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Durch einen Stich der sogenannten Hyalomma-Zecke soll erstmals in Deutschland das Zecken-Fleckfieber übertragen worden sein. Ein Mann aus Siegen in NRW erkrankte Ende Juli.

  • Ein Mann in Siegen in NRW erkrankte nach einem Stich der Hyalomma-Zecke.
  • Das Fleckfieber kommt in Deutschland sehr selten vor.
  • Die Riesenzecken breiten sich immer stärker aus.

Der Erkrankte, ein Pferdebesitzer aus Siegen in NRW, soll durch den Stich der tropischen Riesenzecke erstmals in Deutschland an dem Fleckfieber erkrankt sein. In der Zecke sei der betreffende Erreger nachgewiesen worden, teilte die Universität Hohenheim in Stuttgart am Mittwoch (14. August) mit.

Erster Fall von Fleckfieber in Deutschland wurde in NRW festgestellt

Der Mann war Ende Juli von dem Spinnentier gestochen worden. Daraufhin schickte er die Hyalomma-Zecke an die Zeckenforscher in Hohenheim. Dort kam man dann zu dem eindeutigen Ergebnis: „Damit wissen wir jetzt nicht nur sicher, dass die Hyalomma-Zecke auch Menschen sticht“, so Ute Mackenstedt, Parasitologin an der Universität Hohenheim.

Klar sei nun auch, dass in Deutschland eine Übertragung des Zecken-Fleckfiebers durch die Tiere tatsächlich möglich ist. Ärzte müssten künftig eine Infektion als mögliche Ursache in Betracht ziehen und entsprechend wachsam sein, sagte Mackenstedt.

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Der Pferdebesitzer aus Siegen war wenige Tage nach dem Stich durch die Riesenzecke mit schweren Krankheitssymptomen und Verdacht auf Zecken-Fleckfieber ins Krankenhaus gekommen. Dort behandelte man ihn mit Antibiotika.

Bakterium der Hyalomma-Zecke führt zu Infekt

Das von der Hyalomma-Zecke übertragene Bakterium verursacht einen fieberhaften Infekt mit Kopf- und Muskelschmerzen, extremen Gelenkschmerzen und einem Gefühl, als würde man verbrennen.

Typisch für die Erkrankung ist der Hautausschlag, der dem Fleckfieber den Namen gibt. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts kommt es in Deutschland höchst selten vor.

Die Zahl der gefundenen Hyalomma-Zecken ist in Deutschland in den vergangenen Monaten und im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. „2019 haben wir zusammen bis jetzt schon 50 Exemplare in Deutschland gefunden. Letztes Jahr waren es insgesamt 35», sagt Mackenstedt.

Riesenzecke überwintert in Deutschland

Von den 2019 gefundenen Exemplaren trägt laut Mackenstedt fast jedes zweite den Fleckfieber-Erreger in sich. Erstmals konnten nach Einschätzung der Experten in diesem Jahr Hyalomma-Zecken in Deutschland auch überwintern.

Die Riesenzecken stammen aus den Trocken- und Halbtrockengebieten von Afrika, Asien und Südeuropa. Von den hiesigen Zecken kann man sie leicht unterscheiden: Sie sind mit bis zu zwei Zentimeter Länge wesentlich größer und haben auffällig gestreifte Beine.

Bislang wurden Hyalomma-Zecken mit Zugvögeln nach Deutschland transportiert, dort können sie sich nach Ansicht der Wissenschaftler in diesem Jahr stärker ausbreiten. Mit dpa-Material