Kommentar

Fußball ist der Boxsack der Corona-Politik – und muss wieder einmal büßen

Der Fußball in NRW und Deutschland wird für das Versagen der Corona-Politik bestraft, findet RUHR24-Redakteur Dennis Liedschulte.

Dortmund – Die Corona-Zahlen explodieren. Die Intensivbetten sind voll. Virologen schlagen Alarm. Ärzte haben die Nase voll. Und was macht die Politik? Symbolpolitik betreiben.

BundeslandNRW
Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU)
EreignisKontaktreduzierungen beim Fußball – Topspiel BVB - Bayern

BVB gegen Bayern mit weniger Zuschauern: NRW-Ministerpräsident Wüst „will sowas nicht mehr sehen!“

Die Fußballbundesliga muss als Boxsack der allgemeinen Empörung herhalten. Politiker wie Markus Söder (CSU), Winfried Kretschmann (Die Grünen) oder in NRW Hendrik Wüst (CDU) wissen sich nicht anders zu helfen (mehr News zu Corona in NRW bei RUHR24).

Kontaktreduzierungen, Geisterspiele. Davon betroffen: Wohl auch das Topspiel Borussia Dortmund gegen FC Bayern München.

„Solche Bilder, wie in Köln darf es nicht mehr geben“, sagt NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst. Aber warum denn nicht? Gibt es denn nachweislich explodierende Corona-Zahlen genau wegen der Bundesliga-Partie 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach? Stecken sich Menschen denn nachweislich bei Veranstaltungen unter freiem Himmel an?

Corona in NRW und Deutschland: Reagierende Symbolpolitik statt präventives Handeln

Beide Antworten müssen zunächst verneint werden. Geisterspiele und Kontaktreduzierungen – wie wohl jetzt bei BVB gegen FC Bayern – sind nichts anderes als billige Symbolpolitik. Viel mehr sollten sich Söder, Kretschmann, Wüst und Co. die Frage stellen, warum wir nach einem guten Sommer schon wieder in einen schlechten Corona-Winter schlittern?

Der BVB darf jetzt wieder mehr Fans ins Stadion lassen.

Hatte man nicht im Sommer Zeit, um sich vorzubereiten, um Pfleger/innen einzustellen, um die Impfkampagne zu forcieren oder um 2G oder gar eine 1G-Regel flächendeckend einzuführen?

Nein. Denn es war Wahlkampf. Da wollte niemand sich mit strengen Regeln unbeliebt machen. Die Corona-Politik reagiert nur noch, statt präventiv zu agieren (mehr News zum BVB bei RUHR24).

Corona-Klatsche für BVB gegen Bayern: Fußball ist der Boxsack der Pandemie-Symbolpolitik

So eine Corona-Politik wie in Deutschland darf es nicht mehr geben!

Hinhalten müssen jetzt der Fußball oder andere Großveranstaltungen. Dabei könnte die Antwort auf die Corona-Frage beim Spiel BVB gegen Bayern oder anderen Großveranstaltungen einfach sein, wie ich finde: Eine Einführung der 1G-Regel. Und wenn sich übrigens jemand in der Pandemie vorbildlich verhalten hat, dann die Fußballfans.

Corona in NRW und Deutschland: Liebe Politiker – wie wäre es mit 1G statt billiger Symbolpolitik?

Die haben sich im Frühjahr 2020 nicht nur sozial engagiert, sondern haben Geisterspiele, als es keine Tests und Impfungen gab, auch ohne zu murren hingenommen.

Ein Wort noch an diejenigen, die jetzt meinen sich moralisch bei Twitter oder woanders a lá #dashabeichgetan überhöhen zu müssen. Tut nicht so, als würde Köln nach dem Bundesligaspiel jetzt aussterben. Hinweis: Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht zwingend die Ansicht der gesamten Redaktion wiedergeben.

Rubriklistenbild: © Marius Becker/dpa, Bernd Thissen/dpa; Collage: RUHR24

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