Wegen Corona-Lockdown

Silvester in NRW: Feuerwerk-Verbot gilt - größter Hersteller steht jetzt vor dem Aus

Das Verbot von Feuerwerk an Silvester sorgt in der Branche für Probleme. Dem Marktführer Weco aus NRW droht nach eigenen Angaben die Insolvenz.

Eitorf/NRW – 130.000 Paletten mit Raketen, Böllern und anderem Feuerwerk wollte der Hersteller Weco aus Eitorf in NRW in diesem Jahr ausliefern. Wegen des Feuerwerksverbots in der Corona-Pandemie wird daraus nun nichts. Die Firma bringt das Verkaufsverbot nach eigenen Angaben in eine brenzlige Lage.

Unternehmen:Weco Feuerwerk
Gegründet:September 1948 in Eitorf (NRW)
Mitarbeiter:400

Feuerwerk an Silvester: Verkaufsverbot trifft Hersteller Weco aus NRW hart

Mit dem Verbot von Feuerwerk an Silvester 2020 wollen die Ministerpräsidenten erreichen, dass Kontaktbeschränkungen eingehalten werden und das medizinische Personal nicht überfordert wird. Für die Hersteller von Böllern und Raketen ist damit jedoch das Jahresgeschäft zerstört.

Wegen der Corona-Pandemie ist der Verkauf von Raketen vor Silvester 2020 verboten.

Das Unternehmen Weco aus der Nähe von Bonn (alle News zum Coronavirus in NRW im Live-Ticker) zeigt sich daher in einer Pressemitteilung geschockt von den Entschlüssen: „Das ausgesprochene Verkaufsverbot trifft uns hart und ohne sofortige Entschädigung für den Umsatzausfall droht nun die Insolvenz unseres Unternehmens sowie des gesamten Wirtschaftszweigs“, wird Thomas Schreiber, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, darin zitiert. Nach eigenen Angaben ist Weco Marktführer in Deutschland und Europa.

Feuerwerk für Silvester bereits ausgeliefert: Weco fordert finanzielle Hilfen

Das Problem für das Unternehmen: Ein großer Teil der Feuerwerkskörper sei bereits ausgeliefert worden. Weil die Händler auf Kommission kaufen, können sie die Ware problemlos zurückgeben. Der Hersteller hat das Nachsehen: „Das heißt, wir müssen die Ware auf eigene Kosten zurückholen“, teilt Weco mit.

Den Verzicht auf Großveranstaltungen könne man im Unternehmen verstehen, ein generelles Verbot hingegen nicht. Der Umsatz sei nicht wieder aufzuholen. Das Unternehmen fordert nun finanzielle Hilfen in zweistelliger Millionenhöhe. Andernfalls würde es Weco mit seinen rund 400 Mitarbeitern nicht länger geben, kündigt der Geschäftsführer an.

Nach Verbot von Feuerwerk: Niederlande erstatten Herstellern einen Teil der Kosten

Kommentar von RUHR24-Redakteur Florian Forth:

So schmerzhaft das Verkaufsverbot von Feuerwerk für die Hersteller auch ist: In der Corona-Pandemie ist es notwendig, um die angespannte Situation des Gesundheitssystems nicht noch weiter zu verschärfen. Dennoch müssen die Hersteller für ihre Ausfälle jetzt schnell entschädigt werden. Weil Bund und Länder mit ihrem Entschluss spät dran waren, sollten sie zumindest die Kosten für Transport und Lagerung der Feuerwerkskörper übernehmen. Wo dringend nötig, sollte eine Überbrückungshilfe gezahlt werden, damit die nun gefertigten Böller und Raketen im kommenden Jahr verkauft werden können.

Die Niederlande hatten als erstes Land ein Verbot von Feuerwerk an Silvester verhängt. Das Nachbarland sagte den Herstellern jedoch zu, ihnen die Lagerkosten in Höhe von rund 40 Millionen Euro zu erstatten, berichtet RND.

Ob es das auch in Deutschland geben wird, ist noch nicht bekannt. Für den Handel hatte das Land NRW bereits Überbrückungshilfen angekündigt. Inwiefern diese auch den Herstellern von Feuerwerk zur Verfügung stehen, ist noch unklar.

Rubriklistenbild: © Roberto Pfeil/dpa

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