Taco von confierter Schnepfe

Eklat um Frank Rosin: Bietet er in seinem Restaurant im Ruhrgebiet verbotenes Fleisch an?

TV-Koch Frank Rosin könnte Probleme mit den Behörden bekommen.
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TV-Koch Frank Rosin könnte Probleme mit den Behörden bekommen.

Lecker um jeden Preis? Frank Rosin könnte jetzt Ärger mit den Behörden bekommen, weil er anscheinend verbotenes Fleisch in sein Menü aufgenommen hat.

Dortmund/Dorsten – Der TV-Koch Frank Rosin bringt mit seinem nach ihm benannten Restaurant köstliche Sternen-Küche ins Ruhrgebiet. Doch mit einem Gericht hat der The-Taste-Juror wohl übers Ziel hinausgeschossen – die Behörden sind bereits eingeschaltet.

KochFrank Rosin
Geboren17. Juli 1966 (Alter 55 Jahre), Dorsten
Bücher (unter anderem)Rosins Restaurants, Neue deutsche Küche, Grillen

Frank Rosin droht Behörden-Ärger wegen Schnepfen-Taco in Dorsten

Zuletzt musste sich Frank Rosin mit den strengen Corona-Regeln in NRW herumschlagen und bangte um die Zukunft der Gastronomie. Inzwischen haben die Restaurants wieder geöffnet – auch das „Rosin“ in Dorsten.

Doch ein Gericht in der Edel-Gastronomie sorgt jetzt erneut für Behörden-Ärger. „Taco von confierter Schnepfe“ klingt für viele bestimmt ganz lecker, allerdings könnte diese Kreation rechtliche Konsequenzen für das Sterne-Restaurant bedeuten (mehr Promi-News bei RUHR24).

Frank Rosin aus Dorsten könnte wegen Schnepfen-Taco Ärger drohen

Tierschützer hatten das Gericht in einer Menüfolge des Restaurants entdeckt und das Komitee gegen Vogelmord e. V. darüber informiert. Laut Bild-Zeitung ging die Meldung über das Gericht auch an den Kreis Recklinghausen. Aber was ist verkehrt an dem Schnepfen-Taco?

Das Komitee gegen Vogelmord e. V. erklärt auf seiner Facebook-Seite: „Schnepfen werden nicht nachgezüchtet und für aus der Natur entnommene Exemplare gelten in Deutschland strenge Vermarktungsverbote.“

Schnepfen-Eklat in Dorsten: Waldschnepfe gilt als besonders geschützte Art

Die Kreissprecherin Lena Heimers erklärt zudem gegenüber der Bild, dass es in diesem Fall wesentlich sei, woher das Fleisch stamme. „In Deutschland dürfen Schnepfen zwar zum Teil bejagt, aber nicht vermarktet werden. Wir können aber auch nicht ausschließen, dass das Fleisch legal, beispielsweise in einem Land mit anderen Bestimmungen erworben wurde.“

Die Waldschnepfe gilt in Deutschland als besonders geschützte Art – bejagt werden darf sie dennoch.

Die Waldschnepfe

Die Waldschnepfe gilt nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) § 7 Abs. 2 Nr. 13 als besonders geschützte Art. Laut Naturschutzbund NRW (NABU) geht der Bestand der Tiere immer weiter zurück. Im Jahr 2015 lebten 5000 bis 7500 Brutpaare in NRW. Der NABU spricht sich klar gegen die Abschussfreigabe der Waldschnepfe aus.

Video: Das Ruhrgebiet – Herz von NRW

Daher ist es für die weiteren Ermittlungen wichtig, zu ergründen, woher die Vögel stammen, das weiß auch Komitee-Sprecher Axel Hirschfeld: „Wir haben die Behörden gebeten, die Herkunft der von Herrn Rosin angebotenen Vögel zu überprüfen und ggf. ein Verfahren wegen Verstoßes gegen die Bundeswildschutzverordnung einzuleiten.“

Bislang hat sich weder Frank Rosin noch der Restaurantleiter zu dem Sachverhalt geäußert. Die Herkunft der Vögel ließ sich bislang nicht feststellen. Dennoch gab es eine Reaktion des Rosin-Restaurants. Wie das Komitee gegen Vogelmord e. V. mitteilt, wurden die Schnepfen durch Gänsefleisch ersetzt.

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