nach Gaspreis-Erhöhung „frieren oder hungern“

Conny Deinert aus Dortmund musste eine Gaspreis-Erhöhung von 82 Prozent hinnehmen. Einst zahlte sie 170 Euro pro Monat, jetzt 311 Euro. „Noch ne Erhöhung und ich muss überlegen, ob wir frieren oder hungern“, fürchtet Deinert.

Dennis Schulze aus Gelsenkirchen wohnt in einem 5-Personen-Haushalt. 90 Euro betrug der Gaspreis pro Monat vor der Erhöhung seines Versorgers. Inzwischen zahlt er 318 Prozent mehr, also 377 Euro monatlich.

DEW21 erhöht Gaspreise von Dortmunder von 248 Euro auf 469 Euro pro Monat

Oktay Ayar aus Dortmund bekam von den Dortmunder Energiewerken (DEW21) eine Erhöhung fürs Gas von 248 Euro auf 469 Euro im Monat. Laut eigenen Angaben legte Ayar Einspruch ein und zahlt nun den vorherigen Preis bis Ende März 2023 weiter. Indes warnen andere, dass ihn im März eine Nachzahlung oder gar die Kündigung erwarten könnte.

Bundeskanzler Olaf Scholz muss sich angesichts der Gas-Preise in Deutschland etwas einfallen lassen. Zur Debatte steht ein Energiepreisdeckel.

Ganz bitter kommt es für RUHR24-Leserin Natascha Kratz aus Bergheim bei Köln. Von 108 Euro steigt ihr Gas-Abschlag ab Oktober auf 167 Euro. Im Vergleich zu Berichten anderer Verbraucher noch im Rahmen – eine Erhöhung von „nur“ 54 Prozent. Aber neben einer dreistelligen Nachzahlung wartet der richtige Hammer noch auf sie: Ende des Jahres läuft der Vertrag bei ihrem Gas-Anbieter aus.

Frau aus Bergheim bei Köln müsste mit neuem Vertrag 250 Prozent mehr fürs Gas zahlen

Mit dem neuen Vertrag beim gleichen Anbieter würde der Gas-Preis pro Monat nochmals steigen, auf dann 378 Euro, was eine Erhöhung von 250 Prozent wäre im Vergleich zum Ursprungspreis von 108 Euro. Bei dem nächst günstigen Anbieter, so Kratz, würde sie 421 Euro zahlen.

Was macht die Politik, angesichts dieser bitteren Berichte? Am Mittwoch (28. September) kamen Vertreter aller deutschen Bundesländer zum Gipfel zusammen. Gegenüber dem Bund treten sie jetzt für einen Energiepreisdeckel für Strom, Gas und Wärme ein. Im Gespräch sind auch Steuersenkungen.

Am 4. Oktober soll darüber dann beim Bund-Länder-Gipfel entschieden werden. Aber schon am 29. September sickerte durch: Dass die Bundesregierung die steigenden Gaspreise in Deutschland mit einer Gaspreisbremse dämpfen wolle. Die Einigung innerhalb der Regierung umfasse ein Paket von 150 bis 200 Milliarden Euro, wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Koalitionskreisen erfuhr. (Hier weitere NRW-News bei RUHR24 lesen).

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