Kneipentour und Leinwand-Rudelgucken

Fußball-EM 2021: Corona-Regeln schränken Public Viewing ein – Alternativen möglich

In wenigen Tagen beginnt die Fußball-EM. Wegen der Corona-Pandemie müssen sich Fußballfans aber auf einige Regeln einstellen. RUHR24 verrät, was dann gilt.

NRW - Eigentlich sollte die Fußball-EM vom 12. Juni bis zum 12. Juli 2020 stattfinden, wurde aber aufgrund der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben. Das Eröffnungsspiel findet am kommenden Freitag (11. Juni) im Olympiastadion in Rom statt. Fußballfans fragen sich angesichts der aktuellen Lage, ob sie die Spiele beim Public Viewing oder zumindest in der Kneipe gucken können.

TurnierFußball-EM
Zeitraum11. Juni bis 11. Juli 2021
WoIn zehn europäischen und einer asiatischen Stadt

Fußball-EM 2021: Lockerungen in Aussicht - aber kann auch ein Public Viewing trotz Corona stattfinden?

Grillen, Bierchen trinken und mitfiebern - sowohl die Fußball-WM als auch die Fußball-EM gehören in Deutschland zu den größten Sportevents, die regelmäßig Millionen von Menschen vor den Fernseher ziehen. Sei es im heimischen Wohnzimmer, in der gemütlichen Kneipe des Vertrauens oder beim Public Viewing in der Innenstadt - Rudelgucken ist beim Fußball obligatorisch.

Aber wie sieht es in diesem Jahr mit Public Viewing, Kneipentour & Co. aus? Ist sowas überhaupt möglich? Oder müssen wir trotz Fußball-EM auf das Schauen mit Freunden gänzlich verzichten? Die gute Nachricht: Alleine in den eigenen vier Wänden muss dank sinkender Inzidenzen niemand die Spiele gucken. Die schlechte Nachricht: Große Public Viewings wie wir sie noch von der letzten Europameisterschaft 2016 kennen, wird es nicht geben (alle News zur Fußball-EM 2021 auf RUHR24).

Lockerungen während Fußball-EM 2021: Kleine Public Viewings sind abhängig von der Inzidenz

Was während der diesjährigen Fußball-EM erlaubt ist und was nicht, hängt stark von der örtlichen Inzidenz ab. Seit dem 28. Mai gilt in NRW eine aktualisierte Form der Corona-Schutzverordnung mit vielen neuen Regelungen, die an drei Inzidenzstufen gekoppelt sind. Stufe 3 gilt bei einer Inzidenz von 100 bis 50,1. Stufe 2 bei einer Inzidenz von 50 bis 35,1 und Stufe 1 bei einer Inzidenz von unter 35.

In Städten mit einer Inzidenz zwischen 100 und 50,1 darf beispielsweise die Außengastronomie nur mit Testpflicht öffnen. Was in Bezug auf die Fußball-EM bedeutet, dass das Gucken in der Öffentlichkeit zwar möglich ist, aber nur draußen. Und auch nur, wenn sich die Lokalität dazu entscheidet, einen Fernseher in den Außenbereich zu stellen.

Wo findet die Fußball-EM 2021 statt?

Am 6. Dezember 2012 einigte sich die UEFA darauf, die Fußball-Europameisterschaft in ganz Europa stattfinden zu lassen. Anlass dafür war das 60-jährige Bestehen des Turniers in diesem Jahr. Austragungsorte der EM sind zehn europäische Städte und eine asiatische Stadt.

Public Viewing in der Kneipe: Je nach inzidenz braucht man einen negativen Corona-Test

Liegt die Inzidenz in einer Stadt oder einem Kreis unter 50, aber über 35, dann darf auch die Innengastronomie wieder öffnen - allerdings mit Testpflicht. Das Gute: Viele Kneipen und Bars haben Fernseher in ihren Räumen, sodass die Spiele zur Fußball-EM sicher gezeigt werden. In Außengastronomien entfällt bei einer Inzidenz von unter 50 die Testpflicht. Spontan hingehen und das Spiel bei einem kühlen Blonden genießen? Wäre in Nordrhein-Westfalen also drin.

