Mehrere Gründe

Fleisch in NRW-Restaurants: Politiker hat drastische Forderung

Ein NRW-Politiker wünscht sich mehr Wildfleisch in Restaurants. Das begründet er unter anderem mit dem Klimawandel.

NRW – Die Corona-Pandemie beeinflusst nicht nur das Leben der Menschen, sondern auch die Jagdstrecken in NRW. Gleichzeitig fordert der Staatssekretär des Landes Dr. Hein Bottermann (CDU) die Gastronomie dazu auf, wieder mehr Wild anzubieten. Der Hintergrund überrascht.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
HauptstadtDüsseldorf
MinisterpräsidentHendrik Wüst (CDU)

Wildpopulationen in NRW: Tatsächliche Zahlen sind kaum zu erfassen

Grundsätzlich habe die Corona-Pandemie und die außergewöhnlichen Wetterbedingungen der letzten Jahre das Wildaufkommen in den Wäldern NRWs beeinflusst. Wegen Covid-19 wurden weniger Gesellschaftsjagden für die Tiere Schwarzwild (Wildschweine) und sogenanntes Niederwild wie Hase, Fasan oder Stockente durchgeführt.

Doch durch den Klimawandel kommende massive Trockenheit und die damit verbundenen Waldschäden beeinflussen nicht nur die Flora, sondern auch die Fauna der Wälder. Zwischen den Jagdstrecken der einzelnen Wildarten gibt es große Unterschiede, berichtet das Land NRW. Die Jagd 2020/21 könne, anders als in den Vorjahren, kaum Rückschlüsse über die tatsächlichen Populationen der Arten zulassen.

Wie viele Tiere in der aktuellen Jagdsaison getötet wurden, die sogenannte Jagdstrecke, lässt sich aber genauestens benennen. Bei Wildschweinen sei die Zahl beispielsweise stark zurückgegangen.

Mehr Wild in Restaurants? NRW-Politiker mit klarer Forderung

So lag die Jagdstrecke bei Wildschweinen in der Saison 2020/21 bei 34.251 Stück und hat sich seit 2019/20 um etwa die Hälfte reduziert. Damals lag die Zahl bei knapp 64.736 Tieren. NRW-Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann (CDU) ruft deshalb dazu auf, die Wildscheine weiterhin intensiv zu jagen und dankt den Jägern für die Jagdstrecken bei weiteren Wildsorten.

Ein NRW-Politiker fordert mehr Wildfleisch im Restaurant.

Das hat gleich mehrere Gründe. „Indem Jägerinnen und Jäger durch eine Bejagung zu große Wildschweinepopulationen verhindern, leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Vorsorge vor der nahenden Afrikanischen Schweinepest“, so Bottermann und fordert: „Zugleich sollten in der Gastronomie regionale Wildprodukte zum festen Bestandteil der Speisekarten werden.“

Gleichzeitig warnt die Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz allerdings vor allem bei Kindern und Schwangeren vor dem Verzehr von einigen Wildsorten.

Wiederbelebung der NRW-Wälder: Bald mehr Wild im Restaurant?

Die Jagdstrecken bei Rotwild, Damwild und Rehwild hebt Bottermann für das Jahr 2020/21 besonders positiv hervor. Die Jagd würde einen wichtigen Betrag zur Wiederbelebung der Wälder und damit im Kampf gegen den Klimawandel leisten. „Wald und Wild müssen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen, damit der Wald von Morgen durch Naturverjüngung und Wiederbewaldung gut wachsen kann“, meint der NRW-Staatssekretär.

Ein großes Problem bei Rehen und Rotwild: Sie fressen Triebe und Baumsetzlinge. Deshalb sei es auch in Zukunft eine wichtige Aufgabe von Jägern, die Bestände „in einem gesunden Ausgleich zu halten“, schildert das Land NRW.

Rubriklistenbild: © Axel Heimken/Roland Weihrauch/dpa; Collage: RUHR24

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