Inzidenz ist maßgeblich

Essen öffnet erstes Fitnessstudio: Spezieller Plan soll Corona-Infektionen verhindern

Frau trainiert im Fitnessstudio
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Viele Fitnessstudios in NRW sind wegen Corona noch dicht – im Ruhrgebiet gibt es jetzt eine Ausnahme.

Viele Fitnessstudios in NRW warten noch darauf, wieder öffnen zu dürfen. Die Corona-Inzidenz ist dabei entscheidend. In Essen im Ruhrgebiet gibt es eine Ausnahme.

Essen – Die Betreiber von Fitnessstudios in NRW schauen seit Monaten in die Röhre. Wegen der Corona-Pandemie* mussten die Sportcenter ihre Türen schließen. Bei den Corona-Zahlen tut sich jedoch endlich etwas – ein Studio in Essen im Ruhrgebiet darf sogar vorzeitig wieder öffnen, berichtet RUHR24*.

StadtEssen
Einwohner591.032 (2020)
Fläche210,3 km²

Viele Fitnessstudios in NRW noch geschlossen: Corona-Ausnahme in Essen

Wann dürfen die Fitnessstudios in Nordrhein-Westfalen* wieder öffnen? Darüber entscheidet – wie aktuell bei so vielen Corona-Lockerungen – die Höhe des Inzidenzwerts in dem jeweiligen Kreis oder der Stadt. Laut der seit dem 15. Mai geltenden Coronaschutzverordnung dürfen Fitnesscenter ihren Betrieb erst wieder aufnehmen, wenn die Inzidenz stabil unter einem Wert von 50 liegt.

In NRW trifft das derzeit nur auf wenige Kreise und Städte zu (mehr Corona-News aus NRW* auf RUHR24). Auch die Stadt Essen im Ruhrgebiet ist mit einer Corona-Inzidenz von 54,9 (Stand 22. Mai) noch einige Schritte von einer Öffnungsperspektive für die Fitnesseinrichtungen entfernt. So könnte man zumindest meinen.

Corona-Zwangspause für Fitnessstudios in NRW: Gefahr einer Infektion soll sehr hoch sein

Denn, während andere Fitnessstudios in NRW und dem Ruhrgebiet wegen Corona* noch auf ihre Wiedereröffnung warten müssen, darf ein ausgewähltes Studio in Essen vorzeitig wieder Sporttreibende empfangen. Wie die Stadt mitteilt, darf der Essener Fitnessbetreiber FitX ein innovatives Modellprojekt zum sicheren Training im Fitnessstudio umsetzen.

Sportstudios galten laut einer Studie der US-Universität Stanford zu den Einrichtungen, in denen das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, besonders hoch sein soll. In Essen wolle man nun beweisen, dass dem nicht so ist. „Wir wissen heute viel mehr über das Coronavirus als noch vor einem Jahr, dieses Wissen können wir nutzen und modellhaft umsetzen, wie nun im Bereich des Fitnesssports“, so Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU).

Video: Neue Studie: Das sind die häufigsten Übertragungsorte von Covid-19

Fitnessstudios in NRW: Modellprojekt aus Essen startet trotz Corona

Anhand der vorzeitigen Öffnung des FitX-Studios am Limbecker Platz in Essen wolle man zeigen, dass sich die Luft im Studio hinsichtlich der Aerosolbelastung nicht maßgeblich von der Luft beim Sport im Freien unterscheidet.

Hintergrund sei, dass die Studios grundsätzlich über Lüftungsanlagen verfügen, die so geregelt werden könnten, dass kein Umluftbetrieb stattfindet, sondern 100 Prozent Außenluft zugeführt wird. Da die CO2-Konzentration ausschlaggebend für den Aerosol-Gehalt der Luft ist, werde der CO2-Gehalt kontinuierlich überwacht und die Lüftungsanlagen bei einer Überschreitung automatisch hochgefahren. Durch zusätzliche Hygiene-Maßnahmen werde die Aerosol-Belastung zudem gesenkt und das Ansteckungsrisiko minimiert.

Sport in Zeiten von Corona: Essens OB will Erfahrungen teilen

Begleitet wird das Modellprojekt in dem Fitnessstudio von dem Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie des Universitätsklinikums Essen. Ab Samstag (22. Mai) darf in dem Sportcenter dann zunächst für drei Wochen wieder geschwitzt werden. „Der Sport ist für viele Menschen nicht nur eine wichtige Freizeitbeschäftigung, sondern auch ein wesentlicher Bestandteil zur Erhaltung der Gesundheit“, so NRW-Staatssekretärin Andrea Milz (CDU).

OB Kufen erklärte außerdem: „Wir werden auch weiterhin mit dem Virus leben müssen, kluge und innovative Ideen helfen uns aber dabei, unseren Alltag ein Stück weit darauf einzurichten“. Die wissenschaftliche Begleitung des Projektes helfe dabei, weitere Erfahrungen zu machen und diese mit anderen zu teilen. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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