Die meisten Freiheiten gibt es bei einer Inzidenz von unter 35. Dann entfällt auch die Testpflicht für Innengastronomien und man kann völlig frei entscheiden, wo man das Fußballspiel gucken möchte. Vorausgesetzt natürlich, das Lokal hat einen Fernseher und übertragt das Turnier.

Public Viewing während der Fußball-EM 2021: Darf ich mit meinen Freunden in die Kneipe gehen?

Fußballgucken oder kleine Public Viewings in der Kneipe, der Bar oder im Restaurant sind laut aktueller Corona-Schutzverordnung also grundsätzlich möglich. Aber mit wie vielen Leuten ist es erlaubt? Auch das hängt von der Inzidenz ab. Liegt sie in einer Stadt oder Kreis zwischen 100 und 50,1, dann sind Treffen in der Öffentlichkeit nur für Personen aus zwei Haushalten erlaubt.

Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 35,1 sind Treffen aus drei Haushalten erlaubt und außerdem für zehn (getestete !) Personen aus beliebig vielen Haushalten. Liegt die Inzidenz unter 35, dürfen sich insgesamt fünf Haushalte sowie 100 getestete Personen aus beliebig vielen Haushalten treffen.

Achtung: Geimpfte und Genesene werden bei den aktuellen Kontaktbeschränkungen nicht mitgezählt. Es dürften sich also theoretisch deutlich mehr Personen treffen als die genannte Anzahl.

Fußball-EM 2021: Viele Städte haben große Public Viewings bereits abgesagt

Noch vor wenigen Wochen sah es für die Fußball-EM gar nicht rosig aus: Restaurants hatten vielerorts geschlossen, private Treffen waren kaum erlaubt und es herrschte in vielen Städten und Kreisen eine Ausgangssperre. Letztere gibt es in NRW mittlerweile nirgendwo mehr (Stand 5. Juni). Dank niedriger Inzidenzen sind viele Lockerungen möglich. Eine Sache wird während der diesjährigen EM aber wohl dennoch schmerzlichst vermisst: das Public Viewing in den Innenstädten.

Mit hunderten Menschen vor einer riesigen Leinwand stehen, mitgrölen und sich im Falle eines Sieges mit der Masse freuen, wird in diesem Jahr trotz umfassender Lockerungen nicht möglich sein. Auch wenn Veranstaltungen unter bestimmten Auflagen wieder erlaubt sind, haben die meisten Städte in NRW ein Public Viewing bereits offiziell abgesagt. Darunter etwa Recklinghausen, wo während der EM und WM regelmäßig ein riesiges Rudelgucken mit Mega-Leinwand, Bierwagen und Fressbuden vor dem Rathaus stattfindet.

Auch in Großstädten außerhalb NRWs wie in Hamburg oder München, wo sogar Spiele stattfinden, gibt es dieses Jahr keine großen Public Viewings.

Auf dem Rathausplatz in Recklinghausen finden während der EM und WM immer Public Viewings statt. In diesem Jahr aber nicht.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält Public Viewings während der EM für zu riskant

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte sich zuletzt für Corona-Lockerungen während der EM 2021 ausgesprochen, betonte aber auch, dass große Public Viewings, wie sie bei solchen Turnieren in Deutschland Tradition sind, noch „zu riskant“ seien. Die Impfquote sei zu niedrig, um mit Hunderten Fans dicht gedrängt Fußball zu schauen, sagte Lauterbach der Bild am Sonntag.

Die ersten drei Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich (15. Juni, 21 Uhr), Portugal (19. Juni, 18 Uhr) und Ungarn (23. Juni, 21 Uhr) finden jeweils in der Münchener Allianz Arena statt.

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