Alarm im Ruhrgebiet

Essen: 16-Jähriger sitzt nach geplantem Anschlag auf Schulen in U-Haft

Ein Schüler plante, Bomben in seiner Schule zu platzieren. In seinem Zimmer fanden Polizisten Waffen und rechtsextreme Schriftstücke.

Update, Freitag (13. Mai), 14.02 Uhr: Essen – Mittlerweile hat die Zentralstelle für Terrorismusverfolgung NRW die Ermittlungen zu dem vereitelten Anschlag auf eine Schule in Essen übernommen. Dem 16-jährigen Verdächtigen wird vorgeworfen, eine schwere staatsgefährdenden Gewalttat und ein Explosionsverbrechen vorbereitet zu haben. Außerdem habe er gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz verstoßen.

Der Schüler wurde dem Haftrichter vorgeführt und befindet sich aktuell in Untersuchungshaft. Ihm könnten bis zu fünf Jahre Haft drohen.

Geplanter rechter Anschlag in Essen: Hinweisgeber haben laut Wüst „eine Horrortat verhindert“

Update, Donnerstag (12. Mai), 14.30 Uhr: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) zeigt sich schockiert über die Details aus Essen: „Der Schrecken über den verhinderten Anschlag von Essen sitzt tief. Der Hinweisgeber und unsere Polizistinnen und Polizisten haben mit ihrem konsequenten Handeln wahrscheinlich eine Horrortat und eine schlimme Tragödie verhindert.“

Und weiter: „Nordrhein-Westfalen steht im Kampf gegen Menschenhass fest zusammen. Der genaue Hintergrund wird noch durch die zuständigen Behörden zu klären sein. Aber fest steht für mich davon unabhängig: Fremdenfeindlichkeit, Extremismus und Gewalt haben bei uns in Nordrhein-Westfalen keinen Platz. Wir treten als Staat und als Gesellschaft rechtem Terror mit aller Entschlossenheit entgegen.“

Essen: Waffen und Bomben-Material bei 16-Jährigem gefunden

Update, Donnerstag (12. Mai), 13.10 Uhr: Nun äußerte sich auch NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zu den Geschehnissen in Essen-Borbeck. Fest steht: Der 16-jährige Schüler des Don Bosco-Gymnasiums in Essen plante einen Anschlag. In seiner Wohnung wurde neben einer Schusswaffe auch eine Armbrust mit Pfeilen gefunden sowie zahlreiches Material zum Bau von Bomben.

Darunter 16 Rohrkörper, einige davon gespickt mit Nägeln. Keine Bombe sei nach derzeitigem Stand zündfähig gewesen. Außerdem wurden rechtsextreme Schriftstücke gefunden sowie Material aus der NS-Vergangenheit.

Polizisten tragen Gegenstände, darunter mehrere Stichwaffen und Speere, aus dem Wohnhaus des Verdächtigen.

„Vieles deutet darauf hin, dass das auch eine Art Hilferuf des Jugendlichen war. Er hatte psychische Probleme“, sagte Reul in einer Pressekonferenz.

Ein Mitschüler hatte die Polizei auf die Fährte des Jugendlichen gebracht. Der Tatverdächtige habe geäußert, dass er Bomben in seiner Schule platzieren wolle. Die Polizei kam ihm am Donnerstagmorgen gegen 4.20 Uhr zuvor. Er wurde noch in seinem Zimmer festgenommen. Ob es Mittäter oder Mitwisser gibt, könne Reul nicht beantworten.

Polizei steht vor dem Don-Bosco-Gymnasium. In Essen ist die Polizei an zwei Schulen in größerem Umfang im Einsatz.

Amok-Alarm in Essen: Polizei findet Waffen bei Schüler

Update, Donnerstag (12. Mai), 11.25 Uhr: Die Polizei hält sich weiter bedeckt mit Details. Die WAZ berichtet hingegen, dass bei der Durchsuchung der Wohnadresse des 16-Jährigen zahlreiche Umzugskartons sichergestellt hat. Auch ein Sprengstoffhund sei zum Einsatz gekommen. Der Jugendliche wohne nur wenige hundert Meter entfernt vom Gymnasium.

Update, Donnerstag (12. Mai), 9.30 Uhr: Laut Angaben der Polizei Essen gingen Hinweise ein, dass der 16-jährige Tatverdächtige eine Straftat an seiner oder an seiner ehemaligen Schule geplant haben könnte.

In der Nacht wurde die Wohnung des Schülers zum Zwecke der Auffindung von Beweis- und Tatmitteln durchsucht. Laut Angaben der WAZ sei dabei auch das SEK im Einsatz gewesen. Auch die Schulen werden durchsucht.

Die Bild berichtet, dass bei dem Schüler Rohrbomben gefunden worden seien. Das wollte die Polizei laut der WAZ nicht kommentieren.

Amokalarm an Essener Schulen: 16-jähriger Schüler wollte Straftaten begehen

Erstmeldung, Donnerstag (12. Mai), 9.07 Uhr: Alarm bei der Essener Polizei am Donnerstagmorgen (12. Mai). Laut einem Bericht der WAZ gibt es vermutlich eine Amokdrohung am Don Bosco Gymnasium und an der Realschule am Schloss Borbeck in Essen (Ruhrgebiet). Auch das SEK sei vor Ort.

Im Verdacht stehe laut der Regionalzeitung ein 16-jähriger Schüler, der von der Realschule auf das Gymnasium gewechselt ist. Die Polizei bestätigt bei Twitter einen Einsatz. Details nennen die Beamten aber nicht (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Beide Schulen sind für den Donnerstag vorsichtshalber geschlossen geblieben. Brisant: Am Donnerstag sollten am Gymnasium die Abiturklausuren im Fach Deutsch nachgeschrieben werden.

Laut Angaben der Polizei ermitteln die Beamten bereits seit Mittwochabend (11. Mai).

Rubriklistenbild: © David Young/DPA

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