„Chempark“ von Currenta

Explosion in Leverkusen: Drei weitere Tote aus Trümmern geborgen – Polizei ermittelt

Nach einer schweren Explosion in einem Werk der „Currenta“ in Leverkusen gibt es aktuell fünf Tote. Die Feuerwehr warnt die Anwohner, die Polizei ermittelt vor Ort.

Update, Donnerstag (29. Juli), 16.10 Uhr: Leverkusen/NRW – Die Rettungskräfte haben nach der Explosion in einem Tanklager in Leverkusen jetzt drei weitere Menschen tot aus den Trümmern geborgen. Das gab die Polizei Köln am Nachmittag bekannt. Nähere Angaben zu den Opfern wurden nicht gemacht. Sie seien noch nicht abschließen identifiziert.

VorfallExplosion und Brand
StadtLeverkusen-Bürrig
UnternehmenCurrenta, Chempark

Explosion in Leverkusen: Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

Update, Mittwoch (28. Juli), 17 Uhr: Nach der Explosion in einem „Currenta“-Werk in Leverkusen-Bürrig mit mindestens zwei Toten hat die Polizei Köln nun eine Ermittlungskommission eingerichtet.

Unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Köln ermitteln die Beamten nun, wie es zu der Explosion und dem anschließenden Brand nahe dem „Chempark“ am Dienstag (27. Juli) in Leverkusen kommen konnte.

Es gebe einen Anfangsverdacht wegen

  • fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion
  • sowie fahrlässiger Tötung.

Aktuell werde gegen unbekannt ermittelt, teilen Polizei und Staatsanwaltschaft Köln mit. Nachdem ein Mitarbeiter tot geborgen wurde, war ein zweiter am Abend im Krankenhaus gestorben.

Die Explosion im Tanklager der Currenta in Leverkusen hat für große Zerstörung und mehrere Tote gesorgt.

Weil die Suche nach fünf weiteren Vermissten noch andauert, können die Brandermittler das zerstörte Werksgelände bislang nur eingeschränkt betreten. Es seien aktuell aber Drohnen im Einsatz. Der Einsatz werde „aller Voraussicht nach noch mehrere Tage andauern“.

Explosion und Brand in Leverkusen: Kaum Hoffnung, Vermisste lebendig zu finden

Ursprungsmeldung, Mittwoch (28. Juli), 14.50 Uhr: Es sei ein „schwieriger und trauriger Tag“, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Mittwochmittag (28. Juli) bei einer Pressekonferenz. Bei der Explosion und dem anschließenden Brand in einem Tanklager nahe dem „Chempark“ in Leverkusen-Bürrig (NRW) sind vermutlich sieben Menschen getötet worden.

Bei den zwei bislang geborgenen Toten soll es sich um einen Currenta-Mitarbeiter und einen Externen handeln. „Wir müssen leider davon ausgehen, dass wir die fünf Vermissten nicht lebend finden“, sagte er und drückte den Angehörigen sein Beileid aus. Die Suche nach ihnen dauert noch an. 31 weitere Mitarbeiter seien verletzt worden, mindestens einer davon schwer.

Wie es zu dem Unglück in der Müllverbrennungsanlage kam, sei weiterhin unklar. Die Currenta arbeite bei der Aufklärung des Unglücks nahe dem Chempark jedoch eng mit den Behörden in Leverkusen zusammen. Diese werde jedoch Zeit brauchen. Hunderte Rettungskräfte von Feuerwehr und Polizei waren im Einsatz.

Leverkusen: Umweltamt vermutet, dass Giftstoffe in Wohngebiete getragen wurden

Klar sei bislang nur, dass in dem Tanklager „organische Wasser- und Lösemittelgemische und chlorierte Kohlenwasserstoffe“ gespeichert wurden, sagte Hans Gennen von der Currenta. Rußniederschläge nach dem Brand gebe es zwar in der Region, von diesen gehe aber keine Gefahr aus, sofern Anwohner gewisse Maßnahmen treffen.

Wie ein Sprecher des Landesamts für Umwelt und Naturschutz (Lanuv) gegenüber der Süddeutschen Zeitung sagte, gehe man davon aus, dass giftige Dioxin-, PCB- und Furanverbindungen in die angrenzenden Wohngebiete getragen wurden. Laut Currenta werde aktuell weiter nach Schadstoffen in der Luft gesucht.

Explosion in Leverkusen: Feuerwehr warnt Anwohner vor Ruß in der Region

Die Feuerwehr Leverkusen warnt dennoch die Anwohner, folgende Regeln zu befolgen:

  • Nahrungsmittel aus dem Garten besser nicht essen.
  • Spielplätze, Spielgeräte, Gartenmöbel und Pools, auf denen Ruß niedergegangen ist, nicht benutzen.
  • Verschmutzte Gegenstände noch nicht reinigen, sie könnten erhöhte Konzentrationen von Schadstoffen aufweisen.
  • Bei wichtigen Arbeiten im Garten immer Handschuhe tragen.
  • Ruß nicht mit Kleidung und Schuhen in die Wohnung tragen.
  • Autos in der Waschanlage reinigen lassen.

Brand in Leverkusen: Chempark lässt Straßen und Gehwege von Ruß befreien

Der Chempark Leverkusen will zeitnah Straßen, Gehwege und Hauseingänge reinigen. Wer Rußpartikel auf der Fensterbank findet, sollte diese liegen lassen, bis das Landesumweltamt NRW sie analysiert hat.

Betroffene können sich weiterhin unter der Bürgerhotline unter 0214/406 3333 oder dem Bürgertelefon des Chemparks unter 0214/260 599 333 informieren.

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